Mehr Schlafstörungen in Bayern: Zwischen 2014 und 2024 wuchs die Zahl der Betroffenen um 27 Prozent auf über eine Million Menschen .
Zeitumstellung verschärft Probleme: Die Umstellung am kommenden Wochenende kann den Schlafrhythmus zusätzlich durcheinanderbringen.
Alfred Kindshofer, Landesgeschäftsführer der BARMER in Bayern: „Schlafstörungen werden zunehmend zum Volksleiden. Gesunder Schlaf ist kein Luxus, sondern die Voraussetzung, dass Körper und Geist leistungsfähig bleiben."
München, 25. März 2026 – Immer mehr Menschen in Bayern kämpfen mit Schlafstörungen. Das zeigt der aktuelle Arztreport des BARMER Instituts für Gesundheitssystemforschung (bifg). Während der Anteil der Personen mit ärztlich diagnostizierten Schlafstörungen in Bayern zwischen 2014 und 2024 von 6,11 auf 7,76 Prozent um rund 27 Prozent stieg, fällt der Blick auf die absoluten Zahlen deutlicher aus: Die Zahl der diagnostizierten Fälle kletterte in diesem Zeitraum von rund 774.900 auf 1,02 Millionen. Und die Dunkelziffer ist deutlich höher, da nicht alle Menschen wegen Schlafstörungen eine Arztpraxis aufsuchen. "Schlafstörungen werden zunehmend zum Volksleiden", sagt Alfred Kindshofer, Landesgeschäftsführer der BARMER in Bayern. "Stress, Angstzustände, unregelmäßige Schlafgewohnheiten oder die Nutzung elektronischer Geräte vor dem Schlafengehen können den Schlaf erheblich beeinträchtigen. Die Folgen reichen von Konzentrationsschwäche und Reizbarkeit bis hin zu einem geschwächten Immunsystem."
Mehr Fälle insbesondere bei Älteren
Die Analyse zeigt, dass Männer in Bayern mit 6,61 Prozent etwas häufiger unter Schlafstörungen leiden als Frauen (6,48 Prozent). Am stärksten ist die Altersgruppe der Über-80‑Jährigen betroffen: 2024 lag die Diagnoserate in dieser Gruppe bei 15,11 Prozent. „Dauerhafte Schlafprobleme erhöhen langfristig das Risiko für psychische Erkrankungen, Herz-Kreislauf-Leiden oder Stoffwechselstörungen“, so Kindshofer. Gesunde Schlafhygiene, Stressbewältigung und gegebenenfalls medizinische Beratung seien daher entscheidend.
Zeitumstellung kann Beschwerden verstärken
Die anstehende Zeitumstellung am kommenden Wochenende kann den ohnehin gestörten Schlafrhythmus zusätzlich beeinträchtigen. Das Vorstellen der Uhr um eine Stunde bringt den inneren Takt vieler Menschen vorübergehend durcheinander. „Eine gute Schlafumgebung hilft vielen Betroffenen“, empfiehlt Kindshofer. „Auch Entspannungstechniken können stressbedingte Schlafprobleme lindern.“ Er weist jedoch darauf hin, Schlaf- oder Beruhigungsmittel nur nach ärztlicher Rücksprache einzunehmen.
Routinen stärken
"Gesunder Schlaf ist kein Luxus, sondern eine Voraussetzung dafür, dass Körper und Geist leistungsfähig bleiben", so der BARMER-Landeschef. Bereits kleine Veränderungen im Alltag können helfen – etwa feste Schlafenszeiten, regelmäßige Bewegung oder ein bewusster Umgang mit digitalen Geräten am Abend. Gerade im Zusammenhang mit der Zeitumstellung seien stabile Routinen besonders hilfreich. "Wer seinen Schlafrhythmus schon im Alltag stärkt, kommt besser durch die Umstellungsphase und beugt einer Verschlechterung bestehender Probleme vor."
Fragen und Antworten
Wie wurden die Daten erhoben?
Die Analyse stützt sich auf anonymisierte BARMER Versichertendaten der Jahre 2014 bis 2024. Die Daten wurden mithilfe von Angaben des Statistischen Bundesamtes zur Bevölkerung in Bundesländern nach Geschlecht und Altersgruppen im jeweiligen Jahr angepasst und besitzen somit Bevölkerungsrepräsentativität. Für Bayern flossen die Daten von rund 1,1 Millionen Versicherten ein (Stand 2024).
Weitere Informationen und interaktive Grafiken zum Arztreport finden Sie unter: Ambulante Diagnosen nach Top-ICD-10-Dreistellern – bifg.