Wegfall der Bedarfsplanung: Zahnvorsorge bleibt bundesweit gesichert
Kernergebnisse des BARMER-Zahnreports
Die Inanspruchnahme zahnärztlicher Vorsorgeuntersuchungen in Deutschland ist nach wie vor gut. Im Jahr 2024 lag sie bei Personen ab 20 Jahren bei 64 Prozent und damit nur zwei Prozentpunkte unter dem Wert des Jahres 2010.
Parodontalbehandlungen werden in Regionen mit geringerer Zahnarztdichte tendenziell seltener in Anspruch genommen. Die Raten reichten im Jahr 2024 von 2,6 Prozent in Thüringen bis hin zu 4,4 Prozent in Nordrhein-Westfalen.
BARMER-Chef Straub: „Die zahnärztliche Vorsorge ist in Deutschland weiterhin gesichert. Befürchtungen, wonach der Wegfall der Bedarfsplanung die wohnortnahe Versorgung besonders in weniger besiedelten Regionen schwächt, haben sich zumindest bei Basisleistungen wie der zahnärztlichen Untersuchung nicht bewahrheitet.“
Studienautor Walter: „Aufwändige Leistungen werden offensichtlich eher dort erbracht, wo viele Zahnärztinnen und Zahnärzte praktizieren. Dafür ist die medizinisch wichtige Parodontalbehandlung ein gutes Beispiel. Die weitere Entwicklung sollte man dahingehend im Blick behalten.“
Berlin, 11. Mai 2026 – Die Inanspruchnahme zahnärztlicher Vorsorgeuntersuchungen in Deutschland ist nach wie vor gut. Im Jahr 2024 lag sie bei Personen ab 20 Jahren bei 64 Prozent und damit nur zwei Prozentpunkte unter dem Wert des Jahres 2010. Das geht aus dem aktuellen Zahnreport der BARMER hervor. Dieser hat untersucht, ob der Wegfall der zahnärztlichen Bedarfsplanung im Jahr 2007 Folgen auf die Versorgung hat. „Die zahnärztliche Vorsorge ist in Deutschland weiterhin gesichert. Befürchtungen, wonach der Wegfall der Bedarfsplanung die wohnortnahe Versorgung schwächt, haben sich zumindest bei Basisleistungen nicht bewahrheitet,“ sagte Prof. Dr. med. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der BARMER.
Corona-bedingter Einbruch nahezu ausgeglichen
Wie aus dem Zahnreport weiter hervorgeht, hat es bei der Vorsorgeuntersuchung einen Corona-bedingten Einbruch gegeben. Nach weitgehend stabilen Inanspruchnahmeraten bis zum Jahr 2019 ist die Quote zwischenzeitlich um 62 Prozent abgesunken und zuletzt um zwei Prozentpunkte wieder angestiegen. Dies entspricht einem Rückgang von 1,1 Millionen auf 43,5 Millionen Menschen. „Der Pandemie-bedingte Einbruch bei der Inanspruchnahme von zahnärztlichen Vorsorgeuntersuchungen ist inzwischen weitgehend ausgeglichen“, so BARMER-Chef Straub.
Mögliche Engpässe bei aufwändigen Behandlungen
Laut Zahnreport werden Parodontalbehandlungen als Beispiel für aufwändige Therapien in Regionen mit niedrigerer Zahnarztdichte tendenziell seltener wahrgenommen. Die Nutzungsraten lagen im Jahr 2024 zwischen 2,6 Prozent in Thüringen und 4,4 Prozent in Nordrhein-Westfalen. „Aufwändige Leistungen werden eher dort erbracht, wo viele Zahnärztinnen und Zahnärzte zur Verfügung stehen. Auch haben die Menschen in diesen Regionen meist ein höheres Einkommen“, so Studienautor Prof. Dr. Michael Walter. Es drohe eine schleichende Unterversorgung in strukturschwachen Regionen.
Kampagnen für regelmäßige Kontrolle
Der Zahnreport führt nicht nur bei der Inanspruchnahme aufwändiger zahnärztlicher Leistungen deutliche regionale Unterschiede auf, sondern auch bei den Vorsorgeuntersuchungen. Diese erfolgten zuletzt in rund 60 Prozent der Landkreise und kreisfreien Städte seltener als noch fünf Jahre zuvor, insbesondere in Ost- und Mitteldeutschland. Allerdings lag dort das Ausgangsniveau meist höher, und die Inanspruchnahme war auch im Jahr 2024 noch vergleichsweise hoch. „Um Folgekosten zu vermeiden und die Mundgesundheit langfristig zu stärken, braucht es gezielte Informations- und Motivationskampagnen für regelmäßige Kontrolluntersuchungen“, so BARMER-Chef Straub.
Weitere Informationen sowie das ePaper zum Download finden Sie hier: bifg - BARMER Institut für Gesundheitssystemforschung