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Innovationsfonds fördert Projekt eRIKA zur Arzneimitteltherapiesicherheit

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Der beim G-BA eingereichte Projektantrag eRIKA hat den Zuschlag für eine finanzielle Förderung aus dem Innovationsfonds erhalten. Damit kann das Projekt zur digital unterstützten Arzneimitteltherapiesicherheit unter der Führung der Barmer im Herbst in drei Bundesländern starten. Das Projekt soll zeigen, dass digitalisierte Prozesse und die Nutzung von Routinedaten der Kassen einen entscheidenden Fortschritt für die medizinische Versorgung der Versicherten bringen können. 

Berlin, 28.02.2022 – Mit dem Start von eRIKA („E-Rezept als Element interprofessioneller Versorgungspfade für kontinuierliche Arzneimitteltherapiesicherheit“) am 01.10.2022 sollen wesentliche Schritte zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) erprobt werden. Ziel ist es, Risiken für Patientinnen und Patienten bei der Verordnung und Abgabe von Arzneimitteln zu vermeiden.

Bislang bildet das geplante E-Rezept der gematik den analogen Prozess von der Verordnung in der Praxis bis zur Abgabe in der Apotheke nach. Eine konsequente Nutzung des Potenzials der Digitalisierung zur Gewährleistung von Arzneimitteltherapiesicherheit ist damit noch nicht verbunden. Mit eRIKA soll der E-Rezept-Prozess so weiterentwickelt werden, dass ein hohes Maß an Arzneimitteltherapiesicherheit gewährleistet wird – praxistauglich und effizient. Nach Auffassung der Barmer sollte das E-Rezept, nach der aktuellen Erprobung in der Praxis, schnellstmöglich für die Versorgung bereitgestellt werden.

eRIKA: Erprobung wesentlicher Schritte zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit
Mit dem Projekt eRIKA soll die Kommunikation zwischen Ärzten und Apothekern bei der Medikation digital unterstützt organisiert werden, aufbauend auf dem gesetzlichen E-Rezept-Prozess. Ärztinnen und Ärzte werden dabei zum Verordnungszeitpunkt über die Gesamtmedikation des Patienten informiert und elektronisch bei der AMTS-Prüfung unterstützt. Der Überblick über die Medikation soll möglichst umfassend und aussagekräftig sein – die Nutzung der Routinedaten der Kassen macht dies möglich. Patientinnen und Patienten erhalten einen immer aktuellen Medikationsplan, der auch über eine App verfügbar ist. Die verordneten Arzneimittel werden bei der Abgabe in der Apotheke inklusive Chargennummer zentral dokumentiert, sodass bei chargenspezifischen Risikosignalen betroffene Patienten schnell identifiziert und geschützt werden können. Ziel ist es, einen Prozess zu entwickeln, der die Telematikinfrastruktur nutzt, perspektivisch könnten die Daten dafür auch über die elektronische Patientenakte genutzt werden.

Umfassende Strategie der Barmer zur Arzneimitteltherapiesicherheit
Langfristig verfolgt die Barmer eine umfassende Strategie bei der AMTS, die alle Beteiligten mit einbezieht: Ärztinnen und Ärzte, Apothekerinnen und Apotheker im niedergelassenen und im stationären Bereich und natürlich die Versicherten, die davon profitieren. eRIKA ist inzwischen der dritte Baustein der AMTS-Strategie. Mit den Projekten AdAM („Anwendung für ein digital unterstütztes Arzneimitteltherapie-Management“) und TOP („Transsektorale Optimierung der Patientensicherheit“) hat die Barmer bereits weitere Studien zur AMTS aufgesetzt.

Das Projekt eRIKA wird über vier Jahre gefördert. Die Partner des Konsortiums für das Innovationsfonds-Projekt eRIKA sind: Konsortialführung: Barmer, Konsortialpartner: AOK Nordost, Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe, Universitäten Bielefeld, Köln, Wuppertal. Darüber hinaus arbeiten eine Vielzahl weiterer Kooperationspartnern mit oder unterstützen es im wissenschaftlichen Beirat durch ihre Expertise, wie beispielsweise die gematik und das BfArM.

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