Meldungen zur Gesundheitspolitik

Neue Strukturen für ein effizienteres Gesundheitssystem

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Eine sektorenübergreifende Gesundheits- und Pflegepolitik gehört zu den Zielen der Regierungskoalition in dieser Legislaturperiode. Der im Koalitionsvertrag geplante Ausbau multiprofessioneller, integrierter Gesundheits- und Notfallzentren muss nach Auffassung der Barmer jetzt dringend angestoßen werden, um die Versorgung besonders in strukturschwachen Regionen sicherzustellen. Er kann zudem sofort in Angriff genommen werden – der Gesetzgeber muss den Vertragspartnern in der Region jedoch eine flexible Handhabung rechtlicher Vorgaben einräumen. 

Berlin, 10.06.2022 – Ein wesentliches Element für eine vernetzte und sektorenübergreifende Versorgung sind aus Sicht der BARMER regionale Versorgungszentren: Hier können unterschiedliche regionale Leistungserbringer wie Medizinische Versorgungszentren (MVZ) und Intersektorale Gesundheitszentren (IGZ), Praxen, Pflegeeinrichtungen und unterschiedliche Gesundheitsberufe eng kooperieren. Es werden dabei die medizinischen und pflegerischen Ressourcen insbesondere für ambulante Eingriffe und Behandlungen zur Verfügung gestellt, einschließlich kurzzeitiger Überwachung. Damit wird eine kontinuierliche Behandlung von Patientinnen und Patienten sowie ein effizienter Ressourceneinsatz ermöglicht.
In die Arbeit von regionalen Versorgungszentren sollten möglichst viele regionale Leistungserbringer wie auch Pflegeeinrichtungen einbezogen und die Zusammenarbeit mit den Öffentlichen Gesundheitsdienst gewährleistet werden – der im Wesentlichen populationsbezogene Maßnahmen koordiniert.

Regionale Versorgungszentren bündeln die regionalen Ressourcen

Infografik: Regionale Versorgungszentren (RVZ)

Gesetzliche Restriktionen für Pilotprojekte lockern

Der Aufbau neuer, sektorenübergreifender Versorgungsstrukturen kommt besonders unterversorgten Regionen zugute, in denen bereits akuter Handlungsbedarf für die Sicherung der medizinischen Versorgung besteht. Um den Strukturwandel beschleunigen zu können, sollten für einen begrenzten Zeitraum Pilotprojekte ermöglicht werden, für die die gesetzlichen Regelungen gelockert werden: zum Beispiel zur Bedarfsplanung, zum Zulassungsstatus, zur persönlichen Präsenz, zur Vergütung sowie zu Datenanalyse und -transfer. Für den Aufbau sektorenübergreifender Strukturen sollten nach Auffassung der Barmer finanzielle Mittel aus dem Innovationsfonds zur Verfügung gestellt werden.

Vor dem Hintergrund der Planungen der Ampelkoalition zur sektorenübergreifenden Versorgung hat die BARMER das bereits 2019 in einer ersten Version erschienene 10-Punkte-Papier aktualisiert, es finden sich darin Vorschläge für einen schrittweisen Systemwechsel zu einer sektorenübergreifenden Versorgung.

10-Punkte-Papier 2.0 - online lesen        10-Punkte-Papier 2.0 - Download (PDF 300,52 KB) 

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