Pressemitteilungen 2026

BARMER-Studie zu Herzklappenerkrankung: Überlebensraten bei Männern deutlich geringer

Lesedauer weniger als 3 Min

Kernergebnisse der BARMER-Auswertung

 

  • Männer mit einer undichten Herzklappe haben langfristig ein höheres Sterberisiko als Frauen. Zehn Jahre nach Erstdiagnose einer zunächst beschwerdefreien Mitralklappeninsuffizienz leben noch 73,8 Prozent der Männer, bei Frauen liegt die Rate bei 81,8 Prozent.

  • Gut jeder zweite Mann bekommt in den zehn Jahren nach Erstdiagnose einer Mitralklappeninsuffizienz Komplikationen wie Herzschwäche oder Vorhofflimmern. Bei Frauen liegt der Anteil bei 44 Prozent.

  • Die Anzahl der Krankenhausbehandlungen nach Erstdiagnose einer zunächst beschwerdefreien Mitralklappeninsuffizienz ist innerhalb weniger Jahre deutlich gestiegen. Im Jahr 2013 wurden 14.800 Menschen stationär behandelt. Im Jahr 2024 waren es 22.900.

  • BARMER-Chef Straub: "Für Männer ist eine Mitralklappeninsuffizienz besonders risikoreich. Deshalb ist nach der Erstdiagnose eine geschlechtssensible Nachsorge wichtig. Gerade bei Männern sind engmaschige Kontrollen essenziell."

Berlin 12. Juni 2026 – Männer mit einer undichten Herzklappe haben langfristig ein höheres Sterberisiko als Frauen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des BARMER Instituts für Gesundheitssystemforschung (bifg). Trotz fehlender Beschwerden waren 73,8 Prozent der Männer zehn Jahre nach Erstdiagnose des erhöhten Blutrückflusses durch die Mitralklappe noch am Leben und 81,8 Prozent der Frauen. „Für Männer ist eine Mitralklappeninsuffizienz besonders risikoreich. Deshalb ist nach der Erstdiagnose eine geschlechtssensible Nachsorge wichtig. Gerade bei Männern sind engmaschige Kontrollen essenziell“, sagt Prof. Dr. med. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der BARMER.

Männer häufiger mit Folgeerkrankungen

Wie aus der Studie in Kooperation mit dem Uniklinikum Hamburg Eppendorf und dem Deutschen Institut für Gefäßmedizinische Gesundheitsforschung weiter hervorgeht, entwickelten 51,5 Prozent der Männer in den zehn Jahren nach Erstdiagnose einer Mitralklappeninsuffizienz daraus hervorgehende Komplikationen. Dazu gehören zum Beispiel Herzschwäche oder Vorhofflimmern. Bei Frauen lag der Anteil im selben Zeitraum bei 44 Prozent. „Die Analyse zeigt, dass sich bei zunächst beschwerdefreier Mitralklappeninsuffizienz deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen im weiteren Krankheitsverlauf und in der Prognose zeigen“, so BARMER-Chef Straub. 

Deutlicher Anstieg an Krankenhausfällen

Selbst bei anfänglicher Symptomlosigkeit sei die Mitralklappeninsuffizienz nicht automatisch eine harmlose Frühform, sondern könne gerade im weiteren Verlauf durchaus riskant werden. So habe es in den vergangenen Jahren einen deutlichen Anstieg an entsprechenden Krankenhausfällen gegeben. Im Jahr 2024 seien 22.900 Menschen in Deutschland mit einer Mitralklappeninsuffizienz in stationärer Behandlung gewesen und damit rund 55 Prozent mehr als im Jahr 2013 mit 14.800 Betroffenen.