Hautkrebs-Früherkennung: Mehrheit nutzt Screening nicht
Kernergebnisse des BARMER-Arztreports
Rund 47 Millionen GKV-Versicherte ab 35 Jahren hatten im Jahr 2022 oder 2023 ein Anrecht auf das alle zwei Jahre kostenfreie Hautkrebs-Screening.
Dieses Angebot nutzten nur 13 Millionen Anspruchsberechtigte (28 Prozent). 34 Millionen und damit mehr als 70 Prozent nahmen nicht teil.
Junge Frauen nahmen das Hautkrebs-Screening deutlich häufiger in Anspruch als junge Männer. Die Rate lag bei Frauen im Alter von 35 bis 39 Jahren bei 23,3 Prozent und bei Männern bei 16,6 Prozent.
BARMER-Chef Straub: Hautkrebs-Screening ist ein wichtiger Baustein für Früherkennung und erfolgreiche Behandlung von Hautkrebs.
Berlin, 16.03.2026 – Etwa 70 Prozent der anspruchsberechtigten GKV-Versicherten in Deutschland nutzen das alle zwei Jahre mögliche Hautkrebs-Screening nicht. Das waren bezogen auf die Jahre 2022 und 2023 jeweils rund 34 Millionen Personen. Dies geht aus dem BARMER-Arztreport 2025 hervor. Trotz des seit dem Jahr 2008 bestehenden Anspruchs auf eine kostenlose Früherkennungsuntersuchung alle zwei Jahre nahmen im Jahr 2023 oder im Vorjahr lediglich 27,9 Prozent der gesetzlich Versicherten ab 35 Jahren, beziehungsweise 13,1 Millionen Personen, diese Vorsorgeuntersuchung wahr. „Das Hautkrebs-Screening ist wichtig für die Früherkennung und erfolgreiche Behandlung von Hautkrebs. Die aktuellen Zahlen zeigen jedoch, dass wir von einer optimalen Vorsorge noch weit entfernt sind“, sagt Prof. Dr. med. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der BARMER. Die Auswertung zeige, dass bei den Screenings erhebliche Unterschiede je nach Alter, Geschlecht und Bildung bestünden.
Jüngere Frauen gehen häufiger zum Screening
Junge Frauen nehmen das Hautkrebs-Screening deutlich häufiger in Anspruch als junge Männer. Dagegen sind ältere Männer beim Thema Vorsorge offenbar aktiver als ältere Frauen. Insgesamt nutzten 23,3 Prozent der Frauen im Alter von 35 bis 39 Jahren das Angebot. Bei Männern gleichen Alters waren es hingegen nur 16,6 Prozent. In höheren Altersgruppen kehrt sich dieses Verhältnis um. So lag die Teilnehmerrate bei Männern im Alter von 80 bis 84 Jahren bei 33,7 Prozent und damit höher als bei den Frauen dieser Altersgruppe, die nur zu 29,9 Prozent am Screening teilnahmen. Besonders auffällig ist, dass Screenings verstärkt von Fachärzten durchgeführt werden. Während das Screening bei Hausärztinnen und Hausärzten seit dem Jahr 2020 um rund 30 Prozent zurückging und sich auf niedrigem Niveau stabilisierte, stieg die Inanspruchnahme bei Dermatologinnen und Dermatologen zuletzt kontinuierlich an. Innerhalb der beiden Jahre 2022 und 2023 ließen sich 13,1 Millionen der insgesamt 47,2 Millionen anspruchsberechtigten gesetzlich Versicherten ab 35 Jahren untersuchen. „Es braucht unter anderem gezielte Informationskampagnen und niedrigschwellige Angebote, um insbesondere Risikogruppen besser zu erreichen“, sagt Prof. Dr. med. Joachim Szecsenyi, Autor des Arztreports und Geschäftsführer des aQua-Instituts in Göttingen.