Meldungen zur Gesundheitspolitik

Berlin kompakt: Studie des bifg zur Erreichbarkeit von Apotheken | BMG Digitalisierungsstrategie | bifg: Studie zur Inanspruchnahme der Influenza-Impfung

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Berlin, 03.03.2026. Vor dem Hintergrund der für Mittwoch angesetzten Anhörung im Gesundheitsausschuss zum Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz hat das Barmer Institut für Gesundheitssystemforschung (bifg) wichtige Daten zur Erreichbarkeit von Apotheken für die Bevölkerung vorgelegt. Die Ergebnisse zeigen, dass pauschale Strukturfördermaßnahmen nicht das richtige Mittel zur Sicherung des flächendeckenden Apothekennetzes sind.

Für 78 Prozent der Menschen liegt die Wegstrecke zur Apotheke bei unter zwei Kilometern

Die Analysen des bifg ergeben, dass die nächstgelegene Apotheke für 60 Prozent der Bevölkerung in einer Entfernung von unter einem Kilometer liegt. 78 Prozent erreichen ihre Apotheke in weniger als zwei Kilometern, 96 Prozent benötigen weniger als sechs Kilometer. Weiterhin zeigt sich, dass die Schließung von zusätzlichen Standorten für den größten Teil der Bevölkerung keine weiteren Wege zur Apotheke bedeuten würde, da eine andere Apotheke erreichbar wäre.
Die geodatenbasierte Analyse zeigt deutlich, dass die jeweilige lokale Situation für die Arzneimittelversorgung der Menschen bei den politischen Überlegungen für das geplante Apothekengesetz berücksichtigt werden muss. Deshalb sollte von pauschalen Strukturfördermaßnahmen abgesehen werden, vor allem wenn diese erneut mit höheren Kosten für die gesetzliche Krankenversicherung und damit für die Beitragszahlerinnen und Beitragszahler verbunden sind. Berlin kompakt berichtet.
 

Weitere Themen des Newsletters:

BMG stellt weiterentwickelte Digitalisierungsstrategie vor

Das Bundesministerium für Gesundheit hat seine Digitalisierungsstrategie für das Gesundheitswesen und die Pflege vorgestellt. Es ist geplant, die elektronische Patientenakte (ePA) zum „Dreh- und Angelpunkt der Versorgung“ fortzuentwickeln. Bis 2030 sollen 20 Millionen Versicherte die ePA aktiv nutzen. Das Ziel, die ePA zur zentralen Digitalanwendung im Gesundheitswesen zu machen ist richtig, auch mit Blick auf die aktuelle Diskussion um die Einführung eines Primärversorgungssystems.

bifg: Studie zur Inanspruchnahme der Influenza-Impfung

Das bifg hat eine Analyse zum Thema Influenza-Impfung vorgelegt. Es zeigt sich, dass die Impfquote in Deutschland weit hinter der WHO-Empfehlung von 75 Prozent liegt. Wenig nachvollziehbar ist nach Ansicht der Autorengruppe die geringe Impfquote vor allem bei kardiovaskulären Erkrankungen, obwohl die Influenza-Impfung gerade für diese Patientinnen und Patienten empfohlen werde.