Fünf Punkte der BARMER für ein zukunftsfestes Gesundheitswesen
- Nachhaltige Finanzierung des Gesundheitswesens sichern
Prävention und Gesundheitsförderung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe konsequent stärken
Gesundheitsversorgung zukunftsfähig gestalten
Pflege zukunftsfest machen
Wandel zu einer modernen Gesundheitswelt voranbringen
BARMER-Landeschefin Leyh: „Berlin muss als Stadtstaat eine Vielzahl gesundheits- und pflegepolitischer Herausforderungen angehen, um auch künftig eine qualitätsorientierte, gerechte und effiziente Versorgung gewährleisten zu können. Dazu gehören tragfähige Antworten auf die Herausforderungen des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels, die Integration digitaler Lösungen sowie die Sicherstellung einer gerechten Verteilung von Gesundheitsressourcen.
Berlin, 6. August 2026 – Mit Blick auf die Abgeordnetenhauswahl am 20. September fordert die BARMER, politisches Handeln auf eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung auszurichten, die Strukturen hierfür zu schaffen und den Stellenwert der Gesundheitspolitik in der Bundeshauptstadt sichtbar zu machen. In einem Positionspapier formuliert die Krankenkasse fünf zentrale Handlungsfelder, die aus ihrer Sicht Grundlagen einer qualitätsorientierten, finanzierbaren und gerechten Gesundheitsversorgung in Berlin sein können.
Gesundheitssystem zunehmend unter Druck
Das deutsche Gesundheitssystem stoße finanziell und personell an seine Grenzen und stehe durch die demografischen Veränderungen vor weitreichenden Herausforderungen. Mit der steigenden Zahl älterer Menschen wachse auch der Bedarf an einer qualitativ hochwertigen und altersgerechten Versorgung. Laut Statistischem Bundesamt wachse Berlin nicht nur, sondern altere auch. Die Bevölkerung könnte demnach bis zum Jahr 2045 auf etwa 4 Millionen Menschen ansteigen, was erhebliche Auswirkungen auf das Gesundheitssystem und die Pflegeinfrastruktur in der Bundeshauptstadt haben werde. „Jeder möchte sich und seine Angehörigen im Krankheits- oder Pflegefall bestens versorgt wissen“, sagt Gabriela Leyh, Landesgeschäftsführerin der BARMER für Berlin und Brandenburg. Um dem Anspruch der Berlinerinnen und Berliner auf gute medizinische Versorgung in der Arztpraxis und im Krankenhaus als auch auf eine gute Pflege im Alter weiterhin gerecht zu werden, seien politische Weichenstellungen notwendig, damit die medizinische und pflegerische Versorgung zukunftsorientiert in allen Bezirken gestaltet werden könne.
Fünf zentrale Positionen der BARMER für Berlin
Die BARMER sieht in der Hauptstadt insbesondere in folgenden Bereichen politischen Handlungsbedarf:
1. Nachhaltige Finanzierung sichern: Die gesetzliche Krankenversicherung stehe unter erheblichem Finanzdruck. Aus Sicht der BARMER müssen Ausgaben wirksamer gesteuert, Krankenhausstrukturen konsequent an Qualität und Bedarf ausgerichtet sowie Investitionsmittel des Landes gezielt eingesetzt werden.
2. Prävention und Gesundheitsförderung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe konsequent stärken: Prävention sollte aus Sicht der BARMER nicht erst beginnen, wenn Menschen krank werden. Gesundheitsförderung müsse daher in Kitas, Schulen, Quartieren, Pflegeeinrichtungen und Betrieben selbstverständlich werden. Gleichzeitig fordert die BARMER einen starken Öffentlichen Gesundheitsdienst, der Prävention, Gesundheitskompetenz und gesundheitliche Chancengleichheit nachhaltig stärkt. „Prävention verbessert nicht nur die Lebensqualität der Menschen, sondern entlastet langfristig auch das gesamte Gesundheitswesen“, sagt die BARMER-Landeschefin.
3. Gesundheitsversorgung zukunftsfähig gestalten: Patientinnen und Patienten erwarteten eine gut koordinierte Versorgung ohne Brüche zwischen ambulanter und stationärer Behandlung. Dafür brauche es aus Sicht der BARMER eine gemeinsame Bedarfsplanung über Sektorengrenzen hinweg, digitale Vernetzung sowie eine engere Zusammenarbeit aller Gesundheitsberufe. Besonderen Handlungsbedarf bestünden zudem in der Notfallversorgung. Die vorgesehene Verankerung der medizinischen Notfallrettung im SGB V sei eine wichtige Grundlage für die Schaffung eines integrierten Systems der Notfallversorgung.
4. Pflege zukunftsfest machen: Die Zahl pflegebedürftiger Menschen werde kontinuierlich weiter steigen. Zugleich verschärfe sich der Fachkräftemangel. „Familien sind der mitunter unsichtbare, aber der vor allem unverzichtbare Pflegedienst des Landes“, sagt Leyh. Deshalb fordere die BARMER organisatorische und finanzielle Entlastungen für pflegende Angehörige, Investitionen in eine zukunftsfähige Pflegeinfrastruktur, Nachwuchsförderung sowie eine Übertragung weiterer Kompetenzen der Heilkunde in der Pflege.
5. Digitalisierung und elektronische Patientenakte konsequent voranbringen: Digitale Anwendungen könnten die Versorgung einfacher, sicherer und effizienter machen. Die elektronische Patientenakte (ePA) müsse deshalb aus Sicht der BARMER zum verbindenden Element einer modernen Gesundheitsversorgung werden. Gleichzeitig seien hohe Anforderungen an Datenschutz, Datensicherheit und digitale Ethik unverzichtbar. „Eine verantwortungsvolle Digitalisierung im Gesundheitswesen und die Akzeptanz der Prozesse ist der Schlüssel zu einer nachhaltigen und zukunftsorientierten Gesundheitsversorgung.“
Politisches Handeln konsequent auf zukunftsfähige Versorgungsstrukturen ausrichten
Wenn die Rahmenbedingungen des Gesundheitssystems kranken, etwa durch veraltete Strukturen, Unterfinanzierung, fehlende Fachkräfte oder ungleiche Versorgung, müsse Politik handeln wie eine verantwortungsvolle Ärztin oder ein verantwortungsvoller Arzt: Ursachen analysieren, therapieren und so den Gesundheitszustand nachhaltig stabilisieren. Mit ihrem Positionspapier fordert die BARMER, politisches Handeln konsequent auf bedarfsgerechte, leistungsfähige Strukturen im Gesundheitswesen und auf zukunftsorientierte Rahmenbedingungen für ein gesundes Leben in der Stadt auszurichten. „Berlin muss als Stadtstaat eine Vielzahl gesundheits- und pflegepolitischer Herausforderungen angehen, um auch künftig eine qualitätsorientierte, gerechte und effiziente Versorgung gewährleisten zu können. Dazu gehören tragfähige Antworten auf die Herausforderungen des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels, die Integration digitaler Lösungen sowie die Sicherstellung einer gerechten Verteilung von Gesundheitsressourcen“, sagt Leyh.
Positionspapier der BARMER zur Abgeordnetenhauswahl 2026 in Berlin
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Kai Fortelka
Pressesprecher der BARMER für Berlin und Brandenburg
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