Pressemitteilung aus Nordrhein-Westfalen

NRW-Analyse zu Demenz und Alzheimer: Viele Betroffene in Oberhausen und Mülheim

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  • Auswertung des Morbiditäts- und Sozialatlas der Barmer anlässlich des Welt-Alzheimertags am 21. September: 14 von 1.000 Menschen in NRW leiden an einer Demenz oder an einer Alzheimer-Erkrankung.
  • Die höchsten Betroffenheitsraten im Land weisen Oberhausen und Mülheim an der Ruhr aus, die niedrigsten der Kreis Siegen-Wittgenstein und die Stadt Leverkusen.
  • João Rodrigues, Landesgeschäftsführer der Barmer: „Demenz hat nur selten eine genetische Ursache. Die gute Nachricht ist also: Mit einem gesunden Lebensstil lässt sich das Risiko für das Entwickeln einer Demenz in vielen Fällen deutlich verringern.“

     

Düsseldorf, 18.09.2026 – 14 von 1.000 Menschen in Nordrhein-Westfalen leiden an einer Demenz oder an einer Alzheimer-Erkrankung. Das geht aus einer Auswertung für das Jahr 2024 des Morbiditäts- und Sozialatlas der Barmer hervor. Damit liegt NRW rund neun Prozent unter dem bundesweiten Durchschnitt. Beim Vergleich der Städte und Kreise im bevölkerungsreichsten Bundesland zeigt sich, dass die Erkrankungen in Oberhausen und Mülheim an der Ruhr am häufigsten vorkommen. Hier liegt die Rate jeweils bei 19 je 1.000 und damit etwa 22 Prozent über dem Bundesschnitt. Die geringsten Raten in NRW weisen der Kreis Siegen-Wittgenstein (9 je 1.000; 38 Prozent unter Bundesschnitt) sowie die Stadt Leverkusen (10 je 1.000; 36 Prozent unter dem Bundesschnitt) aus. „Demenz hat nur selten eine genetische Ursache. Die gute Nachricht ist also: Mit einem gesunden Lebensstil lässt sich das Risiko für das Entwickeln einer Demenz in vielen Fällen deutlich verringern“, sagt João Rodrigues, Landesgeschäftsführer der Barmer in NRW, anlässlich des Welt-Alzheimertags am 21. September. Unter anderem hohe Blutfettwerte, Übergewicht, Rauchen und Alkoholkonsum seien risikosteigernd.

Andere Erkrankungen gehen mit Demenz einher

Demenz oder Alzheimer geht häufig mit anderen Erkrankungen einher. Laut Barmer-Analyse leiden rund 63 Prozent der Betroffenen zusätzlich unter Bluthochdruck (Hypertonie). Bei rund 31 Prozent der Betroffenen wurde neben Alzheimer oder Demenz auch eine Depression diagnostiziert. „Es ist nicht untypisch, dass sich die Gemütsverfassung von Demenzerkrankten verändert, nicht selten äußert sich das in Form von depressiven oder auch aggressiven Stimmungszuständen“, so Rodrigues. Dies sei nicht nur für Betroffene leidvoll, sondern auch für Angehörige und nahestehende Personen mitunter kräftezehrend und belastend. „Wer Pflege- oder Fürsorgeaufgaben für einen demenzerkrankten Menschen übernimmt, ist mit dieser großen Herausforderung nicht allein. Die Kranken- und Pflegekassen bieten Beratung zu Leistungen und Angeboten für Demenzerkrankte und pflegende Angehörige“, so der Landeschef der Barmer. „Mit dem Pflegecoach bieten wir allen Interessierten auch ein digitales Informationsportal für Fragen rund um Pflege, Demenz, Gesundheit und Versorgungsfragen.“

Projekt für junge Menschen mit Demenz in NRW

Im Bereich der Selbsthilfe engagieren sich die Barmer und der Landesverband Alzheimer in Nordrhein-Westfalen bereits seit 2023 im Projekt „JaDe“. Dieses richtet sich speziell an jung an Demenz erkrankte Menschen unter 65 Jahren und ihre Angehörigen. Für die Betroffenen in dieser Altersgruppe seien Unterstützungsangebote rar, so Rodrigues. Diese richten sich häufig nur an ältere und betagtere Menschen. „Wer in jüngeren Jahren von einer Demenz betroffen ist, hat aber eine völlig andere Bedarfslage. Jüngere Erkrankte sind häufig mitten im Arbeitsleben, haben eine Familie mit Kindern und womöglich noch Eltern, die gepflegt werden müssen“, sagt der Landesgeschäftsführer der Barmer. Hier setzen die Expertinnen und Experten des Landesverbands Alzheimer NRW mit „JaDe“ an. Im Mittelpunkt des Projektes stehen Information und Wissensvermittlung, Austausch und Selbsthilfe sowie die Förderung von Teilhabe und gemeinsamen Aktivitäten. Die Angebote finden online, etwa in Webinaren und Video-Selbsthilfegruppen, aber auch in Präsenz statt, beispielsweise bei gemeinsamen „Walk & Talk-Treffen“ oder in einer Familien-Reitschule in Velbert. 

„In den vergangenen Jahren ist es uns mit JaDe gelungen, die bestehende Versorgungslücke in NRW ein Stück weit zu schließen. Hier wollen wir uns weiterhin engagieren“, so Rodrigues. Der Erfolg von „JaDe“ in Nordrhein-Westfalen habe inzwischen dazu geführt, dass das Angebot künftig auch Menschen in anderen Bundesländern erreichen soll. Mit „JaDe Bund“, das gemeinsam mit der Deutschen Alzheimer Gesellschaft umgesetzt wird, sollen die Erfahrungen und Erkenntnisse aus Nordrhein-Westfalen nun auch bundesweit nutzbar gemacht werden. „Aktuell laufen die Vorbereitungen, um unsere Austauschformate bundesweit anbieten zu können.“

Kontakt für die Presse:

Tobias Klingen
Pressesprecher Barmer Nordrhein-Westfalen
Telefon: 0202 568 451 131
Mobil: 0160 90456981
E-Mail: presse.nrw@barmer.de
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