Mehr Tagespflegeplätze in Oberfranken

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Einrichtungen der Tagespflege dürfen in Bayern wieder mehr Pflegebedürftige aufnehmen. Während der Corona-Pandemie durften sie nur eine pflegebedürftige Person pro zehn Quadratmeter Fläche betreuen. Dadurch konnten viele Einrichtungen im Bereich Tagespflege teilweise nur etwa die Hälfte ihrer Plätze anbieten. Besonders für pflegende Angehörige, die rund zwei Drittel der Pflegebedürftigen daheim versorgen, bedeutete dies zusätzliche Belastungen. "In den letzten drei Jahren wurden hier in Oberfranken 35 neue Tagespflege-Einrichtungen eröffnet“, erläutert Professorin Dr. Claudia Wöhler, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Bayern. Das Angebot sei damit um knapp 70 Prozent gestiegen. 86 Tagespflegen haben nun Platz für knapp 2000 Pflegebedürftige. "Wir setzen unser Engagement fort, um die Entlastungsmöglichkeiten für pflegende Angehörige weiter auszubauen", kündigt Wöhler an.

Die Tagespflege eine gute Alternative

Gerade für die Pflegebedürftigen und deren Angehörige bietet die Tagespflege viele Vorteile. Die zu pflegenden Menschen können größtenteils in ihrer gewohnten Umgebung bleiben und ihre Tagespflege-Aufenthalte lassen sich flexibel planen. "Die pflegenden Angehörigen können so das Angebot an ihren Alltag anpassen und die gewählten Zeiten als Freiraum für sich nutzen", so Wöhler. Das Versorgungsangebot in Tagespflege-Einrichtungen umfasst neben Mahlzeiten auch verschiedene Betreuungsangebote. Hin- und Rückfahrt werden durch die Einrichtungen sichergestellt. Auch finanziell hat die Tagespflege Vorteile für die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen. Das Pflegegeld wird nicht gekürzt und die Pflegebedürftigen können ihre Aufenthalte auf ihren Leistungsanspruch gemäß ihrem Pflegegrad begrenzen. Dadurch werden hohe Eigenanteile vermieden.

Tagespflege in Zeiten des Pflegenotstandes in Bayern immer wichtiger

Die Zahl an Pflegebedürftigen steigt immer weiter. Die Zahl der ausgebildeten Pflegefachkräfte nimmt aber ab. Der Pflegenotstand in Bayern wird brisanter als bisher angenommen. Bis zum Jahr 2030 werden 4.000 Pflegekräfte mehr benötigt, als zuvor berechnet wurde. Mit rund 751.000 Pflegebedürftigen wird es im Freistaat bis 2030 in etwa 135.000 Betroffene mehr geben, als bisherige Hochrechnungen ermittelt haben. Das zeigt der aktuelle Pflegereport der BARMER. "Durch den demographischen Wandel unserer Gesellschaft und die hohe Fluktuationsrate von Pflegefachkräften wird sich die Situation in der Pflege weiter zuspitzen", erläutert Wöhler. Die Tagespflege sei ein wichtiger Baustein zur Verbesserung der Situation.

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