Eine Frau läuft durch den Wald
Sozialforschung Studiensteckbriefe

F.A.Z. Institut: Klimaneutraler Gesundheitssektor 2026

Lesedauer weniger als 2 Min
Redaktion:
Dirk Weller (Diplom-Psychologe)
Qualitätssicherung:
Falk Wellmann (BARMER)

Wie steht es um Klima- und Hitzeschutz im deutschen Gesundheitswesen? Die fünfte Ausgabe der gemeinsamen Studienreihe von BARMER und F.A.Z. Institut untersucht den Stand der Transformation. Sie zeigt: Beim Hitzeschutz gibt es erste Fortschritte, der Weg zur Klimaneutralität kommt jedoch weiterhin nur langsam voran. 

Studiensteckbrief

Das Wichtigste in Kürze

  • Klimaschutz ohne echten Durchbruch: Der BARMER Klimaschutzindex erreicht wieder den Ausgangswert von 2022. Eine nachhaltige Trendwende ist nicht erkennbar.
  • Hitzeschutz gewinnt an Bedeutung: Gesundheitseinrichtungen reagieren zunehmend auf die gesundheitlichen Folgen hoher Temperaturen. Vielfach fehlen jedoch systematische Strategien.
  • Frauen stärker belastet, aber aktiver: Frauen nehmen die Zunahme heißer Tage häufiger wahr und sorgen sich stärker um die gesundheitlichen Folgen. Sie setzen Schutzmaßnahmen im Alltag konsequenter um, fühlen sich jedoch trotzdem schlechter für Hitze gerüstet als Männer.
  • Prävention und Aufklärung bleiben lückenhaft: Informationen zu Hitzerisiken und Medikamentenanpassungen erreichen die Bevölkerung noch zu selten.
  • Individuelle Vorsorge stößt an Grenzen: Viele Menschen schützen sich eigenverantwortlich, treffen bei Wohnraum und Arbeitsplatz aber auf finanzielle, organisatorische und bauliche Hindernisse. 

Frauen und Männer bewältigen Hitze unterschiedlich

Die Befragung zeigt deutliche Geschlechterunterschiede: 52 Prozent der Männer, aber nur 39 Prozent der Frauen kommen nach eigener Einschätzung gut oder sehr gut mit extremer Hitze zurecht. Gleichzeitig schützen sich Frauen im Alltag konsequenter. 
 

Themen der Studie

Befragung des Gesundheitssektors

  • Barmer Klimaschutzindex 2026
  • Stellenwert von Klimaschutz und Klimaneutralität
  • Klimaschutzmaßnahmen und Transformationshemmnisse
  • Hitzeresilienz von Gesundheitseinrichtungen
  • Hitzeschutzmaßnahmen, Prävention und Beratung

Bevölkerungsbefragung

  • Wahrnehmung und gesundheitliche Folgen von Hitze
  • Geschlechterunterschiede bei Hitzebelastung und Hitzebewältigung
  • Persönliche Schutzmaßnahmen und Umgang mit Hitzewarnungen
  • Vorbereitung von Wohnung und Wohnumfeld
  • Hitzeschutz am Arbeitsplatz
  • Information durch medizinisches und pflegerisches Fachpersonal
  • Erwartungen an Politik, Kommunen und Arbeitgeber 

Methodik

  • Organisationsbefragung: 403 Beschäftigte und Entscheider aus 15 Akteursgruppen des Gesundheitssektors
  • Einbezogene Bereiche: Praxen, Krankenhäuser und Kliniken, Krankenkassen, Apotheken und Sanitätshäuser sowie Pharma- und Medizintechnikindustrie
  • Bevölkerungsbefragung: 1.003 deutschsprachige Personen ab 16 Jahren, repräsentativ für Deutschland
  • Befragungszeitraum: Mai und Juni 2026
  • Methoden: Online- und Telefoninterviews, CAWI und CATI
  • Durchführung: F.A.Z. Business Media | research im Auftrag des F.A.Z. Instituts und der Barmer

Zur Studienreihe

Seit 2022 untersuchen Barmer und F.A.Z. Institut jährlich, wie der deutsche Gesundheitssektor auf dem Weg zu mehr Klimaneutralität vorankommt. Im Mittelpunkt der Ausgabe 2026 stehen erneut Klimaschutz, Hitzeresilienz und der Umgang mit zunehmenden Hitzewellen.