Sitzungen

Berichte und Termine der Verwaltungsratssitzungen 2022

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Berichte von den Sitzungen des Verwaltungsrats und wichtigen Veranstaltungen

Gemeinsam die Barmer in eine erfolgreiche Zukunft führen

Der Verwaltungsrat der Barmer hat am 16. September 2022 mit Wirkung für die Amtszeit ab 1. Januar 2023 ein neues Vorstandsmitglied und eine neue stellvertretende Vorstandsvorsitzende gewählt.

Verwaltungsrat ernennt Simone Schwering zur stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden

Barmer-Vorstandsmitglied Simone Schwering wird zum 1. Januar 2023 stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Krankenkasse. Das hat der Verwaltungsrat der Barmer bei seiner Sitzung am 16. September 2022 in Berlin beschlossen.

Der derzeitige stellvertretende Vorstandsvorsitzende Jürgen Rothmaier wird zum Jahreswechsel in den Ruhestand gehen. „Mit der Ernennung von Frau Schwering zur stellvertretenden Vorstandsvorsitzen würdigen wir ihren herausragenden Einsatz für die Kasse.

Die zahlreichen von ihr angestoßenen Projekte und konkreten Maßnahmen zur Weiterentwicklung des Unternehmens stellen wichtige Grundlagen für den Erfolg der Barmer dar“, erklärte der Vorsitzende des Barmer-Verwaltungsrats, Bernd Heinemann. Schwering bleibt auch in neuer Funktion für die Bereiche Personal, Organisation/Beitrag und Zentrale Dienste zuständig.

Ulrike Hauffe, Simone Schwering, Siegmar Nesch, Bernd Heinemann

Von links nach rechts: Ulrike Hauffe, Simone Schwering, Siegmar Nesch, Bernd Heinemann

Siegmar Nesch wird neuer Vorstand bei der Barmer

Der Verwaltungsrat der Barmer hat bei seiner Sitzung am 16. September 2022 in Berlin Siegmar Nesch in den Vorstand der Krankenkasse berufen. Der Diplom-Betriebswirt und langjährige stellvertretende Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg soll zum 1. Januar 2023 seine Tätigkeit im dreiköpfigen Vorstand der Barmer aufnehmen.

Er folgt auf Jürgen Rothmaier, der nach 45 Jahren Tätigkeit bei der Barmer zum Ende des Jahres in den Ruhestand geht. Nesch übernimmt von seinem Vorgänger die Bereiche Informationstechnologie, Marketing und Vertrieb. „Unser neues Vorstandsmitglied kennt das Kassengeschäft von der Pike auf.

Neschs langjährige Expertise und Führungsverantwortung in herausgehobenen Positionen prädestinieren ihn für eine erfolgreiche Arbeit im Barmer-Vorstand“, erklärt der Verwaltungsratsvorsitzende der Kasse, Bernd Heinemann.

Mit einer Ausbildung zum Sozialversicherungsfachangestellten bei der AOK in Baden-Württemberg und einem Studium der BWL startete Siegmar Nesch seinen Werdegang bei der Krankenkasse. In den Folgejahren war er unter anderem Bevollmächtigter des Vorstandsvorsitzenden sowie Bevollmächtigter des Vorstandes, ehe er viele Jahre als stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg gewirkt hat.

Zuletzt war er als selbständiger Unternehmensberater tätig. In einer ersten Stellungnahme von Siegmar Nesch heißt es: „In meiner zukünftigen Funktion als Vorstandsmitglied möchte ich meinen Beitrag dazu leisten, die Wettbewerbsposition der Barmer weiter zu stärken.

Ich freue mich darauf, in dieser verantwortungsvollen Position gemeinsam mit meiner Vorstandskollegin und meinem Vorstandskollegen die vielfältigen Potenziale der Kasse zur Entfaltung zu bringen.“

Abstimmung

Eckpunkte für Gesundheitskioske

Das im Koalitionsvertrag von SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP festgehaltene Ziel, in besonders benachteiligten Kommunen und Stadtteilen niedrigschwellige Beratungsangebote für Behandlung und Prävention einzurichten, wird konkreter.

Der Bundesminister für Gesundheit, Karl Lauterbach, hat letzte Woche Eckpunkte für die bundesweite Errichtung von Gesundheitskiosken vorgestellt.

So ist geplant, dass deutschlandweit langfristig 1.000 Gesundheitskioske eine leicht zugängliche Beratung für Patientinnen und Patienten in sozial benachteiligten Regionen anbieten und insbesondere Aufgaben der öffentlichen Daseinsvorsorge übernehmen.

Dabei sollen die Menschen erreicht werden, die eine besondere Unterstützung und Koordinierung benötigen. Obwohl die gesetzlichen Krankenkassen die Kioske zu 75 Prozent finanzieren sollen, liegt das alleinige Initiativrecht bei den Kommunen.

Die aktuellen Überlegungen sehen vor, pro 80.000 Einwohner einen Gesundheitskiosk zu errichten. Das in diesem Ausmaß geplante Vorhaben wird von der Barmer abgelehnt, denn es ist teuer, zu pauschal und führt zu Doppelstrukturen in der Versorgung.

Barmer als erste große Krankenkasse klimaneutral

Die Barmer verstärkt ihr Engagement beim Klima- und Umweltschutz. Sie ist mit ihren 8,7 Millionen Versicherten die erste große Krankenkasse Deutschlands, die nun an allen Standorten klimaneutral arbeitet.

Bereits im Jahr 2021 hat die Barmer ihren CO2-Ausstoß gegenüber dem Jahr 2019 um 39 Prozent senken können, was rund 30.000 Tonnen gesundheitsschädliches Kohlendioxid ausmacht. Der verbliebene CO2-Ausstoß wird jetzt durch die Unterstützung klimafreundlicher Projekte kompensiert. „Als großer Player im deutschen Gesundheitswesen übernimmt die Barmer beim Klimaschutz eine Vorreiterrolle.

Damit will die Barmer auch alle übrigen Akteure des Gesundheitswesens motivieren, Nachhaltigkeit als wichtigen Bestandteil ihrer Arbeit anzupacken.

Der Gesetzgeber ist gefordert, Nachhaltigkeit im Sozialgesetzbuch zu verankern, um die Verantwortung aller Beteiligten im deutschen Gesundheitswesen zu unterstreichen.

Bereits seit dem Jahr 2020 nutzt die Barmer bundesweit Ökostrom. Allein dadurch hat sie rund 6.800 Tonnen CO2 eingespart. Gebäude werden schrittweise nach energetischen Kriterien saniert und der Postversand sowie der Papierverbrauch reduziert.

Der verstärkte Einsatz von Dienstfahrrädern und die Reduktion von Dienstreisen unterstreichen diesen konsequenten Ansatz.

Die unmittelbaren negativen Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit müssen dazu führen, dass nachhaltiges Handeln zu einer direkten Aufgabe aller werden muss, auch der Akteure im Gesundheitswesen.

Barmer-Krankenhausreport 2022 – Konzentration stationärer Leistungen möglich

Zehntausende Patientinnen und Patienten in Deutschland könnten von mehr Qualität bei Hüft-, Knie- und Herzoperationen profitieren und vor Gelegenheitschirurgie bewahrt werden. Dabei müssten sie nur geringfügig längere Fahrzeiten zur Klinik in Kauf nehmen.

Das geht aus dem aktuellen Krankenhausreport der Barmer hervor, der heute in Berlin vorgestellt wurde. Darin wurde für fünf Prozent der Hüft- und Knieoperationen sowie für drei Prozent der Herzinfarkteingriffe geprüft, ob sie sich von Standorten mit der geringsten Routine an Kliniken mit höheren Fallzahlen verlagern lassen.

Dort haben die Ärztinnen und Ärzte sowie das Pflegepersonal in der Regel eine höhere Expertise. Bereits bei diesen niedrigen Schwellenwerten könnten pro Jahr mindestens 18.000 der insgesamt mehr als 500.000 Hüft- und Knie-OPs an anderen Standorten durchgeführt werden, ohne dass sich die Fahrzeit für die Patienten deutlich verlängert.

Analog ließen sich von den rund 400.000 Eingriffen am Herzen über 8.000 verlagern. Durch höhere Schwellenwerte könnten sogar noch deutlich mehr Eingriffe an Kliniken mit mehr Expertise erfolgen, ohne dass die Erreichbarkeit darunter leide.

„Auch vor der angestrebten Reform der Krankenhausversorgung können bereits heute durch die konsequente Verlagerung von Operationen in Kliniken mit mehr Erfahrung und besserer Ausstattung Qualität und Patientensicherheit deutlich erhöht werden. Diese Potenziale gilt es jetzt im Sinne der Patienten konsequent zu heben.

Immer noch gibt es in Deutschland viele Kliniken, die in einzelnen Leistungssegmenten nur sehr wenige Behandlungen pro Jahr durchführten. Exemplarisch hat der Krankenhausreport zwei Bereiche analysiert, nämlich die Endoprothetik und Osteosynthese an Knie und Hüfte sowie die Kardiologie und Kardiochirurgie zur Behandlung des Herzinfarkts.

Laut dem Krankenhausreport sind die Potenziale zur Verlagerung von Operationen regional sehr unterschiedlich. Besonders in Ballungszentren Nordrhein-Westfalens, Bayerns und Hessens sowie in den Stadtstaaten können ohne Probleme viele Eingriffe verlagert werden, weil zahlreiche andere Häuser in relativ geringer Distanz vorhanden sind.

In Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen stellt sich die Situation hingegen anders dar. Aufgrund der geringeren Klinikdichte seien hier Verlagerungen nur begrenzt möglich. „In manchen Bundesländern gibt es weniger Potenzial für Verlagerungen.

Aber auch hier kann die Qualität der Versorgung signifikant verbessert werden. Die Barmer hat in ihrem 10-Punkte-Papier zur sektorenübergreifenden Versorgung einige Vorschläge gemacht, wie auch in diesem Fall die Versorgung optimiert werden kann.

Barmer Gesundheitsreport

Wie oft, wie lange und aus welchem Grund sind Beschäftigte krankgeschrieben? Der aktuelle Gesundheitsreport der Barmer liefert hierzu einen detaillierten Überblick. Dabei zeigt sich: Im Vergleich zum Vorjahr sind die erkrankungsbedingten Fehlzeiten erneut zurückgegangen.

Außerdem analysiert die Studie die unterschiedlichen Gründe für Arbeitsunfähigkeit bei Männern und Frauen. Als Unternehmen können Sie die Ergebnisse nutzen, um Arbeitsausfälle durch gezielte Maßnahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements zu reduzieren.

Der Barmer Gesundheitsreport wertet Jahr für Jahr die Krankmeldungen der Erwerbstätigen aus, die bei der Barmer versichert waren.

Er gibt Aufschluss über häufige Gründe für Arbeitsunfähigkeiten, informiert über die durchschnittliche Erkrankungsdauer und den Krankenstand nach Geschlecht, Alter, Bundesland und Berufsgruppen.

Schwerpunkt der diesjährigen Auswertung sind die genderspezifischen Unterschiede im Hinblick auf gesundheitliche Probleme und Erkrankungen.

Hierbei geht die Studie der Frage nach, inwieweit sich beobachtete geschlechtsabhängige Unterschiede durch andere Faktoren, insbesondere durch das Berufsspektrum erklären lassen.

Betriebliches Gesundheitsmanagement – Nur gemeinsam sind wir stark

Angesichts der weltweiten Krisen, die viele Menschen belasten, fällt es nicht leicht, optimistisch in die Zukunft zu blicken. Etliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fühlen sich unausgeglichen und zunehmend gestresst.

So ist es nicht verwunderlich, dass es ihnen schwerfällt, ihre seelische Gesundheit zu stärken und sich psychische Belastungen immer mehr ausbreiten. Um Unternehmen in diesen schwierigen Zeiten zu unterstützen, bietet die Barmer verschiedene Bausteine für das Betriebliche Gesundheitsmanagement an, die die Förderung eines gesunden und generationenübergreifenden Miteinanders in den Fokus stellen.

Die verschiedenen Angebote richten sich sowohl an Führungskräfte als auch an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und können in Präsenz oder digital durchgeführt werden. 

Grußwort von Klaus Holetschek - Staatsminister für Gesundheit und Pflege

Zu Beginn der Verwaltungsratssitzung in München richtete der Bayerische Staatsminister für Gesundheit und Pflege ein Grußwort an den Verwaltungsrat der Barmer.

Er würdigte die Impulse der Barmer unter anderem für die sektorenübergreifende Versorgung in Bayern und ging auf aktuelle gesundheitspolitische Themen ein. Die drohende Finanzlücke bei der gesetzlichen Krankenversicherung erfordert nach Ansicht von Bayerns Gesundheitsminister ein schnelles Eingreifen der Bundesregierung.

Er forderte die Bundesregierung auf, den Krankenkassen so rasch wie möglich Planungssicherheit für 2023 zu geben. 

Jahresabschluss 2021 und Entlastung des Vorstandes 

Das Haushaltsjahr 2021 wurde maßgeblich durch die anhaltende COVID-19-Pandemie und die Gesetzesregelung zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung und Pflege (GPVG) beeinflusst. Die Auswirkungen der Pandemie sowie die zahlreichen Reformgesetze der letzten Jahre haben ihre Spuren bei der Einnahmen- und Ausgabenentwicklung in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hinterlassen.

Im Juni 2020 hatte die Regierungskoalition eine „Sozialgarantie“ ausgesprochen. Danach sollten die Sozialversicherungsbeiträge im Jahr 2021 bei maximal 40 Prozent stabilisiert werden, indem darüber hinaus gehende Finanzbedarfe aus dem Bundeshaushalt gedeckt werden.

Tatsächlich sahen die Regelungen des GPVG jedoch vor, dass die Mittel zur Einhaltung der Sozialgarantie nur zu einem kleineren Teil von fünf Milliarden Euro als Bundeszuschuss gezahlt werden. Weitere drei Milliarden sollte die Anhebung des durchschnittlichen GKV-Zusatzbeitrags um 0,2 Prozentpunkte aufbringen.

Der weitaus größte Teil von acht Milliarden Euro sollte den Vermögensreserven der gesetzlichen Kassen entnommen werden.

Auch bei der Barmer war früh abzusehen, dass sich die Ausgabendynamik wieder deutlich beschleunigen wird. Dies zwang die Barmer nach Jahren der Beitragssatzstabilität, bei ihrer Anpassung des Beitragssatzes moderat über die Anhebung des durchschnittlichen GKV-Zusatzbeitrags hinaus zu gehen. Der kassenindividuelle Zusatzbeitragssatz wurde ab dem 1. Januar 2021 auf 1,5 Prozent festgelegt. 

Die Entwicklung der Leistungsausgaben hat insbesondere zum Jahresende hin deutlich an Fahrt aufgenommen. Nur wenige Bereiche waren davon ausgenommen. Die Veränderungsraten der Barmer haben sich daher gegenüber den Vorjahresergebnissen erhöht.

Hier ist jedoch zu berücksichtigen, dass die massiven Mengeneinbrüche im Vorjahr einen erheblichen Ausgabenrückgang bewirkt hatten. Die Barmer weist damit in ihrem Jahresergebnis 2021 einen Überschuss in Höhe von 159 Millionen Euro aus.

Auch für das Jahr 2022 haben Expertinnen und Experten der GKV unter den gegebenen Rahmenbedingungen eine Finanzierungslücke prognostiziert. Ohne flankierende Maßnahmen durch die Politik käme es zu einem erneuten Anstieg des erforderlichen GKV-Zusatzbeitragssatzes.

Die Regierungskoalition hält jedoch an der „Sozialgarantie“ fest. Der Bundestag setzte deshalb in seiner Sitzung am 18. November 2021 den ergänzenden Bundeszuschuss für 2022 von bisher sieben auf 14 Milliarden Euro fest. Für die Barmer bedeutet das eine stabile Zusatzbeitragsentwicklung im Jahr 2022.

Das Jahr 2021 war im Bereich der Leistungsausgaben durch die COVID-19-Pandemie geprägt. Ein Vergleich der Ausgabensteigerungen mit dem Vorjahr ist daher nur bedingt aussagekräftig. Aufgrund der „Lockdown-Situation“ verliefen die Leistungsausgaben im ersten Halbjahr 2021 zunächst günstiger als ursprünglich erwartet.

Das dritte Quartal 2021 war hingegen durch eine Normalisierung bis hin zu Nachholeffekten der Leistungsinanspruchnahme der Versicherten gekennzeichnet. Im Verlauf des vierten Quartals dynamisierte sich die Pandemieentwicklung aufgrund der Omikron-Variante deutlich.

Viele zusätzliche Ausgaben im Bereich der ärztlichen Behandlung resultierten zusätzliche Aufwendungen insbesondere durch die Corona-Testungen. Ebenfalls sind weitere Ausgabenpositionen wie die Schutzausrüstung und der Betrieb von Testzentren angefallen.

Darüber hinaus ist es im Rahmen des Terminservice- und Versorgungsgesetzes zu weiteren Kostenausweitungen gekommen.

Barmer-Verwaltungsrat – Countdown zur Sozialwahl 2023 läuft

Der Countdown bis zur nächsten Sozialwahl läuft. In knapp einem Jahr, am 31. Mai 2023, werden rund 7,1 Millionen Mitglieder der Barmer die Möglichkeit haben, den Verwaltungsrat ihrer Krankenkasse neu zu wählen. Wahlberechtigt sind alle Mitglieder, die am Stichtag 1. Januar 2023 ihr 16. Lebensjahr vollendet haben.

„Mit ihrer Stimmabgabe wählen die Mitglieder der Barmer, wer ihre Interessen im Verwaltungsrat vertritt. Sie können damit Einfluss auf alle Entscheidungen der Kasse von grundsätzlicher Bedeutung nehmen. Denn das 30-köpfige Gremium entscheidet unter anderem über den fast 46 Milliarden Euro umfassenden Haushalt“, sagt Bernd Heinemann, Verwaltungsratsvorsitzender der Barmer, anlässlich der Sitzung des Verwaltungsrates in München.

Die alle sechs Jahre stattfindende Sozialwahl sei ein wichtiges Element demokratischer Mitbestimmung in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung. Eine hohe Wahlbeteiligung stärke die Interessen der Versicherten.

Erstmals könnten die Wählerinnen und Wähler im kommenden Jahr ihre Stimme alternativ zur traditionellen Briefwahl im Rahmen eines Modellprojektes auch online abgeben.

Verwaltungsrat treibt digitale Gesundheits- und Serviceangebote voran

Neben dem Haushalt beschließt der Verwaltungsrat zudem zusätzliche Satzungsleistungen, die über den gesetzlichen Rahmen hinausgehen.

In der jetzigen Legislaturperiode habe das Gremium zudem digitale Gesundheits- und Serviceangebote für die Versicherten vorangetrieben. Ein Beispiel dafür sei der Barmer-Kompass, der per App und Desktop die Kommunikation mit der Kasse und das Abrufen von Bearbeitungsständen sowie Entscheidungen ermögliche.

„Seit Februar 2020 können Versicherte den aktuellen Bearbeitungsstatus ihres Krankengeldantrags digital verfolgen“, so Heinemann. Neben dem im Mai dieses Jahres neu hinzugekommenen Heil- und Kostenplan für Zahnersatz umfasse der Kompass mittlerweile auch die Einsicht in den Bearbeitungsstand von Anträgen für Hilfsmittel und Mutterschaftsgeld.

Aktuell nutzten bereits rund 890.000 Versicherte dieses Angebot und somit rund 40 Prozent aller Versicherten, die sich für die Online-Services der Barmer registriert hätten.

Barmer-Arztreport – Corona bremst Früherkennung aus 

Die Zahl der Früherkennungsuntersuchungen ist im ersten Corona-Jahr um mehr als acht Millionen eingebrochen. Das geht aus dem Arztreport 2022 der Barmer hervor, der über 30 ärztliche Abrechnungsziffern für verschiedene Untersuchungen ausgewertet hat.

Dabei hat der Report die Inanspruchnahme von Tests verglichen, die in den Jahren 2019 und 2020 Kassenleistung waren und in beiden Jahren mit der jeweils selben Ziffer abgerechnet wurden. Hier gab es im Jahresvergleich einen Rückgang von 33,2 Millionen auf 25,5 Millionen Untersuchungen.

Dies entspricht einem Minus von 23 Prozent. "Die Corona-Pandemie hat für einen deutlichen Rückgang bei Früherkennungsuntersuchungen gesorgt. Sie sollten aber nicht auf die lange Bank geschoben werden, denn sie können Leben retten.

Laut Barmer-Arztreport ist vom Jahr 2019 auf 2020 allein die Zahl der Gesundheitsuntersuchungen bei Erwachsenen von rund 11,7 Millionen auf 7,4 Millionen in Deutschland zurückgegangen. Das entspricht einem Minus von 37 Prozent.

Bei der Hautkrebsfrüherkennungsuntersuchung sank die Zahl der Tests von 8,7 Millionen auf 6,9 Millionen und bei den Tests auf verborgenes Blut im Stuhl zur Darmkrebsfrüherkennung von 3,6 Millionen auf etwa 2,8 Millionen. Der Rückgang beträgt hier jeweils mehr als 20 Prozent. 

Darmkrebsfrüherkennung um mehr als 20 Prozent gesunken

Darmkrebs ist besonders tückisch, weil er lange Zeit symptomlos bleibt. Deshalb ist die Darmkrebsvorsorge besonders wichtig. Die Barmer hat daher ihr Vorsorgeprogramm erweitert und bietet mit der „Digitalen Darmkrebsfrüherkennung“ erstmals einen Test für zu Hause an.

Dabei werden Anspruchsberechtigte über die Barmer-App zur Früherkennung eingeladen. Per Link kann ein immunologischer Stuhltest angefordert und zur kostenlosen Auswertung in ein Labor geschickt werden.

Der Befund wird dann per Brief mitgeteilt. Den Test könnten Barmer-Versicherte bereits ab dem Alter von 40 Jahren erhalten. Gesetzlich ist er erst ab 50 Jahren vorgesehen.

Weniger Brustkrebs-Früherkennungsuntersuchungen

Laut dem Arztreport der Barmer ist darüber hinaus die Brustkrebsfrüherkennung in der Pandemie weniger in Anspruch genommen worden. So sank die Zahl der Teilnehmerinnen am Mammographie-Screening von knapp drei Millionen auf 2,7 Millionen.

Das entspricht einem Rückgang um 9,4 Prozent vom Jahr 2019 auf 2020. Zu Beginn der Pandemie war das Einladungsverfahren zum Mammographie-Screening ausgesetzt, weil in den Praxen Schutzausrüstungen fehlten.

Das darf sich nicht wiederholen. Die Schutzmaterialien sollten zentralisiert vorgehalten werden, damit zum Beispiel Früherkennungsuntersuchungen nicht wieder ausgesetzt werden müssen.

Hilfe für pflegende Angehörige – Barmer erweitert digitalen Pflegecoach

Die Barmer baut ihren Service für pflegende Angehörige aus. Dazu erweitert die Pflegekasse ihren digitalen Pflegecoach um das Thema „Bewegung wirksam unterstützen“. Es zeigt pflegenden Angehörigen, wie sie rückenschonend und ohne großen Krafteinsatz Menschen mit eingeschränkter Mobilität helfen können.

„Die meisten Menschen werden zu Hause versorgt. Ohne Angehörige, die tatkräftig helfen, würde das Pflegewesen in Deutschland nicht funktionieren. Der digitale Pflegecoach der Barmer vermittelt ihnen Tipps, wie der oftmals anstrengende Pflegealltag etwas leichter gehandhabt werden kann.

Das neue Modul des digitalen Assistenten erklärt unter anderem, wie eine Person beim Gehen unterstützt oder im Bett mobilisiert werden kann.

Es informiert weiter zum Umgang mit Stürzen zu Hause. Nicht zuletzt zeigt es, wie noch vorhandene Ressourcen bei pflegebedürftigen Menschen für Bewegung aktiviert werden könnten. Der digitale Pflegecoach ist ohne Registrierung oder Anmeldung für alle Interessierten kostenfrei nutzbar.

Weitere Module beim Pflegecoach in Planung

Der im Jahr 2020 eingeführte digitale Pflegecoach wird kontinuierlich ausgebaut. Derzeit beinhaltet er sieben Themen. Dabei geht es zum Beispiel um den Umgang mit an Demenz erkrankten Menschen und eine angemessene Kommunikation auch zu Tabuthemen wie Inkontinenz und zum Abschiednehmen.

Der Coach bietet Tipps für pflegende Angehörige, um sich im belastenden Alltag nicht völlig aufzureiben. Mitunter helfen schon kleine Dinge, um die emotionale und körperliche Belastung spürbar zu verringern.

Genau hier setzt der digitale Pflegecoach an. Der Online-Helfer wird im Sommer dieses Jahres um weitere Themen ergänzt. Dabei geht es um die Körperpflege sowie die Hilfe beim Essen und Trinken.

Deutschlands beste Arbeitgeber 2022 – Barmer erneut unter den Preisträgern 

Die Barmer ist zum dritten Mal in Folge als einer der besten Arbeitgeber Deutschlands ausgezeichnet worden. Das ist das Ergebnis des Wettbewerbs „Deutschlands Beste Arbeitgeber 2022“ des internationalen Forschungs- und Beratungsinstituts „Great Place to Work“ in Berlin.

Die Krankenkasse erreichte die Auszeichnung in der Kategorie der Unternehmen mit mehr als 5.000 Mitarbeitenden und gehört damit zu den Top Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern. Ausgezeichnet wurden Unternehmen, die ihren Beschäftigten besonders gute und attraktive Arbeitsbedingungen bei einer positiven Arbeitskultur bieten. Die Barmer ist stolz darauf, wieder zu Deutschlands besten Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern zu gehören.

Die Unternehmenskultur der Barmer zeichnet sich unter anderem durch einen ausgeprägten Teamgeist und eine große Solidarität unter den Mitarbeitenden aus. Vor allem in Krisenzeiten stehen die Mitarbeitenden füreinander ein.

Sowohl in der Pandemie als auch nach der Flutkatastrophe im vergangenen Sommer wurden die Zeitguthaben tausender Überstunden an betroffene Kolleginnen und Kollegen gespendet.

Mitarbeitendenbefragung und exzellente Angebote für Beschäftigte

Bewertungsgrundlage für die Auszeichnung sind zum einen die Ergebnisse einer anonymen Befragung unter allen Beschäftigten zu zentralen Arbeitsplatzthemen.

Dabei hätten beispielsweise 76 Prozent der Befragungsteilnehmerinnen und -teilnehmer der Aussage „Alles in allem kann ich sagen, dass hier ein sehr guter Arbeitsplatz ist“ zugestimmt. Spitzenwerte erzielte die Krankenkasse zudem in den Fokusbereichen Glaubwürdigkeit, Respekt und Fairness.

Darüber hinaus sind in einem Audit Maßnahmen und Aktivitäten der Barmer zur Unternehmenskultur untersucht worden. Hervorgehoben worden sind dabei unter anderem die Angebote zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie, zur Förderung der Gesundheit und Inklusion sowie die Initiativen zur Entwicklung der Unternehmenskultur.

Ukraine - Gemeinsam helfen

Der Krieg in der Ukraine lässt niemanden unberührt. Die Bevölkerung hierzulande engagiert sich, nimmt ukrainische Flüchtlinge auf, spendet Lebensmittel, Hygieneartikel und Waren, die gebraucht werden. Auch die Barmer und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter packen mit an.

Neben den Sorgen und Ängsten treten viele praktische Fragen auf – sowohl bei den Menschen, die zu uns kommen, als auch bei denjenigen, die helfen möchten. Die Barmer hat eine FAQ-Seite auf Ukrainisch eingerichtet. Dort können sich Geflüchtete in ihrer Muttersprache informieren.

Über die Arztsuche besteht beispielsweise die Option, gezielt nach ukrainisch sprechenden Ärztinnen und Ärzten zu suchen. Direkt nach Kriegsbeginn installierte die Barmer eine kostenlose Hotline, auf der Expertinnen und Experten rund um die Uhr Rat und Hilfe für Betroffene und Helfende anbieten. 

Die Barmer hat fast 14.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, viele von ihnen engagieren auch privat, um den Menschen aus der Ukraine zu helfen. So ermöglichte es die Barmer, dass alle Kolleginnen und Kollegen den Wert ihrer Überstunden spenden konnten.

Fast 10.000 Stunden kamen allein bei dieser Aktion zusammen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können eine Organisation auswählen und ihre ausgezahlten Überstunden in eine Spende umwandeln. In der Wuppertaler Hauptverwaltung wurden Sachspenden gesammelt, die zusammen mit der Feuerwehr an bedürftige Ukrainerinnen und Ukrainer verteilt wurden.

In Geschäftsstellen und anderen Barmer-Standorten fanden weitere Spenden- und Sammelaktionen statt. Auch die Mitarbeiter-App der Barmer wurde um den Bereich „Wir helfen!“ erweitert. Dort können Kolleginnen und Kollegen konkret ihre Hilfe anbieten, von Unterkünften über Sachspenden bis hin zu Dolmetscherdiensten.

Auf ihrem Portal für Arbeitgeber informiert die Barmer Firmen über sozialrechtliche Fragen und darüber, wie Unternehmen Geflüchteten einen Arbeitsplatz anbieten können. 

Neue Leistungen für Familien und Schwangere - Barmer-Verwaltungsrat beschließt Satzungsänderung

Die Barmer baut ihr Angebot an freiwilligen Zusatzleistungen weiter aus. Davon profitieren Familien und insbesondere Schwangere. Zu den neuen Angeboten gehören unter anderem zusätzliche Tests auf Antikörper gegen Ringelröteln und Windpocken in der Schwangerschaft. Eine entsprechende Satzungsänderung beschloss der Verwaltungsrat der Kasse bei seiner heutigen Sitzung in Berlin.

„Es ist unser Anspruch, allen Barmer-Versicherten die bestmögliche medizinische Versorgung zu ermöglichen. Mit dem konsequenten Ausbau von Leistungen, die über den gesetzlichen Leistungsrahmen hinausgehen, stellen wir dies erneut unter Beweis“, sagt Bernd Heinemann, Vorsitzender des Barmer -Verwaltungsrates.

Die neuen Angebote ergänzten das „Familien-Plus-Paket“ der Barmer. Hierzu gehörten unter anderem die professionelle Zahnreinigung für Schwangere und eine 24-Stunden-Rufbereitschaft von Hebammen. Für alle Angebote stehe pro Schwangerschaft ein Budget von insgesamt 200 Euro zur Verfügung.

Stimmabgabe bei der Sozialwahl 2023 erstmals online möglich

Mit Blick auf die Sozialwahl im kommenden Jahr begrüßt Heinemann die Möglichkeit der Online-Wahl. Erstmals könnten die wahlberechtigten Mitglieder der Barmer ihre Stimme online abgeben. Damit vollzögen auch die Sozialwahlen einen digitalen Wandel, der das Gesundheitswesen insgesamt tiefgreifend verändere.

„Die Möglichkeit der Online-Abstimmung macht die Sozialwahl für viele Menschen attraktiv, die in ihrem Alltag bereits selbstverständlich digitale Anwendungen nutzen. Dadurch kann die Wahlbeteiligung steigen und die demokratische Legitimation der Verwaltungsräte unterstreichen“, so Heinemann.

Die Barmer habe bereits im Juni 2020 durch eine Satzungsänderung die Voraussetzungen zur Teilnahme an dem vom Deutschen Bundestag beschlossenen Modellprojekt zur Online-Wahl geschaffen. Da die Sozialwahl nach Bundestags- und Europawahl die drittgrößte Wahl in Deutschland sei, erwartete er von dem Modellprojekt auch eine Signalwirkung für weitere Wahlen.

Bei Arzneimitteln alles sicher im Blick – Millionenförderung für Innovationsfondsprojekt „eRIKA“

Das von der Barmer initiierte Projekt „eRIKA“ wird ab Oktober 2022 für die kommenden vier Jahre mit 11,74 Millionen Euro aus dem Innovationsfonds gefördert. Das geht aus dem kürzlich übermittelten Förderbescheid hervor. Ziel des Projekts ist es, mit einem digital gestützten Prozess zwischen Versicherten, Arztpraxen und Apotheken auf Basis des eRezeptes Medikationsfehler zu vermeiden.

Das eRezept zeichnet bislang den analogen Prozess der Verordnung in der Praxis bis zur Abgabe in der Apotheke nach. Die Digitalisierung der Arzneimittelverordnungen bietet zudem die Chance, die Arzneimitteltherapiesicherheit für die Patientinnen und Patienten deutlich zu erhöhen. eRIKA“ entwickelt den jetzigen eRezept-Prozess weiter. Die neue Versorgungsform wird in Nordrhein-Westfalen, Berlin und dem Saarland realisiert.

Schutz vor vermeidbaren Risiken

Durch ,eRIKA‘ werden vielfältige Risiken bei der Therapie mit Medikamenten praxistauglich und effizient reduziert.“ Das Projekt hat vier zentrale Elemente: Arztpraxen werden zum Zeitpunkt einer Verordnung über die Gesamtmedikation von Patienten informiert und elektronisch bei der Prüfung der Therapiesicherheit unterstützt. Patienten erhalten immer einen aktuellen Medikationsplan.

Arzneimittel werden in der Apotheke inklusive ihrer Chargennummer zentral mit Bezug zum Patienten dokumentiert. Bei chargenspezifischen Risikosignalen können die Betroffenen durch ihre Ärztinnen und Ärzte identifiziert und geschützt werden. Wird „eRIKA“ später Teil der regulären Versorgung, kann das Projekt Millionen Patienten helfen. Auch das Risikomanagement bei der Verordnung von kindsschädigenden Arzneimitteln bei Frauen im gebärfähigen Alter ist Gegenstand des Projektes.

Trotz Contergan-Skandal belegen Datenanalysen, dass Schwangeren noch immer kindsschädigende Medikamente verordnet werden. Mit ,eRIKA‘ lassen sich solche fatalen Verordnungsfehler vermeiden.

Nachhaltigkeit – unsere Strategie für die Gesundheit von morgen

Ohne Nachhaltigkeit keine Gesundheit – ohne Gesundheit keine Nachhaltigkeit. Das größte Gesundheitsrisiko der nahen Zukunft ist der Klimawandel.

Die Barmer setzt sich daher zum Ziel, bis 2030 klimaneutral zu werden. Aber der Klima- und der Umweltschutz sind nur zwei der Themenfelder, die bei der Barmer nachhaltig ausgebaut und weitergedacht werden.

Natürlich kommt den Krankenkassen eine besondere Verantwortung in Sachen Klimaschutz zu. Die Gesundheit der Menschen ist ihre Kernaufgabe, und genau für diese ist ein besserer Klimaschutz essenziell.

Deshalb hat die Barmer die wesentlichsten Bereiche identifiziert, wo sich Klimaschutz schnell lohnt. Das fängt bei der Infrastruktur an. In den letzten Jahren wurde eine Vielzahl von Abläufen digitalisiert, wodurch deutlich weniger Ressourcen verbraucht und Immobilien benötigt werden.

Außerdem beziehen die Barmer-Gebäude seit 2020 nur noch Ökostrom. Allein dadurch wird das Ökosystem jährlich um etwa 6.830 Tonnen CO2 weniger belastet. Das entspricht der jährlichen CO2-Aufnahme von über einer halben Million Bäumen.

Die Corona-Pandemie hat auch der Barmer aufgezeigt, dass viele Dienstfahrten durch digitale Tools ersetzt werden können. Auch wenn sie jetzt wieder ins Büro kommen, machen viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das CO2-optimiert, etwa mit unseren Jobrädern, von denen mehr als 2.000 im Einsatz sind.
Auch bei ihren Partnern achtet die Barmer darauf, dass sie möglichst nachhaltig agieren. Anforderungen für den verantwortungsvollen Umgang mit Mensch und Umwelt sind in einem Lieferantenkodex zusammengefasst.

Gendermedizin – Barmer-Kampagne sensibilisiert für Unterschiede 

Die Gleichberechtigung von Männern und Frauen ist eines der wichtigsten gesellschaftlichen Themen unserer Zeit - vor allem, weil von echter Gleichheit in vielen Bereichen noch keine Rede sein kann.

Es gibt aber auch Felder, in denen ist eine Ungleichbehandlung der Geschlechter angebracht: wie etwa in der Medizin. Die Barmer hat sich mit einer Kampagne dafür eingesetzt, dass geschlechtsspezifische Unterschiede in der Medizin eine größere Aufmerksamkeit bekommen. 

So thematisiert die Barmer in einem umfangreichen Online-Angebot die unterschiedliche Symptomatik von Herzinfarkten genauso wie das höhere Risiko von Frauen für Lungenkrankheiten oder die Unterschiede bei rheumatischen Erkrankungen.

Zudem werden die Eigenheiten von Depressionen bei Frauen und das Präventionsverhalten von Männern ebenso wie die Möglichkeiten individualisierter Medizin oder die Besonderheiten beim Arzneimitteleinsatz beleuchtet. Darüber hinaus wird über gängige Klischees in der Diagnostik von Krankheiten informiert. 

Der Verwaltungsrat der Barmer hat bei seiner Konstituierung im Jahr 2017 Fach- und Vorbereitungsausschüsse eingesetzt, um die Arbeit der ehrenamtlichen Selbstverwaltung effizienter zu gestalten.

Da sich die Fachausschüsse sehr detailliert mit Spezialthemen wie beispielsweise Digitalisierung, Pflege, Prävention oder Finanzen befassen, liefern sie den Mitgliedern des Verwaltungsrates wichtige Hintergrundinformationen.

Bei manchen Themen ist zusätzliches Wissen von externen Experten gefordert. All dies wird den Ausschussmitgliedern im Vorfeld einer Sitzung in Form von themenspezifischen Vorlagen zur Verfügung gestellt und dient damit als wichtige Diskussionsgrundlage für die anschließenden Beratungen.
Am 29. März 2022 hat der Verwaltungsrat seine Ausschussstruktur angepasst.

Neben den fortbestehenden Ausschüssen für Finanzen, für Wettbewerb, Marketing, Vertrieb und Kommunikation und für Digitalisierung wurden die beiden bisherigen Ausschüsse für Pflege und für Verträge, Versorgung zusammengeführt in einem Ausschuss für Versorgung, Verträge, Rehabilitation und Pflege. Zugleich wurde ein neuer Ausschuss für Personal, Organisation und Betriebliches Gesundheitsmanagement gebildet. 

Die Digitalisierung führt dazu, Gesundheit und das Gesundheitswesen völlig neu zu denken. So hat sich die Barmer zu einem agilen, dynamischen Player im digitalen Markt entwickelt.

Ein Beispiel ist der BARMER Kompass, der unter anderem Transparenz beim Thema Krankengeld schafft: Nutzer können hier jederzeit den aktuellen Bearbeitungsstatus ihrer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen einsehen und genau überblicken, wann ihr Krankengeld ausgezahlt wurde.

Auch im Bereich Personalentwicklung werden die Themen Digitalisierung und neue Arbeitsmethoden gelebt – zum Beispiel geben erfahrene Design Thinking Experten ihr Wissen in zahlreichen Schulungen und Seminaren an die Beschäftigten weiter. 

Als modernes Unternehmen konkurriert die Barmer auch mit der freien Wirtschaft um qualifiziertes Fachpersonal. Längst ist jungen Leuten ein gutes Gehalt nicht Grund genug für die Wahl eines Arbeitgebers.

Gute Sozialleistungen und Angebote, Beruf und Familie zu vereinbaren, sind ebenso wichtig. Und das Arbeitsumfeld muss stimmen. Zeitgemäße Arbeitsformen wie Homeoffice und Desk Sharing sowie modern gestaltete Räumlichkeiten sind unerlässlich, um den Mitarbeitenden Gestaltungsspielräume zu eröffnen. 

Daneben geht es aber auch um Fragen, in was für einer Gesellschaft wir leben wollen, was jeder als Einzelner mit seiner Arbeit dafür tun kann und was die Barmer gemeinsam als Unternehmen tun kann, für welche Werte sie einsteht. Mit diesen Fragen beschäftigt sich auch der Verwaltungsrat der Barmer und seine Fachausschüsse.

So hat der Verwaltungsrat sich intensiv mit Fragen der Digitalisierung und der Ethik befasst. Damit digitale Technik und der Mensch mit seinen Bedürfnissen zusammenpassen, braucht es Verantwortung im Handeln mit der Technologie. Das Versichertenparlament der Barmer hat hier frühzeitig Impulse gesetzt. 

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