Mein Kind hat Kreidezähne. Was passiert jetzt?
Wenn ein Kind die Diagnose Kreidezähne erhält, sollte es professionell betreut werden. Die Behandlung wird individuell geplant. Zahnärztin oder Zahnarzt, Eltern und Kind besprechen gemeinsam, welche Therapie zur Situation passt.
Die Basis ist immer:
- gründliche Zahnhygiene
- regelmäßige Kontrollen
- Schutz vor Karies
- hochkonzentrierte fluoridhaltige Präparate
Diese Präparate können in der Zahnarztpraxis aufgetragen oder für die Anwendung zuhause verschrieben werden. Welche weitere Behandlung sinnvoll ist, hängt davon ab, wie stark die Zähne betroffen sind.
Bei einer leichten Form sind die Kreidezähne noch nicht stark geschädigt. Dann können die Kauflächen zum Beispiel mit einer Kunststoffschicht versiegelt werden. Das Ziel: Die empfindliche Zahnoberfläche wird geschützt und Karies soll möglichst verhindert werden.
Wenn die Zahnstruktur bereits angegriffen ist, können Füllungen oder Kronen notwendig werden. Sie sollen helfen, die Funktion des Zahns wiederherzustellen. Je nachdem, ob die Versorgung nur übergangsweise oder dauerhaft im Zahn bleiben soll, verwenden Zahnärztinnen und Zahnärzte unterschiedliche Materialien.
Bei schweren Kreidezähnen kann es notwendig sein, einen betroffenen Zahn zu entfernen. Die entstandene Lücke kann anschließend durch eine kieferorthopädische Behandlung geschlossen werden. Das klingt für Eltern zunächst belastend. Wichtig ist aber: Die Entscheidung hängt immer vom Einzelfall ab und sollte individuell mit Expertinnen oder Experten besprochen werden.
Können Eltern Kreidezähnen vorbeugen?
Die Entstehung von Kreidezähnen lässt sich derzeit nicht gezielt vermeiden. Der Grund: Die Ursachen der Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation sind noch nicht eindeutig bekannt. Aber Eltern können helfen, die empfindlichen Zähne vor weiteren Schäden zu schützen.
Das ist der wichtige Unterschied:
- Prävention: Kreidezähne gezielt zu verhindern ist derzeit nicht verlässlich möglich
- Prophylaxe: betroffene Zähne schützen und Schäden begrenzen, bleibt daher wichtig
Was Eltern nicht aus der Diagnose machen sollten
Kreidezähne sind für viele Familien verunsichernd. Trotzdem ist wichtig: Du musst nicht selbst herausfinden, wie schwer die Zähne betroffen sind.
Du musst nicht allein entscheiden, welche Behandlung richtig ist. Und du solltest die Ursache nicht bei dir suchen. Die Ursachen sind bislang nicht eindeutig geklärt. Entscheidend ist deshalb nicht Schuld, sondern frühes Erkennen und konsequenter Schutz.
Entscheidungshilfe: Was tun, wenn du Kreidezähne vermutest?
Du siehst weiße oder gelb-braune Flecken
Beobachte die Stelle nicht nur, sondern lass sie zahnärztlich prüfen – besonders während des Zahnwechsels.
Dein Kind hat Schmerzen beim Putzen
Vereinbare einen Termin in der Zahnarztpraxis. Schmerzempfindlichkeit kann ein Hinweis auf Kreidezähne sein.
Heiße oder kalte Speisen tun weh
Auch das sollte abgeklärt werden, weil Kreidezähne empfindlich auf Temperatur reagieren können.
Kreidezähne wurden diagnostiziert
Dann braucht dein Kind professionelle Betreuung, gute Mundhygiene und je nach Schweregrad eine passende Therapie.
Du willst Schäden begrenzen
Achte besonders auf Plaque-Reduktion, sorgfältiges Putzen, weniger Zucker und zahnärztlich empfohlene Fluorid-Präparate.