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BARMER-Verwaltungsrat: Patientenversorgung grundlegend neu strukturieren

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Kurz und knapp

  • Der Verwaltungsrat der BARMER fordert eine grundlegende strukturelle Neuausrichtung der Patientenversorgung. Zentrales Element ist eine neue Arbeits- und Aufgabenteilung zwischen den medizinischen Berufsgruppen.

  • Notwendig ist der Aufbau eines Primärversorgungssystems mit mehr Kooperation zwischen Ärztinnen und Ärzten sowie weiteren Gesundheitsberufen. Eine stärkere Delegation ärztlicher Tätigkeiten, die kein spezialisiertes Wissen von Ärzten erfordern, ist dabei entscheidend.

  • Der Einsatz personeller und finanzieller Ressourcen muss sich konsequent am tatsächlichen Versorgungsbedarf der Patientinnen und Patienten orientieren.

  • Für die Koordination von Not- und Akutfällen ist ein standardisiertes und digitales Ersteinschätzungssystem dringend erforderlich.

  • Die Vorsitzende des BARMER-Verwaltungsrats, Sylvi Krisch, fordert den Abbau von Über-, Unter- und Fehlversorgung sowie den konsequenten Aufbau bedarfsgerechter Versorgungsstrukturen.

 

Berlin, 9. Februar 2026 – Der Verwaltungsrat der BARMER fordert eine grundlegende strukturelle Neuausrichtung der Versorgung von Patientinnen und Patienten. Kern des Reformbedarfs ist eine neue Arbeits- und Aufgabenteilung zwischen den verschiedenen medizinischen Berufsgruppen, die sich konsequent am tatsächlichen Versorgungsbedarf orientiert. „Eine wirksame und koordinierte Patientenversorgung setzt funktionierende Strukturen und Prozesse im Gesundheitswesen voraus. Dazu müssen durch tiefgreifende Reformen Über-, Unter- und Fehlsteuerung bei den Leistungserbringern abgebaut werden. Gleichzeitig gilt es, Strukturen zu etablieren, die Patientinnen und Patienten geordnet und priorisiert nach Dringlichkeit, Schwere und therapeutischen Möglichkeiten in die jeweils passende Versorgung führen“, sagte Sylvi Krisch, Vorsitzende des BARMER-Verwaltungsrats.

Etablierung eines Primärversorgungssystems erforderlich

Voraussetzung hierfür ist der Aufbau eines leistungsfähigen Primärversorgungssystems, in dem die verschiedenen medizinischen Berufsgruppen enger zusammenarbeiten. Haus- und Fachärzte müssen zukünftig weit stärker mit anderen Berufsgruppen wie Pflegekräften, Community Health Nurses, Advanced Nurse Practitioners und Physician Assistants kooperieren und sich mit anderen Leistungserbringern im System vernetzen. Ein gut organisiertes Primärversorgungssystem nutzt die Kompetenzen verschiedener Berufe und entlastet die anderen Versorgungsebenen.

Vom Primärversorgungssystem profitiert auch der stationäre Sektor

Ein gut organisiertes Primärversorgungssystem kommt auch den nachgelagerten Versorgungsebenen zugute, insbesondere dem Krankenhaussektor. Dort bedarf es weiterer Strukturreformen hin zu weniger, dafür jedoch leistungsfähigen Kliniken. Vor diesem Hintergrund darf die Notfallreform mit einem funktionierenden, standardisierten Ersteinschätzungssystem nicht länger aufgeschoben werden. Dieses ist sowohl für die Koordination von Notfällen als auch von Akutfällen unverzichtbar.

Reformen am Bedarf der Patienten ausrichten

Diese notwendigen Reformschritte müssen von einer konsequenten Digitalisierung begleitet werden. Eine Neuorganisation der Versorgung darf sich ausschließlich am Bedarf der Patientinnen und Patienten orientieren. Dafür sind die entsprechenden strukturellen Voraussetzungen zu schaffen und die Vorteile einer gezielten Koordination der Patientenversorgung transparent zu vermitteln. Nachvollziehbare und verbindliche Vorgaben sollen Orientierung bieten und eine bedarfsgerechte Versorgung sicherstellen.