Versorgung im Land Brandenburg stabil
66 Prozent der Menschen in Brandenburg erreichen eine Apotheke innerhalb von etwa zwei Kilometern.
87 Prozent finden eine Apotheke in einem Umkreis von sechs Kilometern.
Barmer-Landesgeschäftsführerin Gabriela Leyh: „Auch wenn sich die Apothekenlandschaft verändert, bleibt die Versorgung für die große Mehrheit der Menschen in Brandenburg grundsätzlich gut erreichbar. Mögliche Fördermaßnahmen sollten daher sorgfältig geprüft und nur dort zielgerichtet umgesetzt werden, wo objektiv Bedarf dafür besteht.“
Berlin, 30. April 2026 – Die Diskussion um Apothekenstandorte hat zuletzt bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt. Eine aktuelle Auswertung der Barmer für Brandenburg zeigt jedoch, dass die entsprechende Versorgung im Land weiter stabil ist. Trotz rückläufiger Apothekenzahlen in den vergangenen Jahren erreicht die große Mehrheit der Bevölkerung demnach eine Apotheke innerhalb kurzer Wege. In größeren Städten wie Potsdam, Cottbus, Brandenburg an der Havel und Frankfurt (Oder) befindet sich in der Regel mindestens elf Apotheken im Umkreis von sechs Kilometern. In ländlichen Regionen zeigen sich hingegen Unterschiede. In dünn besiedelten Gebieten der Uckermark oder der Prignitz müssen einzelne Einwohnerinnen und Einwohner durchaus längere Wege zur nächsten Apotheke zurücklegen, während die Versorgung im Berliner Umland deutlich dichter ist. In Ostprignitz-Ruppin etwa beträgt die durchschnittliche Entfernung zur nächsten Apotheke etwa 3,9 Kilometer, im Kreis Spree-Neiße dagegen nur rund 2,9 Kilometer. „Auch die Apothekenstruktur befindet sich im Wandel, von flächendeckender Unterversorgung kann in Brandenburg aber keine Rede sein. Entscheidend ist, bestehende regionale Unterschiede zu analysieren und Maßnahmen gezielt dort anzusetzen, wo tatsächliche Versorgungsbedarfe entstehen“, sagt Gabriela Leyh, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Berlin und Brandenburg. Gerade in Flächenländern komme es darauf an, Stadt und Land gemeinsam zu betrachten und entsprechende Lösungen zu entwickeln. Die Barmer plädiere vor diesem Hintergrund für eine differenzierte Betrachtung.
Diskussion um Weiterentwicklung der Apothekenversorgung
Die Analyse der Kasse steht im Kontext der politischen Diskussion um die Weiterentwicklung der Apothekenversorgung. Ziel entsprechender Überlegungen der Bundesregierung soll es unter anderem sein, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Apotheken zu verbessern. Aus Sicht der Barmer sollten mögliche Unterstützungsmaßnahmen jedoch allenfalls sehr zielgerichtet erfolgen. „Sollten zusätzliche Gelder der Beitragszahlenden für die Förderung von Apothekenstandorten eingesetzt werden, ist eine differenzierte Betrachtung der Versorgungssituation der Menschen in den jeweiligen Regionen erforderlich. Eine Pauschalförderung aller Apotheken mit der Gießkanne wäre nicht gerechtfertigt“, stellt die Barmer-Landeschefin fest.
Verändertes Nutzungsverhalten der Versicherten
Neben Strukturveränderungen wirkt sich nach Einschätzung der Barmer auch das veränderte Nutzungsverhalten der Versicherten auf die Apothekenlandschaft aus. So würden immer mehr Menschen Medikamente online bestellen. Das gelte sowohl für rezeptfreie als auch zunehmend für verschreibungspflichtige Präparate. „Der Versandhandel für Arzneimittel hat sich fest etabliert und verändert auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen von Apotheken vor Ort. Diese Entwicklung sollte in der laufenden Debatte berücksichtigt werden, ohne die Bedeutung wohnortnaher Apotheken gänzlich außer Acht zu lassen“, sagt Leyh.
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Kai Fortelka
Pressesprecher der BARMER für Berlin und Brandenburg
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