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bifg-Projektion der Notfallversorgung: Reformen unerlässlich

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Das Barmer Institut für Gesundheitssystemforschung (bifg) hat in einer aktuellen Studie untersucht, wie sich die Nutzung von Notfallangeboten durch Patientinnen und Patienten in Zukunft entwickeln könnte. Bei der Projektion bis in das Jahr 2040 zeigen sich Steigerungen im zweistelligen Prozentbereich sowohl für ambulante Notfallbehandlungen im Krankenhaus als auch für die Nutzung des Rettungsdienstes. Mit Blick auf das laufende Gesetzgebungsverfahren zur Reform der Notfallversorgung bieten die Ergebnisse zum Versorgungsgeschehen wichtige Hinweise für die zukünftige Planung der notwendigen, am tatsächlichen Bedarf orientierten Notfallkapazitäten.

Inanspruchnahme der Notfallangebote könnte bis 2040 erheblich steigen

Zwei Grundannahmen liegen der Projektion der Inanspruchnahme im Bereich der Notfallversorgung zugrunde: So sind bis 2040 eine weitere Alterung der Bevölkerung und eine Verschlechterung der ambulanten hausärztlichen Versorgung zu erwarten. Ausgehend vom Versorgungsgeschehen des Jahres 2024 hat das bifg eine Steigerung der ambulanten Notfallbehandlungen im Krankenhaus um 21,1 Prozent und der Nutzung des Rettungsdienstes um 12,7 Prozent projiziert. Dabei ist ein deutlicher Zusammenhang zwischen der hausärztlichen Versorgung einer Region und der Inanspruchnahme der Notfallversorgung festzustellen.

Große regionale Unterschiede erfordern differenzierte Lösungen

Es fällt auf, dass sich die Inanspruchnahme stark regional unterscheidet. Innerhalb des Bundeslandes Brandenburg etwa variieren die projizierten Veränderungen bis 2040 bezüglich der ambulanten Notfallbehandlungen in Krankenhäusern zwischen -17,7 und +40,6 Prozent, bei der Inanspruchnahme des Rettungsdienstes zwischen -9,8 und +25,1 Prozent. Das Autorenteam fordert deshalb, die künftigen Notfallstrukturen regional differenziert zu betrachten und zu planen. Ein wichtiges Ziel sei zudem, die Inanspruchnahme der Notfallversorgung bundesweit auf das Niveau der Regionen mit den heute niedrigsten Inanspruchnahmeraten zu verringern. Hierdurch könnte die Inanspruchnahme der Notfallversorgung laut Studie um mehr als ein Viertel reduziert werden.

Potenzial zur Entlastung der Notfallstrukturen durch bundesweit einheitliche Organisation

Um die Notfallstrukturen in Zukunft zu entlasten, empfiehlt das Autorenteam deren bundesweit einheitliche und sektorübergreifende Organisation. Für die Auswahl von Standorten der geplanten Integrierten Notfallzentren (INZ) würde das bedeuten, bundeseinheitliche Kriterien zu Grunde zu legen – bei gleichzeitiger Berücksichtigung regionaler Besonderheiten.
Betont wird auch die Notwendigkeit einer konsequenten Steuerung der Patientinnen und Patienten in die medizinisch angemessene Versorgungsebene. Dazu sei eine verbindliche digitale Ersteinschätzung des Behandlungsbedarfs erforderlich. Grundsätzlich sei eine digitale Vernetzung aller Beteiligten an der Notfallversorgung unerlässlich. 
Weiterhin müsse die hausärztliche Versorgung gestärkt werden. Dafür sei die Delegation von heute als ärztlich verstandenen Tätigkeiten an therapeutische und pflegerische Berufe notwendig. Beispiele dafür sind Berufsgruppen wie Pflegekräfte, Community Health Nurses, Advanced Nurse Practitioners und Physician Assistants.

 

Die Ergebnisse der Studie können hier nachgelesen werden:

Projektion der Notfallversorgung bis 2040