Damit die Digitalisierung im Gesundheitswesen ihr volles Potenzial entfalten kann, ist ein flächendeckender Breitbandausbau eine wichtige Grundvoraussetzung. Baden-Württemberg hat die Investitionen in den Ausbau in den vergangenen Jahren stark erhöht und ist damit bundesweit sogar Spitzenreiter. Es ist wichtig, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen, um den Zugang zu telemedizinischen Angeboten und Technologien wie der elektronischen Patientenakte für Patientinnen und Patienten zu verbessern.
Digitale Vernetzung von Gesundheitsdaten fördern
Im Rahmen der Digitalisierungsstrategie des Landes befindet sich Baden-Württemberg derzeit im Aufbau einer cloudbasierten Gesundheitsdateninfrastruktur. Die Plattform MEDI:CUS soll zunächst in Kliniken und in der medizinischen Forschung implementiert werden. Später soll ein Roll-out im ambulanten Bereich erfolgen. Damit geht Baden-Württemberg vorbildlich voran, eine zukunftsfähige Infrastruktur zur Nutzung von Gesundheitsdaten zu schaffen. Eine schnelle digitale Vernetzung des ambulanten und stationären Bereichs miteinander ist zentral und sollte forciert werden, um die Effizienz der Gesundheitsversorgung zu erhöhen. Dabei muss sichergestellt werden, dass die Anbindung an bestehende Systeme, wie die Telematikinfrastruktur und der geplante Europäische Gesundheitsdatenraum, erfolgen kann. Es ist dringend darauf zu achten, dass keine parallelen Strukturen entstehen.
Telemedizinische und telepflegerische Versorgung ausbauen
Baden-Württemberg hat den gesetzlich Krankenversicherten mit docdirekt als erstes Bundesland ein telemedizinisches Angebot zur Verfügung gestellt. Die Kassenärztliche Vereinigung plant, das Angebot auszubauen und mit dem ärztlichen Bereitschaftsdienst zu verknüpfen. Diese Initiative begrüßt die Barmer ausdrücklich. Wichtig ist dabei, die digitale Plattform kontinuierlich und nutzerorientiert weiterzuentwickeln.
In der Pflege können digitale Lösungen (z. B. Sturzerkennung, Telemonitoring von Vitalwerten) dabei unterstützen, dass Menschen länger zu Hause versorgt werden. Die klassischen Formen der Versorgung müssen dabei sinnvoll mit den neuen Optionen der Digitalisierung kombiniert und ergänzt werden. Aber auch in stationären Pflegeeinrichtungen spielen diese Angebote eine wichtige Rolle. Daher ist die Initiative des Landes zur Förderung von Projekten zu Televisiten in Pflegeeinrichtungen ein richtiger Baustein, um dort die ärztliche Versorgung sicherzustellen. Die zukünftige Regierung sollte diesen Einsatz fortführen. Damit telepflegerische Angebote zum Einsatz kommen können, muss die Vermittlung digitaler Kompetenzen fest in der Ausbildung verankert werden.