Trotz steigender Impfzahlen gegen Masern bleibt Berlin hinter WHO-Empfehlung

Berlin (26.04.2016) Nach der Masernwelle 2014/2015 ist in Berlin die Impfbereitschaft gestiegen. Abrechnungszahlen der Barmer GEK zur Folge haben sich alleine in den ersten beiden Quartalen des Jahres 2015 rund 49.500 Versicherte in Berlin einer Dreifachimpfung gegen Mumps, Masern und Röteln unterzogen. Das sind rund 14 Prozent mehr als im gesamten Jahr 2014, mit damals rund 43.300 Dreifachimpfungen. "Trotz steigender Impfzahlen ist die empfohlene Impfquote gegen Masern von 95 Prozent bei Berliner Kindern noch nicht erreicht. Wer sein Kind vor gefährlichen Infektionskrankheiten schützen möchte, muss es impfen lassen", sagt Gabriela Leyh, Landesgeschäftsführerin der Barmer GEK Berlin/Brandenburg anlässlich der Internationalen Impfwoche.

Berlin scheitert an Impfquote

Die Weltgesundheitsorganisation hat sich zum Ziel gesetzt, Masern bis spätestens zum Jahr 2020 weltweit zu eliminieren. Hierzu empfiehlt sie eine Impfquote von 95 Prozent in allen Altersgruppen. Laut Erhebungen des Robert Koch-Instituts (RKI) beträgt die Impfquote bei den Dreijährigen in Berlin jedoch nur 85,8 Prozent. Auch bei den Erstklässlern gibt es noch eklatante Impflücken. Nach den Ergebnissen der Berliner Einschulungsuntersuchungen 2014 verfügen nur knapp 92 Prozent über einen ausreichenden Impfschutz. Eine Impfung gegen Masern erfolgt in der Regel als Kombination mit der Impfung gegen Mumps und Röteln. Kinder erhalten die erste Impfung normalerweise zwischen dem 11. und 14. Lebensmonat, eine zweite zwischen dem 15. und 23. Lebensmonat. "Auch Erwachsene sollten ihren Impfstatus prüfen, denn eine Infektion kann bei ihnen einen schweren Verlauf nehmen bis hin zu Lungen- und Hirnhautentzündungen", sagt Leyh.

Folgenschwere Masernwelle in Berlin

In keinem anderen Bundesland gab es im vergangenen Jahr so viele Masernfälle wie in Berlin. Das RKI registrierte insgesamt 1.273 Fälle. Brennpunkt war Neukölln mit 179 Erkrankungen gefolgt von Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte mit 172 und 150 Erkrankungen. Für Schlagzeilen sorgte der Todesfall eines kleinen Jungen, der im Februar 2015 aufgrund einer Vorerkrankung an einem Maserninfekt starb.

Brennpunkt war Neukölln mit 179 Erkrankungen

Masernerkrankungen in Berlin 2010-2016 nach Bezirken

Berlin war trauriger Spitzenreiter der Masernwelle

Masernerkrankungen in Deutschland 2014/2016


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Webcode dieser Seite: p003724 Autor: Barmer Erstellt am: 26.04.2016 Letzte Aktualisierung am: 20.12.2016
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