Jobcenter Pforzheim und gesetzliche Krankenkassen fördern gemeinsam die Gesundheit von Arbeitslosen

Pforzheim, 01.12.2017 - Statistiken zeigen, dass arbeitslose Menschen durchschnittlich weniger gesund sind als arbeitende Menschen. Dies belastet zum einen die ohnehin schwierige persönliche Lebenssituation und zugleich erschwert es den Einstieg in Arbeit. Um diesen „ungesunden“ Kreislauf zu durchbrechen, beteiligen sich das Jobcenter Pforzheim und die gesetzlichen Krankenkassen aus der Region am bundesweiten „Modellprojekt zur Verzahnung von Arbeits- und Gesundheitsförderung“. Gemeinsam bauen sie ein Netzwerk zur Gesundheitsförderung von erwerbslosen Menschen auf. Ab sofort wird im Jobcenter Pforzheim eine eigens dafür eingestellte und qualifizierte Lotsin die Arbeitssuchenden über die speziell auf sie ausgerichteten Angebote der gesetzlichen Krankenkassen, etwa zur gesunden Ernährung, Stressbewältigung und Bewegung, informieren. Die Finanzierung dieser Stelle erfolgt durch die Kassen im Rahmen des Präventionsgesetzes.

Langzeitarbeitslose sind oft psychisch belastet

Ziel des Modellprojekts ist, die Gesundheit arbeitsloser Menschen zu stärken und damit deren Chancen auf den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt zu erhöhen. Bei vielen Betroffenen fallen die Tagesstrukturen weg, sie verlieren soziale Kontakte und damit oft auch das eigene Selbstwertgefühl. „Arbeitslose sind im hohen Maße gesundheitlich gefährdet, das zeigen unsere Daten“, sagt Winfried Plötze, Landesgeschäftsführer der Barmer Baden-Württemberg. So würden Menschen ohne Arbeit überdurchschnittlich oft wegen einer psychischen Störung im Krankenhaus behandelt. „Im ungünstigsten Fall bedingt das Eine das Andere“, so Plötze weiter. „Arbeitslosigkeit kann die Gesundheit negativ beeinflussen, die wiederum dazu führen kann, dass eine Beschäftigung nicht aufgenommen werden kann.“ „Gemeinsam Gesundheit stärken ist absolut sinnvoll, daher begrüße  ich die Zusammenarbeit mit den Krankenkassen, die der Gesundheitsprävention arbeitsloser Menschen dient. So können wir beide ein gemeinsames Ziel verfolgen: Die Kassen können die Folgekosten senken und wir als Stadt können dafür sorgen, dass arbeitslose Menschen besser in den Arbeitsmarkt integriert werden können“, so Bürgermeisterin Monika Müller.
Mit der heutigen Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung durch die Projektpartner beginnt die Umsetzung konkreter Schritte zur Gesundheitsförderung von Arbeitslosen. Bei einem Gesundheitstag am 15.02.2018 in Pforzheim können sich Interessierte über die Möglichkeiten der Gesundheitsförderung informieren. „Eine überaus sinnvolle Ergänzung zur normalen Vermittlungsdienstleistung die wir sehr gerne als regional verankerte Gesundheitskasse mit unterstützen“, so Hartmut Keller, Geschäftsführer der AOK Nordschwarzwald.

Über das GKV-Bündnis für GESUNDHEIT:
Das GKV-Bündnis für Gesundheit ist eine gemeinsame Initiative der gesetzlichen Krankenkassen zur Weiterentwicklung und Umsetzung von Gesundheitsförderung und Prävention in Lebenswelten. Das Bündnis fördert dabei u. a. Strukturaufbau und Vernetzungsprozesse, die Entwicklung und Erprobung gesundheitsfördernder Konzepte, insbesondere für sozial und gesundheitlich benachteiligte Zielgruppen, sowie Maßnahmen zur Qualitätssicherung und wissenschaftlichen Evaluation. Der GKV-Spitzenverband hat gemäß § 20a Abs. 3 und 4 SGB V die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung damit beauftragt, die Aufgaben des GKV-Bündnisses für Gesundheit mit Mitteln der Krankenkassen umzusetzen.

Ihre Ansprechpartnerin:

Marion Busacker
Telefon: 0800 333004-351130
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Webcode dieser Seite: p008656 Autor: Barmer Erstellt am: 01.12.2017 Letzte Aktualisierung am: 14.12.2017
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