Beschäftigte in Heimen sind am längsten krank

Stuttgart, 22. Dezember 2020 – Beschäftigte in baden-württembergischen Heimen waren im Jahr 2019 landesweit am längsten krankgeschrieben. Das geht aus dem Barmer-Gesundheitsreport hervor, der das sogenannte Arbeitsunfähigkeitsgeschehen nach Branchen untersucht hat. Wer beispielsweise in Alten-, Pflege- oder Behindertenheimen arbeitet, war mehr als 24 Tage und damit fast neun Tage länger krankgeschrieben als durchschnittliche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Baden-Württemberg. "Die Beschäftigten in dieser Branche waren schon vor der Coronapandemie am Limit. Vor allem die psychische Belastung macht ihnen zu schaffen", sagt Winfried Plötze, Landesgeschäftsführer der Barmer in Baden-Württemberg. Die psychischen Erkrankungen hätten mehr als 27 Prozent der Fehlzeiten in dieser Branche verursacht, gefolgt von Muskel-Skelett-Erkrankungen wie etwa Rückenschmerzen. Plötze: "Durch die vielen Krankheitstage erhöht sich die Arbeitsbelastung für die verbliebenen Kolleginnen und Kollegen in den Heimen. Diese Situation kann auf Dauer krankmachen. Das ist ein Teufelskreis, den wir durchbrechen müssen. Das wird uns nur über bessere Arbeitsbedingungen gelingen." In Baden-Württemberg arbeiten fast 130.000 Menschen in Heimen. 79 Prozent der bei der Barmer versicherten Personen aus dieser Branche sind Frauen, zwei Drittel sind zwischen 40 und 69 Jahre alt. 

Hohe Fehlzeiten auch bei Post-, Kurier- und Expressdiensten

Viele Krankheitstage verzeichnet auch eine Branche, die gerade in der Vorweihnachtszeit im Fokus steht: Post-, Kurier- und Expressdienste. Laut der Barmer-Studie kamen die baden-württembergischen Beschäftigten aus dieser Branche im letzten Jahr auf durchschnittlich 23,8 Fehltage, hauptsächlich verursacht durch Muskel-Skelett-Erkrankungen. Am gesündesten seien Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der IT-Branche. Pro Person ermittelte die Barmer in Baden-Württemberg weniger als neun Krankheitstage. 

Der Barmer-Gesundheitsreport steht unter www.bifg.de zum Download zur Verfügung.

Ansprechpartnerin für Journalisten

Marion Busacker

Pressesprecherin Barmer Baden-Württemberg
Telefon: 0800 333004-351130
E-Mailpresse.bw@barmer.de 

Webcode dieser Seite: p016322 Autor: Barmer InternetredaktionLetzte Aktualisierung: 22.12.2020
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