BARMER Krankenhausreport

Mehr Menschen mit Demenz im Krankenhaus

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München, 12. Januar 2026 Immer mehr Menschen in Bayern leben mit der Diagnose Demenz. So wird die Zahl der Betroffenen im Land von aktuell rund 255.300 auf rund  335.300 im Jahr 2040 steigen. Zeitgleich wird auch die Zahl der Krankenhausfälle mit einer Demenz im Land anwachsen, wie der aktuelle BARMER Krankenhausreport belegt. Im Jahr 2023 wurden in Bayern 161.700 Krankenhausbehandlungen mit Demenz erfasst. 2040 werden es voraussichtlich mehr als 176.500 sein. Das entspricht einer Zunahme von 9,2 Prozent. Besonders häufig werden demenzerkrankte Patientinnen und Patienten wegen Herzinsuffizienz, Oberschenkelhalsbruch oder Dehydration stationär behandelt. "Schon heute leiden in Bayern mehr als sieben Prozent aller Patientinnen und Patienten im Krankenhaus an Demenz, Tendenz steigend. Für Betroffene ist ein Klinikaufenthalt besonders belastend, nicht nur wegen des ungewohnten Umfeldes, sondern auch wegen des ständigen Wechsels der pflegerischen und ärztlichen Versorgung", sagt Alfred Kindshofer, Landesgeschäftsführer der BARMER in Bayern. Die Vermeidung von Krankenhausaufenthalten von Menschen mit Demenz müsse deshalb das Ziel sein.

Demenzerkrankte verstärkt wegen akutem Notfall im Krankenhaus                      

Wie aus dem Krankenhausreport weiter hervorgeht, sind im Jahr 2023 in mehr als der Hälfte der Fälle (53 Prozent) Demenzpatienten als Notfall, zum Beispiel wegen eines Sturzes, im Krankenhaus aufgenommen worden. Unter allen Krankenhauspatienten ab 65 Jahre lag dieser Anteil mit 36 Prozent deutlich darunter. Es wurden zudem bundesweit doppelt so viele Krankenhausfälle aufgrund von Kopfverletzungen oder Oberschenkelbrüchen bei Menschen mit Demenz ermittelt. "Verschiedene Maßnahmen können helfen, Krankenhausaufenthalte demenzkranker Menschen zu vermeiden. Dazu gehört vor allem die Sturzprävention und Mobilitätsförderung Betroffener sowie eine Anpassung des häuslichen Umfelds", sagt Kindshofer.

Elf Prozent versterben während oder kurz nach dem Klinikaufenthalt

Nicht nur für Patienten, auch für Klinikpersonal ist die Diagnose Demenz mit Herausforderungen verbunden. So kann beispielsweise das Erkennen eines sogenannten Delirs, also ein Zustand starker Verwirrtheit, bei Demenzpatienten besonders herausfordernd sein. Nicht selten wird ein Delir für eine ,normale’ Verhaltensauffälligkeit bei Demenz gehalten. Dabei handelt es sich um eine eigenständige, potenziell lebensgefährliche Komplikation. Laut BARMER Krankenhausreport wurde bei drei Prozent aller Krankenhausfälle ab 65 Jahre ein Delir festgestellt, bei Demenzpatienten hingegen bei elf Prozent. Weiterhin belegt der Report, dass ein höherer Pflegerad nach dem Klinikaufenthalt für Demenzpatienten wahrscheinlicher ist. Elf Prozent der Patienten mit Demenz verstarben zudem während oder kurz nach der stationären Behandlung. "Es braucht demenzsensible Krankenhausstrukturen, die sowohl baulich, organisatorisch als auch multiprofessionell den Besonderheiten des Krankheitsbildes entsprechen", fordert Kindshofer. Grundlegend dafür sei eine bundesweit gültige Definition darüber, wie diese Strukturen aussehen sollten, um die Versorgungs- und Behandlungsqualität von Demenzpatienten zu verbessern.

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