Berichte und Termine 2018

Hier finden Sie Berichte von den Sitzungen des Verwaltungsrats und wichtigen Veranstaltungen. Sie wollen selbst einmal dabei sein? Wir informieren über die Sitzungstermine.

Barmer Verwaltungsrat: Mit mehr Qualität einen Beitrag zu guter Pflege leisten

In der aktuellen Diskussion um den Engpass bei Pflegekräften fordert der Verwaltungsrat der Barmer einen effizienteren Einsatz des Pflegepersonals in Krankenhäusern. „Mehr Geld allein beseitigt den Pflegenotstand in Krankenhäusern nicht. Wir können sofort gemeinsam viel dafür tun, die knappe Ressource Pflege effizienter einzusetzen. Dafür ist es nötig, stationäre Leistungen noch mehr in Zentren zu konzentrieren, damit sie stärker von hochqualifizierten und erfahrenen Spezialisten-Teams erbracht werden“, betonte der Verwaltungsratsvorsitzende der Barmer, Bernd Heinemann. Die damit verbundene Qualitätsverbesserung und das Vermeiden unnötiger Leistungen würden einhergehen mit einem sinnvolleren Einsatz von Pflegekräften. Sie hätten einen Anspruch auf gute und effektive Arbeitsbedingungen.

Versorgung in Zentren lenken

Die Motivation der Pflegekräfte sei für den Verbleib im Beruf von großer Bedeutung. Dazu könne die Spezialisierung einen Beitrag leisten. Aufgrund der Entwicklung in der Medizin und im Sinne der Qualität und Sicherheit der Versorgung von Patientinnen und Patienten müssten künftig Schlaganfälle beispielsweise regelhaft in Stroke Units, Krebspatienten primär in onkologischen Zentren behandelt werden, forderte Heinemann. Denn wo mehrere Fachrichtungen mit großer Routine zusammenarbeiten, seien die Qualität der Versorgung besser und die Patientensicherheit höher. Das Sterberisiko bei komplizierten Operationen hänge unter anderem davon ab, wie und wo operiert werde. Das belegten Analysen der Barmer immer wieder, zuletzt im Krankenhausreport 2018.

Arzneimitteltherapie hat Sicherheitslücken

Laut aktueller Analyse der Barmer hat jeder fünfte Bundesbürger im Jahr 2016 fünf oder mehr Arzneimittel eingenommen. Je mehr Medikamente eine Patientin oder ein Patient einnimmt, desto unsicherer wird jedoch die Arzneimitteltherapie aufgrund der zu erwartenden Wechselwirkungen. Dass es vermeidbare Risiken gibt, belegt der Barmer-Arzneimittelreport 2018, mit dem sich der Verwaltungsrat befasste. Angesichts der Sicherheitslücken in der Arzneimitteltherapie geht es nicht um Schuldzuweisungen in Richtung Ärzte. Fehlende Verfügbarkeit wichtiger Informationen für Behandlungsentscheidungen, Sprachbarrieren oder unvollständige Medikationspläne können zu vermeidbaren Risiken bei der Arzneimitteltherapie führen. Die Patientinnen und Patienten müssen besser vor diesen Risiken geschützt werden. Es ist enorm schwierig für Ärzte, den Überblick zu behalten.

Weniger Nebenwirkungen. Weniger Krankenhauseinweisungen. Weniger Todesfälle.

Das wünscht sich der Barmer-Verwaltungsrat für Patientinnen und Patienten und unterstützt deshalb das Modellprojekt AdAM. Medikamente sollen Beschwerden lindern und im Idealfall sogar Krankheiten heilen. Und tatsächlich erleichtern oder erhalten Arzneimittel vielen Menschen das Leben. Allerdings greift auch hier die alte Weisheit: Keine Wirkung ohne Nebenwirkung. Durch die Einnahme mehrerer Medikamente können sich diese Nebenwirkungen addieren, und das Risiko möglicher Wechselwirkungen steigt an. Wie der diesjährige Arzneimittelreport der Barmer zeigt, hat jeder fünfte Bundesbürger im Jahr 2016 fünf oder mehr Arzneimittel eingenommen. Für diese sogenannten Polypharmazie-Patienten besteht derzeit eine Sicherheitslücke in ihrer Arzneimitteltherapie. Denn im Versorgungsalltag ist es für Hausärzte oft schwierig, einen Überblick über alle ärztlichen Verordnungen ihrer Patienten zu haben. Deshalb setzt der BARMER-Verwaltungsrat seine Hoffnungen auf AdAM. „AdAM stärkt einerseits die Therapiekompetenz der Hausärztinnen und -ärzte und informiert andererseits die Patientinnen und Patienten besser über Nutzen und Risiken ihrer Medikamente. Das macht die Behandlung der Patientinnen und Patienten, die mehrere Medikamente gleichzeitig einnehmen müssen, sicherer und wirksamer“, so Ulrike Hauffe, stellvertretende Verwaltungsratsvorsitzende.

Erfolgreicher Start des digital unterstützten Arzneimitteltherapie-Management“ (AdAM)

Die „Anwendung für ein digital unterstütztes Arzneimitteltherapie-Management“ (AdAM) ist ein Modellprojekt, das die Barmer gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL), mehreren Universitäten sowie medizinischen Fachgesellschaften bereits Anfang 2017 auf den Weg gebracht hat. Nach einer intensiven Vorbereitungsphase
hat AdAM seit Februar 2018 in mehreren hundert Hausarztpraxen in der Projektregion Westfalen-Lippe Einzug gehalten. Inzwischen sind rund 2500 Barmer-Versicherte in das Projekt eingeschrieben und profitieren von einer optimierten Therapiesicherheit. Als Modellprojekt wird AdAM mit rund 16 Millionen Euro aus dem Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses gefördert. Eine wissenschaftliche Begleitung soll die Wirksamkeit belegen, damit möglichst bald alle Versicherten davon profitieren.

Sterberisiko bei Bauchaorten-OP hängt von Klinik ab

In Deutschland leiden rund 200.000 Frauen und Männer über 65 Jahren an einer erweiterten Bauchschlagader, einer im schlimmsten Falle tödlichen Gefahr. Wie hoch deren Sterberisiko im Falle einer planbaren Operation ist, hängt davon ab, wie und in welchem Krankenhaus operiert wird. Das geht aus dem Barmer-Krankenhausreport 2018 hervor, mit dem sich der Verwaltungsrat jetzt befasste. So war die Sterberate drei Jahre nach einem planbaren Eingriff um zwei Prozentpunkte geringer, wenn die Operation nicht offen-chirurgisch, sondern minimal-invasiv erfolgte. Zudem war die Sterblichkeitsrate um 2,3 Prozentpunkte geringer, wenn der minimal-invasive Eingriff in einem zertifizierten Gefäßzentrum durchgeführt wurde. Die Versorgung von Patienten mit einer planbaren Operation an der Bauchschlagader muss besser werden. Künftig sollten die Eingriffe nur noch in zertifizierten Gefäßzentren oder Kliniken mit einer hohen Fallzahl erfolgen. Dazu wäre die Einführung von Mindestmengen pro Standort und Operateur aus Sicht des Barmer-Verwaltungsrates sinnvoll. Die flächendeckende Versorgung bliebe sichergestellt, auch wenn nicht jede Klinik mit geringer Fallzahl planbare Operationen an der Bauchschlagader vornehme. Für diesen anspruchsvollen Eingriff sind Erfahrung und Routine nötig.

Gesundheitsmanager erinnert an Check-ups - Mit digitalem Assistenten keinen Vorsorgetermin mehr verpassen

Vorsorgeuntersuchungen können Leben retten. Doch bei weitem nicht jeder Versicherte nimmt die kostenlosen Routine-Checks wahr. Ein neuer Service der Barmer hilft den Versicherten, dass sie keinen Termin mehr verpassen. So können sie ab sofort den Gesundheitsmanager als Teil der Barmer-Service-App nutzen, wenn sie im Mitgliederbereich „Meine Barmer“ angemeldet sind. Der Gesundheitsmanager bietet dem Nutzer einen Überblick über alle anstehenden Vorsorgeuntersuchungen für sich selbst und die Familie. Ein Service-Angebot, das besonders junge Mütter zu schätzen wissen, da sie nun ganz leicht die Übersicht über alle Untersuchungen für sich, ihren Partner und ihre Kinder behalten. Der Gesundheitsmanager bietet einen Überblick über mehr als 30 Vorsorge-Untersuchungen, die die Krankenkassen je nach Alter und Geschlecht der Versicherten übernehmen. Sie reichen von U-Untersuchungen für Kinder und Jugendliche über die Dentale Frühprävention bis hin zur Krebsvorsorge.

Leistungsverbesserungen für Barmer-Versicherte verabschiedet

Um die Versicherten in stärkerem Maße als bisher zu einer Teilnahme an den durch die Ständige Impfkommission beschlossenen Impfungen zu bewegen und Anreize für gesundheitsbewusstes Verhalten Versicherter zu stärken, hat der Verwaltungsrat der Barmer entsprechende Satzungsänderungen verabschiedet. Die neuen Satzungsleistungen müssen nach der Entscheidung des Verwaltungsrats noch durch das Bundesversicherungsamt genehmigt werden.

Finanzergebnis 2017

Trotz der großen Herausforderungen ist es der Barmer gelungen, das Haushaltsjahr 2017 mit einem Überschuss in Höhe von circa 220 Millionen Euro abzuschließen. Die Gesamtrücklagen stiegen damit auf rund 1,25 Milliarden Euro. Die solide Finanzentwicklung ist auch Ergebnis der intensiven Bemühungen, das Unternehmen mit einer tiefgreifenden und mehrjährig andauernden Reorganisation fit für die Herausforderungen der Zukunft zu machen. Der Veränderungsprozess mit Namen „aufbruch“, der im Jahr 2017 abgeschlossen wurde, zeigt nun positive Ergebnisse. Erkennbar wird dies beispielsweise beim Blick auf die Verwaltungskosten. Der Anteil dieser Kosten an den Gesamtausgaben ist erneut auf 4,4 Prozent gesunken. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung hat der Verwaltungsrat der Barmer auf seiner Sitzung am 22. Juni 2018 die Jahresrechnung 2017 abgenommen und dem Vorstand Entlastung erteilt. Die Leistungsausgaben sind im Jahr 2017 um 3,5 Prozent je Versicherten gestiegen. Vor allem in den letzten Monaten des Jahres war in den Bereichen Arzneimittel, Krankengeld und Hilfsmittel eine spürbar zunehmende Kostenentwicklung festzustellen.

Nach der Bekanntmachung des Bundesministeriums für Gesundheit vom 26. Oktober 2017 beträgt der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz für das Jahr 2018 in der GKV 1,0 Prozent. Im Vergleich zum Jahr 2017 wurde damit der festgelegte durchschnittliche Zusatzbeitragssatz um 0,1 Prozentpunkte gesenkt. Die Absenkung des festgelegten durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes ist aus Sicht der Barmer als politisches Signal durchaus kritisch zu sehen. Auch wenn die GKV insgesamt finanziell sehr gut aufgestellt ist, befindet sie sich doch in einem finanziellen Ungleichgewicht. Insbesondere Kassen aus dem Ersatzkassenbereich sowie einige Innungs- und Betriebskrankenkassen haben nicht den Spielraum, den Beitragssatz zu senken. Insofern ist die aus der Senkung des durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes abgeleitete Erwartung, dass dies auch auf die kassenindividuellen Beitragssätze durchschlägt, für viele Kassen nicht gerechtfertigt.

Die Soziale Pflegeversicherung konnte am Jahresende 2016 noch liquide Mittel in Höhe von 9,3 Milliarden Euro ausweisen. Davon entfielen circa 5,6 Milliarden Euro auf den Ausgleichsfonds und rund 3,7 Milliarden Euro auf die gesetzlich vorgeschriebenen Rücklagen bei den Pflegekassen. Im vorläufigen Jahresergebnis 2017 wurde dagegen ein deutliches Defizit in Höhe von circa 2,4 Milliarden Euro ausgewiesen. Damit sind die finanziellen Mittel des Ausgleichsfonds deutlich abgeschmolzen. Hinzu kommt, dass die massiven Leistungsausweitungen dazu geführt haben, dass das gesetzlich vorgeschriebene Betriebsmittel- und Rücklagensoll (die Höhe beträgt grundsätzlich 1,5 Monatsausgaben laut Haushaltsplan) um fast eine Milliarde Euro erhöht und ebenfalls aus dem Ausgleichsfonds finanziert werden musste. Demnach sind die Mittel des Ausgleichsfonds Ende 2017 auf nur noch wenig mehr als zwei Milliarden Euro gesunken.

Barmer-Verwaltungsrat begrüßt Morbi-RSA-Reform - Meilenstein für einen fairen Kassenwettbewerb

Der Verwaltungsrat der Barmer sieht in der angekündigten Reform des Finanzausgleichs zwischen den Krankenkassen einen zentralen Schritt zur Stabilisierung des GKV-Systems. „Eine Reform des sogenannten Morbi-RSA wäre ein Meilenstein für einen fairen Wettbewerb der Kassen untereinander. Nur so können auf Dauer ungerechtfertigte Wettbewerbsverzerrungen abgebaut werden, die nichts mit dem Wettbewerb um gute Versorgung zu tun haben. Deshalb begrüßt der Barmer-Verwaltungsrat es ausdrücklich, dass die Große Koalition die Reform des Finanzausgleichs der Kassen angekündigt hat“, sagte der Verwaltungsratsvorsitzende der Barmer, Bernd Heinemann, anlässlich der heutigen Sitzung des Gremiums in Berlin.

Eine rasche Reform des Morbi-RSA bleibe die zentrale Reformbaustelle in dieser Legislaturperiode, so Heinemann weiter. Denn in seiner jetzigen Form bevorzuge der Finanzausgleich regional aufgestellte Kassen in Regionen mit schwächeren Versorgungsstrukturen. Auf diese Weise bekämen sie mehr Geld für die Versorgung ihrer Versicherten, als sie tatsächlich benötigten. Diesen Nachteil könnten bundesweit agierende Krankenkassen durch kluges Management nicht wettmachen.

Auch die derzeit gute Finanzlage in der GKV dürfe nicht über die bedrohlichen Fehlentwicklungen im System hinwegtäuschen. „Die finanzielle Kluft zwischen den Krankenkassen vergrößert sich nach wie vor. Deshalb ist es richtig, dass die Kassen nach dem Willen des Gesetzgebers erst dann ihre Reserven abschmelzen müssen, wenn die Reform des Finanzausgleichs im Jahr 2020 Früchte trägt“, sagte der Verwaltungsratsvorsitzende der Barmer mit Blick auf das GKV-Versichertenentlastungsgesetz. Dass dieses den Abbau von Rücklagen mit der Reform des Morbi-RSA verknüpfe, sei wichtig, damit es zu keiner weiteren Destabilisierung des Kassensystems komme.

Künftig keinen Vorsorgetermin mehr verpassen: Digitaler Assistent der Barmer erinnert Versicherte

Vorsorgeuntersuchungen können Leben retten. Doch bei weitem nicht jeder Versicherte nimmt die kostenlosen Routine-Checks wahr. Ein neuer Service der Barmer hilft den Versicherten, dass sie keinen Termin mehr verpassen. So können sie ab sofort den Gesundheitsmanager als Teil der Barmer-Service-App nutzen, wenn sie im Mitgliederbereich „Meine Barmer“ angemeldet sind. „Der Gesundheitsmanager bietet dem Nutzer einen Überblick über alle anstehenden Vorsorgeuntersuchungen für sich selbst und die Familie. Das ist eine enorme Erleichterung, zumal man den Manager so einrichten kann, dass er an jede anstehende Untersuchung erinnert. Der Gesundheitsmanager bietet einen Überblick über mehr als 30 Vorsorgeuntersuchungen, die die Krankenkassen je nach Alter und Geschlecht der Versicherten übernehmen. Sie reichen von U-Untersuchungen für Kinder und Jugendliche über die Dentale Frühprävention bis hin zur Krebsvorsorge.

So emotional präsentiert Barmer Lebensrezepte

Versicherungen müssen verstärkt auf Content Marketing und Professionalisierung der Markenführung setzen, wenn sie erfolgreich sein wollen. Anbieter, denen das besonders gut gelungen ist, wurden am 21. Juni 2018 mit dem German Brand Award ausgezeichnet. Die Barmer wurde in der Kategorie „Brand Creation - Integrated Campaign“ für ihre Kampagne „Lebensrezepte“ ausgezeichnet. Den „German Brand Award – “Gold” erhielt die Barmer in der Kategorie Brand Creation – Social Media für ihre Heavy Metal Hörtest-Kampagne. Mit einem Online-Film wurde das Thema Hörprävention auch für eine junge Zielgruppe greifbar gemacht.  

Solide Finanzgrundlagen

Der Krankenversicherungsschutz der Barmer-Versicherten steht auf einer soliden finanziellen Basis. Das vorläufige Rechnungsergebnis 2017 weist einen Überschuss im dreistelligen Millionenbereich auf. Grund dafür ist auch die gute Konjunktur. Trotz der positiven Finanzdaten ist allerdings festzustellen, dass die Ausgaben der GKV stetig und deutlich zunehmen. Diese Kostenentwicklung darf der Gesetzgeber nicht außer Acht lassen. Zudem stellte der Verwaltungsrat fest, dass die Politik in der Pflicht bleibt, Fehlsteuerungen im Finanzausgleich der Kassen auszugleichen.

Mehr Tempo bei sektorenübergreifender Versorgung

Mehr Tempo für eine bessere Kooperation und Vernetzung von niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern fordert der Barmer-Verwaltungsrat von der Bundesregierung. „Dass das deutsche Gesundheitssystem in Versorgungssektoren verharrt, ist eine seiner größten Schwächen. Wenn aber erst im Jahr 2020 Vorschläge auf dem Tisch liegen sollen, wird das Problem in dieser Legislaturperiode wohl nicht mehr gelöst. Wir brauchen deutlich schneller tatkräftige Beschlüsse“, forderte Bernd Heinemann, Verwaltungsratsvorsitzender der Barmer, bei der heutigen Tagung des Verwaltungsrates in Berlin. Umso dringender sei als erster Schritt eine rasche sektorenübergreifende Lösung für die Notfallversorgung.

Anschub für Vernetzung und Kooperation

Die Barmer plädiere dafür, künftig die ärztliche und pflegerische Versorgung sektorenübergreifend zu planen, insbesondere zwischen dem ambulanten und stationären Bereich. Daneben solle die Vergütung im Schnittstellenbereich zwischen niedergelassenen Fachärzten und Krankenhäusern vereinheitlicht werden. „Wir wollen außerdem regionale Versorgungsverbünde von Ärzten und Krankenhäusern ermöglichen. Damit würden Qualität und Effizienz der medizinischen Versorgung deutlich verbessert“, so Heinemann. Aus dem Verbund dieser Schritte ergebe sich ein starker Anschub für Vernetzung und Kooperation.

Termin-Servicestellen ausbauen ist gutes Signal

Im Sinne der Patientinnen und Patienten begrüßte der Verwaltungsrat die Pläne der Großen Koalition für einen Ausbau der Termin-Servicestellen. „Es hilft den Versicherten, wenn die Termin-Servicestellen bundesweit unter einer einprägsamen Rufnummer und zu einheitlichen Zeiten erreichbar sind“, betonte Heinemann. Dass neben Facharztterminen die haus- und kinderärztliche Versorgung einbezogen werden sollen, erleichtere den Alltag der medizinischen Versorgung zusätzlich. Das Gleiche gelte für die Absicht, die Mindestsprechstunden von Vertragsärzten von 20 auf 25 pro Woche zu erhöhen.

Studieren kann unglücklich machen

Immer mehr junge Erwachsene leiden unter psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder Panikattacken. Allein zwischen den Jahren 2005 bis 2016 ist der Anteil der 18- bis 25-Jährigen mit psychischen Diagnosen um 38 Prozent und darunter bei Depressionen um 76 Prozent gestiegen. Diese Zahlen stammen aus dem Barmer-Arztreport 2018, mit dem sich der Verwaltungsrat in seiner Sitzung befasste. Demnach ist selbst bei den Studierenden, die bislang als weitgehend „gesunde“ Gruppe galten, inzwischen mehr als jeder sechste (17 Prozent) von einer psychischen Diagnose betroffen. Das entspricht rund 470.000 Personen. Vieles spricht dafür, dass es künftig noch deutlich mehr psychisch kranke junge Menschen geben wird. Gerade bei den angehenden Akademikern steigen Zeit- und Leistungsdruck kontinuierlich. Vor allem mehr niedrigschwellige Angebote können helfen, psychische Erkrankungen von vorn herein zu verhindern.

Aus Sicht der Barmer sind mehr niedrigschwellige Angebote erforderlich, die psychische Erkrankungen vermeiden und junge Erwachsene frühzeitig erreichen, bei denen Depressionen oder Angstzustände bereits ausgebrochen sind. Häufig meiden Betroffene aus Scham den Gang zum Arzt. Ein großes Potenzial sieht der Verwaltungsrat daher in Online-Angeboten, vor allem, wenn sie anonym sind und den Nutzungsgewohnheiten der Generation Smartphone entgegenkommen. Die Barmer hat daher das von der WHO unterstützte Projekt StudiCare aufgelegt. Darin werden nicht nur zielgerichtete Maßnahmen für Studierende in Deutschland entwickelt. Es wird auch erforscht, wie man die Betroffenen möglichst frühzeitig erreichen kann.

Einen Schwerpunkt sieht der Verwaltungsrat in der Vermeidung von psychischen Erkrankungen. So bietet die Barmer als erste Kasse ein Online-Training an, mit dem nachweislich Depressionen erfolgreich verhindert werden können. Damit kann auch die überproportionale Inanspruchnahme begrenzter psychotherapeutischer Plätze bei nur ‚leichten‘ Problemen reduziert werden, um so Platz zu schaffen für Betroffene, die dringender Unterstützung brauchen.

Gesunde Kinderernährung - BARMER und Sarah Wiener Stiftung geehrt

„Ich kann kochen!“ wurde von der Barmer und der Sarah Wiener Stiftung im Jahr 2016 ins Leben gerufen. Allein im Jahr 2017 wurden bei bundesweit rund 530 Fortbildungen etwa 6.000 Genussbotschafterinnen und -botschafter geschult. Für dieses Jahr sind weitere 560 Fortbildungen geplant. Insgesamt soll in den kommenden Jahren in zehn Prozent der Kindertagesstätten und Grundschulen bundesweit Praxiswissen um gesunde und abwechslungsreiche Ernährung an mehr als eine Million Kinder vermittelt werden.

Praktische Kocherfahrungen für ein vielseitiges und genussvolles Essen aus frischen Lebensmitteln, für dieses Konzept zur Ernährungsbildung sind Barmer und die Sarah Wiener Stiftung jetzt auf der Bildungsmesse „didacta“ geehrt worden. Die Ernährungsinitiative „Ich kann kochen!“ wurde mit der „Wir sind IN FORM“-Plakette ausgezeichnet und ist damit Netzwerkpartner des von den Bundesministerien für Ernährung und Gesundheit getragenen Nationalen Aktionsplans „IN FORM“. Die Würdigung zeigt, dass „Ich kann kochen!“ die Vorstellungen und Absichten des Gesetzgebers mit dem im Jahr 2015 verabschiedeten Präventionsgesetz aufgreift und wirksam umsetzt.

Webcode dieser Seite: u000436 Autor: Barmer Erstellt am: 05.04.2018 Letzte Aktualisierung am: 25.09.2018
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