Berichte und Termine 2018

Hier finden Sie Berichte von den Sitzungen des Verwaltungsrats und wichtigen Veranstaltungen. Sie wollen selbst einmal dabei sein? Wir informieren über die Sitzungstermine.

Solide Finanzgrundlagen

Der Krankenversicherungsschutz der Barmer-Versicherten steht auf einer soliden finanziellen Basis. Das vorläufige Rechnungsergebnis 2017 weist einen Überschuss im dreistelligen Millionenbereich auf. Grund dafür ist auch die gute Konjunktur. Trotz der positiven Finanzdaten ist allerdings festzustellen, dass die Ausgaben der GKV stetig und deutlich zunehmen. Diese Kostenentwicklung darf der Gesetzgeber nicht außer Acht lassen. Zudem stellte der Verwaltungsrat fest, dass die Politik in der Pflicht bleibt, Fehlsteuerungen im Finanzausgleich der Kassen auszugleichen.

Mehr Tempo bei sektorenübergreifender Versorgung

Mehr Tempo für eine bessere Kooperation und Vernetzung von niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern fordert der Barmer-Verwaltungsrat von der Bundesregierung. „Dass das deutsche Gesundheitssystem in Versorgungssektoren verharrt, ist eine seiner größten Schwächen. Wenn aber erst im Jahr 2020 Vorschläge auf dem Tisch liegen sollen, wird das Problem in dieser Legislaturperiode wohl nicht mehr gelöst. Wir brauchen deutlich schneller tatkräftige Beschlüsse“, forderte Bernd Heinemann, Verwaltungsratsvorsitzender der Barmer, bei der heutigen Tagung des Verwaltungsrates in Berlin. Umso dringender sei als erster Schritt eine rasche sektorenübergreifende Lösung für die Notfallversorgung.

Anschub für Vernetzung und Kooperation

Die Barmer plädiere dafür, künftig die ärztliche und pflegerische Versorgung sektorenübergreifend zu planen, insbesondere zwischen dem ambulanten und stationären Bereich. Daneben solle die Vergütung im Schnittstellenbereich zwischen niedergelassenen Fachärzten und Krankenhäusern vereinheitlicht werden. „Wir wollen außerdem regionale Versorgungsverbünde von Ärzten und Krankenhäusern ermöglichen. Damit würden Qualität und Effizienz der medizinischen Versorgung deutlich verbessert“, so Heinemann. Aus dem Verbund dieser Schritte ergebe sich ein starker Anschub für Vernetzung und Kooperation.

Termin-Servicestellen ausbauen ist gutes Signal

Im Sinne der Patientinnen und Patienten begrüßte der Verwaltungsrat die Pläne der Großen Koalition für einen Ausbau der Termin-Servicestellen. „Es hilft den Versicherten, wenn die Termin-Servicestellen bundesweit unter einer einprägsamen Rufnummer und zu einheitlichen Zeiten erreichbar sind“, betonte Heinemann. Dass neben Facharztterminen die haus- und kinderärztliche Versorgung einbezogen werden sollen, erleichtere den Alltag der medizinischen Versorgung zusätzlich. Das Gleiche gelte für die Absicht, die Mindestsprechstunden von Vertragsärzten von 20 auf 25 pro Woche zu erhöhen.

Studieren kann unglücklich machen

Immer mehr junge Erwachsene leiden unter psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder Panikattacken. Allein zwischen den Jahren 2005 bis 2016 ist der Anteil der 18- bis 25-Jährigen mit psychischen Diagnosen um 38 Prozent und darunter bei Depressionen um 76 Prozent gestiegen. Diese Zahlen stammen aus dem Barmer-Arztreport 2018, mit dem sich der Verwaltungsrat in seiner Sitzung befasste. Demnach ist selbst bei den Studierenden, die bislang als weitgehend „gesunde“ Gruppe galten, inzwischen mehr als jeder sechste (17 Prozent) von einer psychischen Diagnose betroffen. Das entspricht rund 470.000 Personen. Vieles spricht dafür, dass es künftig noch deutlich mehr psychisch kranke junge Menschen geben wird. Gerade bei den angehenden Akademikern steigen Zeit- und Leistungsdruck kontinuierlich. Vor allem mehr niedrigschwellige Angebote können helfen, psychische Erkrankungen von vorn herein zu verhindern.

Aus Sicht der Barmer sind mehr niedrigschwellige Angebote erforderlich, die psychische Erkrankungen vermeiden und junge Erwachsene frühzeitig erreichen, bei denen Depressionen oder Angstzustände bereits ausgebrochen sind. Häufig meiden Betroffene aus Scham den Gang zum Arzt. Ein großes Potenzial sieht der Verwaltungsrat daher in Online-Angeboten, vor allem, wenn sie anonym sind und den Nutzungsgewohnheiten der Generation Smartphone entgegenkommen. Die Barmer hat daher das von der WHO unterstützte Projekt StudiCare aufgelegt. Darin werden nicht nur zielgerichtete Maßnahmen für Studierende in Deutschland entwickelt. Es wird auch erforscht, wie man die Betroffenen möglichst frühzeitig erreichen kann.

Einen Schwerpunkt sieht der Verwaltungsrat in der Vermeidung von psychischen Erkrankungen. So bietet die Barmer als erste Kasse ein Online-Training an, mit dem nachweislich Depressionen erfolgreich verhindert werden können. Damit kann auch die überproportionale Inanspruchnahme begrenzter psychotherapeutischer Plätze bei nur ‚leichten‘ Problemen reduziert werden, um so Platz zu schaffen für Betroffene, die dringender Unterstützung brauchen.

Gesunde Kinderernährung - BARMER und Sarah Wiener Stiftung geehrt

„Ich kann kochen!“ wurde von der Barmer und der Sarah Wiener Stiftung im Jahr 2016 ins Leben gerufen. Allein im Jahr 2017 wurden bei bundesweit rund 530 Fortbildungen etwa 6.000 Genussbotschafterinnen und -botschafter geschult. Für dieses Jahr sind weitere 560 Fortbildungen geplant. Insgesamt soll in den kommenden Jahren in zehn Prozent der Kindertagesstätten und Grundschulen bundesweit Praxiswissen um gesunde und abwechslungsreiche Ernährung an mehr als eine Million Kinder vermittelt werden.

Praktische Kocherfahrungen für ein vielseitiges und genussvolles Essen aus frischen Lebensmitteln, für dieses Konzept zur Ernährungsbildung sind Barmer und die Sarah Wiener Stiftung jetzt auf der Bildungsmesse „didacta“ geehrt worden. Die Ernährungsinitiative „Ich kann kochen!“ wurde mit der „Wir sind IN FORM“-Plakette ausgezeichnet und ist damit Netzwerkpartner des von den Bundesministerien für Ernährung und Gesundheit getragenen Nationalen Aktionsplans „IN FORM“. Die Würdigung zeigt, dass „Ich kann kochen!“ die Vorstellungen und Absichten des Gesetzgebers mit dem im Jahr 2015 verabschiedeten Präventionsgesetz aufgreift und wirksam umsetzt.

Webcode dieser Seite: u000436 Autor: Barmer Erstellt am: 05.04.2018 Letzte Aktualisierung am: 05.04.2018
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