Darmkrebsmonat März

Barmer in Baden-Württemberg ruft zur Darmkrebsvorsorge auf

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Stuttgart, 18. März 2024 – Anlässlich des Darmkrebsmonats März ruft die Barmer in Baden-Württemberg zur Darmkrebsvorsorge auf. Denn diese werden von zu wenigen genutzt, wie aus den Daten des Barmer Instituts für Gesundheitssystemforschung (bifg) hervorgeht. Über ein niederschwelliges Angebot versucht die Barmer, die Darmkrebsvorsorge zu erleichtern.

Nur zwei Prozent der Anspruchsberechtigten gingen in Baden-Württemberg zur Darmspiegelung

Ein Mann mit Brille, Glatze, Anzug und Krawatte sitzt in einem Sessel und spricht zu einer anderen Person.

Winfried Plötze, Landesgeschäftsführer der BARMER in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg ließen laut bifg rund 5,3 Prozent der anspruchsberechtigten Männer und Frauen im Jahr 2022 einen immunologischen Stuhltest zur Früherkennung von Darmkrebs durchführen. Im Jahr 2021 waren es etwa 5,8 Prozent. Im Vergleich zu 2019 ist die Quote um rund 27 Prozent gesunken. Eine Darmspiegelung ließen im Jahr 2022 nur 2,4 Prozent der Männer ab 50 und zwei Prozent der Frauen ab 55 Jahre durchführen. "Ich kann nur an alle appellieren, die Angebote zur Darmkrebsfrüherkennung zu nutzen. Je früher der Tumor oder Darmpolypen als dessen Vorstufe erkannt werden, desto besser ist die Heilungschance. Sie liegt dann zwischen 70 und 95 Prozent", sagt Winfried Plötze, Landesgeschäftsführer der Barmer in Baden-Württemberg.

Keine Beschwerden, keine Vorsorgeuntersuchung. Das ist fatal.

Letztes Jahr führte die Barmer eine bundesweite Online-Umfrage unter 1.500 Personen zum Thema Krebsfrüherkennung durch. Ein Drittel derjenigen, die nicht zur Darmkrebsvorsorge gingen, begründete das damit, dass sie keinerlei Symptome spürten. "Das ist fatal, denn Darmkrebs wächst sehr langsam und unbemerkt. Meist über einen Zeitraum von zehn bis 15 Jahren. Der Tumor macht sich oft erst bemerkbar, wenn er schon weit fortgeschritten ist. Und dann endet er meist tödlich", so Plötze. Nicht nur bei der Darmkrebsvorsorge, auch bei den anderen Angeboten zur Krebsfrüherkennung fühle sich nur ein Viertel der Befragten vom Arbeitgeber unterstützt. Etwa in Bezug auf das Wahrnehmen von Vorsorgeterminen während der Arbeitszeit.

Digitale Darmkrebsfrüherkennung als niederschwelliges Angebot

Um die Darmkrebsvorsorge zu erleichtern, biete die Barmer ein niedrigschwelliges Angebot an. Über die BARMER-App würden Versicherte ab 40 Jahre zur Früherkennung eingeladen. Gesetzlich sei das erst ab 50 Jahren vorgesehen. Über einen Link könne dann ein immunologischer Stuhltest kostenlos bestellt und anschließend kostenlos zur Auswertung in ein Labor geschickt werden. Von 744.400 eingeladenen Versicherten hätten 116.600 diese Möglichkeit zur digitalen Darmkrebsfrüherkennung genutzt. Das entspreche einer Quote von 15,7 Prozent. Das Angebot zur Darmkrebsfrüherkennung komme vor allem bei den Menschen zwischen 40 und 49 Jahren gut an. In dieser Altersgruppe seien 4,5 Prozent der Tests positiv gewesen. Insgesamt hätten sich bei 6,3 Prozent aller Tests positive Befunde ergeben, am häufigsten mit 9,3 Prozent bei den über 60-Jährigen. Plötze: "Dass wir die Teilnahmequote über unser neues Einladungserfahren erhöhen konnten zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Am Ziel sind wir aber noch nicht."

Sogenannte maligne Tumoren im Darm sind nach Brustkrebs die zweithäufigste Krebsart bei Frauen und die dritthäufigste bei Männern, nach Prostata- und Lungenkrebs. Im Jahr 2020 erkrankten in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts rund 30.500 Männer und 24.200 Frauen an Darmkrebs. Die Zahl der Sterbefälle lag bei mehr als 23.700. 

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