Sitzungen

Berichte und Termine 2022

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Hier finden Sie Berichte von den Sitzungen des Verwaltungsrats und wichtigen Veranstaltungen. Sie wollen selbst einmal dabei sein? Wir informieren über die Sitzungstermine. 

Hier finden Sie Berichte von den Sitzungen des Verwaltungsrats und wichtigen Veranstaltungen. Sie wollen selbst einmal dabei sein? Wir informieren über die Sitzungstermine.

Neue Leistungen für Familien und Schwangere - Barmer-Verwaltungsrat beschließt Satzungsänderung

Die Barmer baut ihr Angebot an freiwilligen Zusatzleistungen weiter aus. Davon profitieren Familien und insbesondere Schwangere. Zu den neuen Angeboten gehören unter anderem zusätzliche Tests auf Antikörper gegen Ringelröteln und Windpocken in der Schwangerschaft. Eine entsprechende Satzungsänderung beschloss der Verwaltungsrat der Kasse bei seiner heutigen Sitzung in Berlin. „Es ist unser Anspruch, allen Barmer-Versicherten die bestmögliche medizinische Versorgung zu ermöglichen. Mit dem konsequenten Ausbau von Leistungen, die über den gesetzlichen Leistungsrahmen hinausgehen, stellen wir dies erneut unter Beweis“, sagt Bernd Heinemann, Vorsitzender des Barmer -Verwaltungsrates. Die neuen Angebote ergänzten das „Familien-Plus-Paket“ der Barmer. Hierzu gehörten unter anderem die professionelle Zahnreinigung für Schwangere und eine 24-Stunden-Rufbereitschaft von Hebammen. Für alle Angebote stehe pro Schwangerschaft ein Budget von insgesamt 200 Euro zur Verfügung.

Stimmabgabe bei der Sozialwahl 2023 erstmals online möglich

Mit Blick auf die Sozialwahl im kommenden Jahr begrüßt Heinemann die Möglichkeit der Online-Wahl. Erstmals könnten die wahlberechtigten Mitglieder der Barmer ihre Stimme online abgeben. Damit vollzögen auch die Sozialwahlen einen digitalen Wandel, der das Gesundheitswesen insgesamt tiefgreifend verändere. „Die Möglichkeit der Online-Abstimmung macht die Sozialwahl für viele Menschen attraktiv, die in ihrem Alltag bereits selbstverständlich digitale Anwendungen nutzen. Dadurch kann die Wahlbeteiligung steigen und die demokratische Legitimation der Verwaltungsräte unterstreichen“, so Heinemann. Die Barmer habe bereits im Juni 2020 durch eine Satzungsänderung die Voraussetzungen zur Teilnahme an dem vom Deutschen Bundestag beschlossenen Modellprojekt zur Online-Wahl geschaffen. Da die Sozialwahl nach Bundestags- und Europawahl die drittgrößte Wahl in Deutschland sei, erwartete er von dem Modellprojekt auch eine Signalwirkung für weitere Wahlen.

Bei Arzneimitteln alles sicher im Blick – Millionenförderung für Innovationsfondsprojekt „eRIKA“

Das von der Barmer initiierte Projekt „eRIKA“ wird ab Oktober 2022 für die kommenden vier Jahre mit 11,74 Millionen Euro aus dem Innovationsfonds gefördert. Das geht aus dem kürzlich übermittelten Förderbescheid hervor. Ziel des Projekts ist es, mit einem digital gestützten Prozess zwischen Versicherten, Arztpraxen und Apotheken auf Basis des eRezeptes Medikationsfehler zu vermeiden. Das eRezept zeichnet bislang den analogen Prozess der Verordnung in der Praxis bis zur Abgabe in der Apotheke nach. Die Digitalisierung der Arzneimittelverordnungen bietet zudem die Chance, die Arzneimitteltherapiesicherheit für die Patientinnen und Patienten deutlich zu erhöhen. eRIKA“ entwickelt den jetzigen eRezept-Prozess weiter. Die neue Versorgungsform wird in Nordrhein-Westfalen, Berlin und dem Saarland realisiert.

Schutz vor vermeidbaren Risiken

Durch ,eRIKA‘ werden vielfältige Risiken bei der Therapie mit Medikamenten praxistauglich und effizient reduziert.“ Das Projekt hat vier zentrale Elemente: Arztpraxen werden zum Zeitpunkt einer Verordnung über die Gesamtmedikation von Patienten informiert und elektronisch bei der Prüfung der Therapiesicherheit unterstützt. Patienten erhalten immer einen aktuellen Medikationsplan. Arzneimittel werden in der Apotheke inklusive ihrer Chargennummer zentral mit Bezug zum Patienten dokumentiert. Bei chargenspezifischen Risikosignalen können die Betroffenen durch ihre Ärztinnen und Ärzte identifiziert und geschützt werden. Wird „eRIKA“ später Teil der regulären Versorgung, kann das Projekt Millionen Patienten helfen. Auch das Risikomanagement bei der Verordnung von kindsschädigenden Arzneimitteln bei Frauen im gebärfähigen Alter ist Gegenstand des Projektes. Trotz Contergan-Skandal belegen Datenanalysen, dass Schwangeren noch immer kindsschädigende Medikamente verordnet werden. Mit ,eRIKA‘ lassen sich solche fatalen Verordnungsfehler vermeiden.

Nachhaltigkeit – unsere Strategie für die Gesundheit von morgen

Ohne Nachhaltigkeit keine Gesundheit – ohne Gesundheit keine Nachhaltigkeit. Das größte Gesundheitsrisiko der nahen Zukunft ist der Klimawandel. Die Barmer setzt sich daher zum Ziel, bis 2030 klimaneutral zu werden. Aber der Klima- und der Umweltschutz sind nur zwei der Themenfelder, die bei der Barmer nachhaltig ausgebaut und weitergedacht werden.

Natürlich kommt den Krankenkassen eine besondere Verantwortung in Sachen Klimaschutz zu. Die Gesundheit der Menschen ist ihre Kernaufgabe, und genau für diese ist ein besserer Klimaschutz essenziell.

Deshalb hat die Barmer die wesentlichsten Bereiche identifiziert, wo sich Klimaschutz schnell lohnt. Das fängt bei der Infrastruktur an. In den letzten Jahren wurde eine Vielzahl von Abläufen digitalisiert, wodurch deutlich weniger Ressourcen verbraucht und Immobilien benötigt werden. Außerdem beziehen die Barmer-Gebäude seit 2020 nur noch Ökostrom. Allein dadurch wird das Ökosystem jährlich um etwa 6.830 Tonnen CO2 weniger belastet. Das entspricht der jährlichen CO2-Aufnahme von über einer halben Million Bäumen.

Die Corona-Pandemie hat auch der Barmer aufgezeigt, dass viele Dienstfahrten durch digitale Tools ersetzt werden können. Auch wenn sie jetzt wieder ins Büro kommen, machen viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das CO2-optimiert, etwa mit unseren Jobrädern, von denen mehr als 2.000 im Einsatz sind.
Auch bei ihren Partnern achtet die Barmer darauf, dass sie möglichst nachhaltig agieren. Anforderungen für den verantwortungsvollen Umgang mit Mensch und Umwelt sind in einem Lieferantenkodex zusammengefasst.

Gendermedizin – Barmer-Kampagne sensibilisiert für Unterschiede 

Die Gleichberechtigung von Männern und Frauen ist eines der wichtigsten gesellschaftlichen Themen unserer Zeit - vor allem, weil von echter Gleichheit in vielen Bereichen noch keine Rede sein kann. Es gibt aber auch Felder, in denen ist eine Ungleichbehandlung der Geschlechter angebracht: wie etwa in der Medizin. Die Barmer hat sich mit einer Kampagne dafür eingesetzt, dass geschlechtsspezifische Unterschiede in der Medizin eine größere Aufmerksamkeit bekommen. 

So thematisiert die Barmer in einem umfangreichen Online-Angebot die unterschiedliche Symptomatik von Herzinfarkten genauso wie das höhere Risiko von Frauen für Lungenkrankheiten oder die Unterschiede bei rheumatischen Erkrankungen. Zudem werden die Eigenheiten von Depressionen bei Frauen und das Präventionsverhalten von Männern ebenso wie die Möglichkeiten individualisierter Medizin oder die Besonderheiten beim Arzneimitteleinsatz beleuchtet. Darüber hinaus wird über gängige Klischees in der Diagnostik von Krankheiten informiert.  

Der Verwaltungsrat der Barmer hat bei seiner Konstituierung im Jahr 2017 Fach- und Vorbereitungsausschüsse eingesetzt, um die Arbeit der ehrenamtlichen Selbstverwaltung effizienter zu gestalten. Da sich die Fachausschüsse sehr detailliert mit Spezialthemen wie beispielsweise Digitalisierung, Pflege, Prävention oder Finanzen befassen, liefern sie den Mitgliedern des Verwaltungsrates wichtige Hintergrundinformationen.

Bei manchen Themen ist zusätzliches Wissen von externen Experten gefordert. All dies wird den Ausschussmitgliedern im Vorfeld einer Sitzung in Form von themenspezifischen Vorlagen zur Verfügung gestellt und dient damit als wichtige Diskussionsgrundlage für die anschließenden Beratungen.
Am 29. März 2022 hat der Verwaltungsrat seine Ausschussstruktur angepasst. Neben den fortbestehenden Ausschüssen für Finanzen, für Wettbewerb, Marketing, Vertrieb und Kommunikation und für Digitalisierung wurden die beiden bisherigen Ausschüsse für Pflege und für Verträge, Versorgung zusammengeführt in einem Ausschuss für Versorgung, Verträge, Rehabilitation und Pflege. Zugleich wurde ein neuer Ausschuss für Personal, Organisation und Betriebliches Gesundheitsmanagement gebildet. 

Die Digitalisierung führt dazu, Gesundheit und das Gesundheitswesen völlig neu zu denken. So hat sich die Barmer zu einem agilen, dynamischen Player im digitalen Markt entwickelt. Ein Beispiel ist der BARMER Kompass, der unter anderem Transparenz beim Thema Krankengeld schafft: Nutzer können hier jederzeit den aktuellen Bearbeitungsstatus ihrer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen einsehen und genau überblicken, wann ihr Krankengeld ausgezahlt wurde. Auch im Bereich Personalentwicklung werden die Themen Digitalisierung und neue Arbeitsmethoden gelebt – zum Beispiel geben erfahrene Design Thinking Experten ihr Wissen in zahlreichen Schulungen und Seminaren an die Beschäftigten weiter. 

Als modernes Unternehmen konkurriert die Barmer auch mit der freien Wirtschaft um qualifiziertes Fachpersonal. Längst ist jungen Leuten ein gutes Gehalt nicht Grund genug für die Wahl eines Arbeitgebers. Gute Sozialleistungen und Angebote, Beruf und Familie zu vereinbaren, sind ebenso wichtig. Und das Arbeitsumfeld muss stimmen. Zeitgemäße Arbeitsformen wie Homeoffice und Desk Sharing sowie modern gestaltete Räumlichkeiten sind unerlässlich, um den Mitarbeitenden Gestaltungsspielräume zu eröffnen. 

Daneben geht es aber auch um Fragen, in was für einer Gesellschaft wir leben wollen, was jeder als Einzelner mit seiner Arbeit dafür tun kann und was die Barmer gemeinsam als Unternehmen tun kann, für welche Werte sie einsteht. Mit diesen Fragen beschäftigt sich auch der Verwaltungsrat der Barmer und seine Fachausschüsse. So hat der Verwaltungsrat sich intensiv mit Fragen der Digitalisierung und der Ethik befasst. Damit digitale Technik und der Mensch mit seinen Bedürfnissen zusammenpassen, braucht es Verantwortung im Handeln mit der Technologie. Das Versichertenparlament der Barmer hat hier frühzeitig Impulse gesetzt. 

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