Umfrage zum klimaneutralen Gesundheitssektor: Große Sorge vor Hitzewellen
Kernergebnisse
59 Prozent der Frauen und 51 Prozent der Männer sorgen sich wegen mehr möglicher Hitzewellen in der Zukunft. 46 beziehungsweise 41 Prozent sehen ihre Gesundheit bei extremer Hitze in Gefahr.
21 Prozent der befragten Frauen und zwölf Prozent der Männer kommen mit großer Hitze schlecht oder sehr schlecht zurecht.
63 Prozent der Befragten sehen die Kommunen und 55 Prozent die Arbeitgeber in der Pflicht, beim Hitzeschutz stärker voranzugehen. Nur 38 Prozent der Erwerbstätigen fühlen sich am Arbeitsplatz vor Hitze gut geschützt.
BARMER-Vorstandsvorsitzender Straub: „Das Thema Hitze ist in der Lebenswirklichkeit der Bevölkerung angekommen. Umso wichtiger ist es, dass die Menschen wissen, wie sie sich und andere am besten gegen Hitze wappnen. Das gilt vor allem für Risikogruppen wie Kleinkinder, Menschen ab 65 Jahren oder Personen mit chronischen Erkrankungen.“
Berlin, 8. September 2026 – Mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland sorgt sich wegen mehr möglicher Hitzewellen in der Zukunft, und zwar 59 Prozent der Frauen und 51 Prozent der Männer. 46 Prozent der Frauen und 41 Prozent der Männer sehen sogar ihre Gesundheit bei extremer Hitze in Gefahr. Das geht aus der repräsentativen Umfrage „Klimaneutraler Gesundheitssektor 2026“ der BARMER und des F.A.Z. Instituts hervor. „Das Thema Hitze ist mit all seinen Risiken in der Lebenswirklichkeit der Bevölkerung angekommen. Gerade der Schutz von Risikogruppen wie Kleinkindern, Menschen ab 65 Jahren oder Personen mit chronischen Erkrankungen ist besonders wichtig. Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, sagt Prof. Dr. med. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der BARMER.
Hitze setzt Frauen stärker zu als Männern
Wie aus der Umfrage weiter hervorgeht, belasten hohe Temperaturen Frauen stärker als Männer. Demnach sagen 21 Prozent der befragten Frauen und zwölf Prozent der Männer, dass sie mit großer Hitze schlecht oder sehr schlecht zurechtkommen. Gut oder sehr gut hingegen kommen 39 beziehungsweise 52 Prozent zurecht. „Dass Frauen Hitze stärker belastet, hat auch physiologische Gründe. Wichtig sind am Arbeitsplatz daher bedarfsgerechte Angebote zum Hitzeschutz, die von zusätzlichen Hitzepausen über gekühlte Erholungsräume bis hin zu flexibleren Arbeitszeiten reichen“, so BARMER-Chef Straub.
Mehr Hitzeschutz am Arbeitsplatz
Laut der Umfrage sehen 63 Prozent der Befragten die Kommunen und jeweils 55 Prozent die Länder beziehungsweise die Arbeitgeber in der Pflicht, beim Hitzeschutz stärker voranzugehen. Doch gerade am Arbeitsplatz gibt es offenbar Nachholbedarf. So fühlen sich nur 38 Prozent der Erwerbstätigen dort gut geschützt, während 22 Prozent den Hitzeschutz als unzureichend einstufen. Zudem gaben nur 38 Prozent an, ihr Arbeitgeber stelle während Hitzeperioden Getränke bereit; in lediglich 20 Prozent der Fälle werde die Möglichkeit zum Homeoffice eingeräumt. Genau das wünschen sich 71 Prozent der Befragten, wenn es draußen mindestens 30 Grad sind. „Hitzeschutz ist Gesundheitsschutz. Deshalb sollte er von Kommunen, Ländern und Arbeitgebern bestmöglich umgesetzt werden. Wichtig sind zunächst niedrigschwellige und leicht umsetzbare Angebote, wie etwa ein verbesserter Zugang zu kostenfreiem Trinkwasser“, sagt BARMER-Vorstandsvorsitzender Straub.
Die gesamte Umfrage der BARMER und des F.A.Z. Instituts finden Sie hier: Klimaneutraler Gesundheitssektor 2026