Cannabis Bilanz Bayern: 826 Anträge auf Kostenübernahme

München, 09. März 2018 - Im ersten Jahr nach Inkrafttreten des Cannabis-Gesetzes am 10. März 2017 hat die Barmer in Bayern 826 Anträge auf Kostenübernahme von Cannabis-haltigen Medikamenten erhalten. "In keinem anderen Bundesland sind bisher mehr Anträge gestellt worden", stellt Dr. Claudia Wöhler, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Bayern fest. In über 70 Prozent der Fälle lagen die leistungsrechtlichen Voraussetzungen vor und konnten die Anträge positiv entschieden werden. "Medizinisches Cannabis ist aus der Versorgung schwer kranker Menschen heute nicht mehr wegzudenken. Es ist aber kein Allheilmittel. Daher bleibt es immer eine individuelle Entscheidung, bei der für jeden Patienten Nutzen und Risiken möglicher Alternativen gegeneinander abgewogen werden müssen", erläutert Wöhler. Bundesweit wurden bei der Barmer seit März 2017 insgesamt 3.933 Anträge auf Kostenübernahme gestellt.

Kostenübernahme nur nach engen Kriterien

"Ob Cannabis als Therapie in Frage kommt, entscheidet der Arzt", sagt Wöhler. Bei der ersten Verordnung muss die Kostenübernahme vorab von der Krankenkasse genehmigt werden. Denn die Krankenkassen dürfen die Kosten nur unter sehr eng gefassten Voraussetzungen übernehmen. Dazu gehört, dass es sich um eine schwerwiegende Erkrankung handelt, bei der es zu einer Behandlung mit Cannabis-Arzneimitteln keine Alternative gibt. Außerdem muss es eine Aussicht darauf geben, dass sich der Krankheitsverlauf oder schwerwiegende Symptome positiv beeinflussen lassen. "Nicht immer ist Cannabis die beste Therapieoption. Sollten sich Cannabis-Medikamente nicht als das Richtige erweisen, sind Alternativen gefragt. Hier kann auch eine multimodale Schmerztherapie zum Einsatz kommen", so Wöhler.

Eine Patienteninformation zu Cannabis-haltigen Medikamenten finden Interessierte unter www.barmer.de/s000743.

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Webcode dieser Seite: p009120 Autor: Barmer Erstellt am: 09.03.2018 Letzte Aktualisierung am: 09.03.2018
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