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Mehr Magen-Darm-Infektionen in Baden-Württemberg

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Stuttgart, 16. November 2022 – In Baden-Württemberg nehmen die Magen-Darm-Infektionen zu. Wie aus Daten des Robert Koch-Instituts hervorgeht, liegen die Zahlen der gemeldeten Norovirus- und Rotavirusinfektionen bereits jetzt über denen des Vorjahres. 

Demnach gab es bis zum Ende der Kalenderwoche 44 bereits 2.938 Fälle meldepflichtiger Norovirus-Infektionen. Im gleichen Zeitraum der Vorjahre waren es 2.174 (2021) beziehungsweise 2.079 (2020). Noch deutlicher fällt der Anstieg bei Infektionen mit dem Rotavirus aus. Hiervon gab es bis zum 9. November 2022 1.430 Fälle in Baden-Württemberg, nach 394 (2021) und 325 (2020) in den Vorjahreszeiträumen. "Die strengen Hygienemaßnahmen aufgrund der Corona-Pandemie hatten einen positiven Nebeneffekt. Sie ließen die Infektionszahlen auch bei anderen Krankheitserregern deutlich sinken. Weil viele Maßnahmen gelockert wurden, können sich virale Magen-Darm-Erkrankungen wieder vermehrt ausbreiten. Zumal wir uns jahreszeitbedingt jetzt wieder häufiger in geschlossenen Räumen aufhalten", sagt Winfried Plötze, Landesgeschäftsführer der Barmer in Baden-Württemberg.

Ähnliche Symptome, aber unterschiedlicher Krankheitsverlauf

Sowohl Noro- als auch Rotaviren seien hochansteckend und die häufigste Ursache von Magen-Darm-Erkrankungen. Übertragen würden beide Erreger von Mensch zu Mensch, meist über eine sogenannte Schmierinfektion. Auch die Symptome seien sehr ähnlich. Typisch seien starke Durchfälle und heftiges, oft schwallartiges Erbrechen. Häufig begleitet von Bauchkrämpfen, Kopf- und Muskelschmerzen, Erschöpfung und teilweise auch Fieber. "Beide Erreger verursachen sehr schnell Symptome. Wer sich ansteckt, wird ganz plötzlich und innerhalb weniger Stunden krank", so Plötze. Während Norovirusinfektionen in den allermeisten Fällen nach zwölf bis 72 Stunden wieder abklingen würden, könnten durch das Rotavirus ausgelöste Erkrankungen bis zu sechs Tage andauern. Auch wenn Durchfall und Erbrechen sehr unangenehm seien, sei das Norovirus für gesunde Menschen in der Regel ungefährlich. Infektionen mit dem Rotavirus könnten dagegen gerade bei Säuglingen und Kleinkindern einen schweren Verlauf nehmen. "Menschen mit einem geschwächtem Immunsystem oder ältere Erkrankte sollten im Zweifel immer ärztlichen Rat suchen. Das gilt ebenso für Kleinkinder, egal um welchen Erreger es sich handelt", rät Plötze.

Händewaschen ist ein absolutes Muss 

Trotz eines hohen Infektionsrisikos könne man sich schützen. "Der wichtigste und gleichzeitig effektivste Schutz gegen Infektionen mit Noro- oder Rotaviren ist Hygiene", sagt der Barmer-Landeschef. Beim Nachhause kommen, bei der Essenszubereitung und auch nach jedem Toilettengang sei Händewaschen ein absolutes Muss. Wer ganz sichergehen möchte, desinfiziere Hände und den WC-Sitz. So lasse sich im besten Fall eine Übertragung von Hand zu Mund vermeiden. Für Säuglinge empfehle die Ständige Impfkommission zudem eine Schluckimpfung gegen Rotaviren. Kleinkinder im Alter bis zwei Jahren seien aufgrund noch fehlender Immunität besonders gefährdet für einen schweren Krankheitsverlauf.

Weitere Informationen zum Schutz vor Infektionskrankheiten 

Das Balkendiagramm zeigt, wie viele Menschen in Baden-Württemberg in den Jahren 2020, 2021 und 2022 eine Norovirus- oder Rotavirusinfektion hatten. Die Zahlen sind vom Robert Koch-Institut.

Quelle: RKI

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