Zu sehen ist ein Rettungssanitäter, der eine Jacke mit der Aufschrift Rettungsdienst trägt.
Pressemitteilung

Rettungsdienst in Sachsen-Anhalt mit sinkenden Einsatzzahlen: Barmer-Analyse zur Notfallversorgung im Jahr 2040

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  • Bis zum Jahr 2040 könnten in Sachsen-Anhalt ambulante Notfallbehandlungen in Kliniken voraussichtlich um rund acht Prozent und Rettungsdiensteinsätze um mehr als fünf Prozent abnehmen.
  • Damit entwickelt sich die Inanspruchnahme der Notfallversorgung in Sachsen-Anhalt entgegen dem Bundestrend, der einen Anstieg um rund 21 Prozent bzw. knapp 13 Prozent sieht.
  • Auch innerhalb des Bundeslandes gibt es deutliche regionale Unterschiede bei der prognostizierten Inanspruchnahme des Notfallsystems im Jahr 2040.
  • Birgit Dziuk, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Sachsen-Anhalt: „Die Notfallversorgung entwickelt sich regional sehr unterschiedlich. Deshalb braucht es eine sektorenübergreifende Ressourcenplanung, die bundesweite Standards sichert und zugleich regionale Bedarfe berücksichtigt.“
     

Magdeburg, 26. Oktober 2026 – Entgegen dem Bundestrend könnte die Inanspruchnahme der Notfallversorgung in Sachsen-Anhalt in den kommenden Jahren sinken. Das geht aus einer Analyse des Barmer Instituts für Gesundheitssystemforschung hervor. Demnach könnte die Zahl ambulanter Notfallbehandlungen in Krankenhäusern in Sachsen-Anhalt bis zum Jahr 2040 um rund acht Prozent sinken, während sie bundesweit um rund 21 Prozent stiege. Rettungsdiensteinsätze mit Patiententransport könnten hierzulande um mehr als fünf Prozent abnehmen. Bundesweit könnten sie um knapp 13 Prozent steigen. „Dass die Inanspruchnahme der Notfallversorgung in Sachsen-Anhalt voraussichtlich zurückgeht, ist vor allem auf den Bevölkerungsrückgang und die vergleichsweise stabile hausärztliche Versorgung zurückzuführen. Wo Patientinnen und Patienten weiterhin gut hausärztlich versorgt werden, die bereitschaftsdienstliche Versorgung gut funktioniert und die Einwohnerzahlen sinken, nimmt auch der Druck auf Rettungsdienste und Notaufnahmen ab“, sagt Birgit Dziuk, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Sachsen-Anhalt. Um die hausärztliche Versorgung in Zukunft weiter zu stärken, sei die Delegation von heute als ärztlich verstandenen Tätigkeiten an therapeutische und pflegerische Berufe notwendig.

Regionale Inanspruchnahme entwickelt sich sehr unterschiedlich

Für die Barmer-Analyse wurde die Inanspruchnahme der Notfallversorgung in bundesweit 984 Regionen untersucht. Laut der Auswertung gibt es auch innerhalb Sachsen-Anhalts deutliche regionale Unterschiede bei der prognostizierten Inanspruchnahme des Notfallsystems im Jahr 2040. Demnach könnten sich die ambulanten Notfallbehandlungen im Krankenhaus je nach Region unterschiedlich entwickeln, von einem Anstieg um sieben Prozent in der Region Zerbst bis zu einem Rückgang rund 16 Prozent in der Region Eisleben. Bei den Rettungsdiensteinsätzen mit Patiententransport reicht die prognostizierte Entwicklung von einem Anstieg um rund vier Prozent in Haldensleben bis zu einem Rückgang um rund elf Prozent in Eisleben. „Da sich die Nutzung der Notfallversorgung in Deutschland sehr unterschiedlich entwickelt, ist eine regionale Differenzierung bei einer sektorenübergreifenden Ressourcenplanung unbedingt erforderlich. Wir brauchen bundeseinheitliche Qualitätsstandards, aber keine Versorgung nach einem starren Einheitsmodell. Gerade in Sachsen-Anhalt müssen Bevölkerungsentwicklung, hausärztliche Versorgung und regionale Erreichbarkeit möglichst präzise aufeinander abgestimmt werden“, so Dziuk.

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Annemarie Söder
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