Baden-Württemberg ist Schlusslicht bei der Grippeschutzimpfung
- Im Jahr 2023 sind in Baden-Württemberg sieben von zehn Personen ab 60 Jahren nicht gegen Grippe geimpft worden.
- Seit dem Jahr 2020 sinkt die Influenza-Impfquote in Baden-Württemberg.
- In Sachsen-Anhalt ist die Impfquote fast doppelt so hoch.
Stuttgart, 18. Februar 2026 – Die Ständige Impfkommission empfiehlt allen Menschen ab 60 Jahren die Grippeschutzimpfung, weil sie altersbedingt ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben. In Baden-Württemberg scheint diese Botschaft nahezu ungehört zu verhallen, denn in dieser Altersgruppe waren im Jahr 2023 nur 29,7 Prozent geimpft. Das ist die schlechteste Impfquote in ganz Deutschland. Spitzenreiter ist laut Barmer-Arzneimittelreport Sachsen-Anhalt (55,2 Prozent), der Bundesdurchschnitt liegt bei 40,8 Prozent. "Dass Baden-Württemberg auch bei der Grippeschutzimpfung die rote Laterne innehat, überrascht mich nicht. Schließlich schneiden wir auch bei anderen Impfungen schlecht ab. Aber verstehe nicht, warum sich hierzulande so viele Menschen der besten Präventionsmaßnahme verweigern, die wir kennen", sagt Winfried Plötze, Landesgeschäftsführer der Barmer in Baden-Württemberg. Laut Plötze steigt die Zahl der Ungeimpften von Jahr zu Jahr. 2020 hätten in Baden-Württemberg noch 36,4 Prozent der über 60-Jährigen mindestens eine Grippeschutzimpfung erhalten, seitdem sinke die Quote.
Besonders gefährlich ist die Influenza für Menschen, die stationär gepflegt werden und für jene, die schon einen Herzinfarkt erlitten haben. "Studien belegen, dass Herzpatienten nach einer Impfung unter anderem deutlich bessere Überlebenschancen haben. Hier sind die Hausärztinnen und Hausärzte gefragt, diesen Menschen die Notwendigkeit der Grippeschutzimpfung zu erklären und auch durchzuführen." Dass die Apotheken seit dem Jahr 2022 ebenfalls impfen dürfen, habe das Problem der niedrigen Impfquoten nicht gelöst. Nur 0,5 Prozent der bundesweiten Impfquote wurden durch Impfungen in Apotheken erzielt, 95,5 Prozent durch Impfungen in Arztpraxen. "Diese Zahlen liegen für Baden-Württemberg leider nicht vor. Aber ich gehe davon aus, dass es bei uns ähnlich sein wird", sagt Winfried Plötze. Von der neuen Landesregierung fordert er mehr niederschwellige Impfangebote und mehr Aufklärungsarbeit, um generell die Impfquoten in Baden-Württemberg zu erhöhen.
| Anteil Versicherte mit Influenza-Impfung im Jahr 2023 im Alter von ... Jahren in Prozent | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| gesamt | 60 - 64 | 65-69 | 70-74 | 75-79 | 80-84 | 85-89 | ab 90 | |
| Baden-Württemberg | 29,7 | 17,3 | 25,6 | 31,3 | 35,9 | 38,1 | 38,8 | 41,0 |
| Bundesdurchschnitt | 40,8 | 24,8 | 3552,3,3 | 42,7 | 48,5 | 52 | 52,3 | |
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