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FSME-Impfung: Schutz vor Frühsommer-Meningoenzephalitis durch Zecken

Lesedauer unter 8 Minuten

Redaktion

  • Barmer Internetredaktion

Qualitätssicherung

  • Annette Mittmann (Ärztin und medizinische Psychotherapeutin)
  • Heidi Günther (Apothekerin bei der Barmer)

Die FSME-Impfung, umgangssprachlich auch Zeckenimpfung genannt, schützt sowohl Kinder als auch Erwachsene vor der infektiösen Erkrankung Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Besonders gefährdet sind Personen, die sich in FSME-Risikogebieten aufhalten. Die Barmer übernimmt die vollen Kosten für die FSME-Impfung.

Das FSME-Virus wird durch einen Zeckenstich übertragen und führt im schlimmsten Fall zu einer Entzündung der Hirnhäute, des gesamten Gehirns und des Rückenmarks. Auch ein schnelles Entfernen der Zecke ist kein Garant dafür, dass es nicht zu einer Infektion kommt. Die Impfung gegen FSME bietet hier zuverlässig Schutz.

Für wen ist eine FSME-Impfung sinnvoll?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt allen Personen, die in einem FSME-Risikogebiet wohnen oder in ein solches Gebiet reisen und dort mit Zecken in Kontakt kommen könnten, sich zur Vorsorge gegen FSME impfen zu lassen. Das Risiko, sich mit FSME-Viren zu infizieren, ist im Frühjahr und Sommer höher als in den kalten Jahreszeiten. Die FSME kann aber auch im Herbst und in warmen Wintern auftreten. Wer sich daher in einem Risikogebiet in freier Natur aufhalten möchte, sollte unabhängig von der Jahreszeit an eine Impfung denken.

Zu den FSME-Risikogebieten in Deutschland zählen vor allem Regionen in Baden-Württemberg, in Bayern, in Südhessen, im südöstlichen Thüringen und in Sachsen. Einzelne FSME-Risikogebiete befinden sich zudem in Mittelhessen, in Rheinland-Pfalz, im Saarland und in Niedersachsen. Das Robert Koch-Institut stuft alle Risikogebiete jährlich neu ein.

Kinder können ab dem ersten Geburtstag gegen FSME geimpft werden. Bitte sprechen Sie mit Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt über die Impfung. Schwangere sollten die Impfung bei entsprechender Indikation bei ihrer gynäkologischen Praxis ansprechen.

Wie oft und in welchen Abständen muss die FSME-Impfung verabreicht werden?

In Deutschland stehen derzeit zwei FSME-Impfstoffe zur Verfügung, die auf dem gleichen Wirkprinzip basieren: Wenn Sie sich für eine Impfung entscheiden, werden Ihnen abgetötete, inaktivierte FSME-Viren injiziert.

Für einen kompletten Impfschutz sind drei Impfungen erforderlich – die sogenannte Grundimmunisierung. Nach der ersten Impfung folgt, je nach verwendetem Impfstoff, die zweite Impfung ein bis drei Monate später. Nach weiteren fünf bis neun Monaten erhalten Sie dann die dritte Impfung. Um die Impfreihe abzuschließen, müssen Sie also ein Zeitraum von mindestens sechs Monaten einplanen. Der Impfschutz beginnt frühestens zwei Wochen nach der zweiten Impfung. Es besteht dann bei den Zweifach-Geimpften ein 98-prozentiger Impfschutz, der allerdings nur etwa ein Jahr anhält. Danach folgt in der Regel die dritte Impfdosis.

Impfschemata für die FSME-Impfung mit den Impfstoffen FSME-Immun und Encepur

Impfschema
FSME-Immun

Standardimpfungen

Schnellimpfung

Erste Impfdosis

Tag null

Tag null

Zweite Impfdosis

nach einem bis drei Monaten

nach zwei Wochen

Dritte Impfdosis

fünf bis zwölf Monate nach zweiter Impfdosis

fünf bis zwölf Monate nach zweiter Impfdosis

Erste Auffrischung

drei Jahre nach zweiter Impfdosis

drei Jahre nach zweiter Impfdosis

Weitere Auffrischungen

alle fünf Jahre (Alter unter 60)
alle drei Jahre (Alter ab 60)

alle fünf Jahre (Alter unter 60)
alle drei Jahre (Alter ab 60)

Impfschema
Encepur

Standardimpfungen

Schnellimpfung

Erste Impfdosis

Tag null

Tag null

Zweite Impfdosis

nach zwei Wochen bis drei Monaten

nach sieben Tagen

Dritte Impfdosis

neun bis zwölf Monate nach zweiter Impfdosis

drei Wochen nach erster Impfdosis

Erste Auffrischung

drei Jahre nach zweiter Impfdosis

nach 12 bis 18 Monaten

Weitere Auffrischungen

alle fünf Jahre (Alter unter 60)
alle drei Jahre (Alter ab 60)

alle fünf Jahre (Alter unter 60)
alle drei Jahre (Alter ab 60)

Möglich ist auch eine Schnellimmunisierung. Dabei werden alle drei Impfungen innerhalb von drei Wochen verabreicht, um die Grundimmunisierung zu erreichen. Es ist dann allerdings notwendig, den Impfschutz bereits nach 12 bis 18 Monaten aufzufrischen.

Wie lange hält die FSME-Impfung?

Wer alle drei Impfungen hat, ist je nach Lebensalter zunächst für drei Jahre geschützt. Alle Personen, die sich weiterhin in Risikogebieten aufhalten, sollten ihren Impfschutz mit einer Auffrischimpfung für weitere drei bis fünf Jahre verlängern. Laut Studien ist der Impfschutz nach der Grundimmunisierung auch fünf bis zehn Jahre danach immer noch sehr gut. Bei einer Schnellimmunisierung muss bereits nach 12 bis 15 Monaten noch einmal aufgefrischt werden.

Wichtig zu wissen: Die FSME-Impfung schützt nicht gegen Borreliose, die ebenfalls von Zecken übertragen wird. Borreliose ist eine bakterielle Infektion, die insbesondere das Nervensystem und die Gelenke betreffen kann. Am besten schützen Sie sich, wenn Sie Zeckenstiche vermeiden.

Fünf Tipps, wie Sie Zeckenstiche vermeiden können:

  • Tragen Sie helle Kleidung und achten Sie darauf, Ihre Haut zu bedecken. Das hilft Ihnen dabei, Zecken frühzeitig zu entdecken und die lästigen Plagegeister zu entfernen.
  • Achten Sie auf feste Schuhe, wenn Sie Risikogebiete betreten.
  • Zecken halten sich auf bodennahen Pflanzen, im hohen Gras und im Unterholz auf. Ziehen Sie Ihre Socken über die Hosenbeine. Dadurch erschweren Sie den Spinnentieren den Zugang zu Ihrer Haut.
  • Es gibt verschiedene Abwehrmittel (Repellents), die Zecken durch ihren abstoßenden Geruch abwehren sollen. Der Effekt tritt möglicherweise verzögert ein, sodass die Zecke erst nach einigen Sekunden abfällt.
  • Suchen Sie sich nach einem Aufenthalt in der Natur nach Zecken ab. Die Spinnentiere bevorzugen warme, feuchte Bereiche wie die Kniekehlen, den Genitalbereich oder den Haaransatz. Zecken übertragen FSME-Viren in sehr kurzer Zeit. Bei Borrelien dauert es ein bis zwei Tage.

Welche Nebenwirkungen können nach einer FSME-Impfung auftreten?

Der FSME-Impfstoff ist allgemein gut verträglich. Mögliche Nebenwirkungen sind – wie bei vielen anderen Impfungen auch – Schmerzen, Rötungen oder Schwellungen an der Einstichstelle. In den ersten vier Tagen können auch Symptome wie bei einer Erkältung oder einem leichten Magen-Darm-Infekt auftreten. So können sich z. B. Fieber, Kopf-, Muskel- sowie Gelenkschmerzen, Unwohlsein oder Magen-Darm-Beschwerden bemerkbar machen. Die Beschwerden halten in der Regel nicht lange an und verursachen auch keine Folgeschäden. Schwere Nebenwirkungen treten nur sehr selten auf. Allerdings sollten Sie trotzdem auf Ihren Körper hören und bei Sport und Alkohol nach der Impfung etwas kürzer treten.

Zeckenstich nach FSME-Impfung: Wie Sie Zecken entfernen
Die FSME-Impfung schützt Sie vor der Frühsommer-Meningoenzephalitis. Der beste Schutz vor einer Borreliose ist die schnelle Entfernung des Spinnentiers.

Wenn Sie ein Picknick im Grünen, eine Wanderung durch die Natur oder einen Aufenthalt im Garten planen, sorgen Sie vor: Nehmen Sie eine Zeckenzange, Zeckenpinzette oder Zeckenkarte mit.
Fassen Sie die Zecke möglichst nah an der Haut und ziehen Sie sie behutsam heraus. Achtung: Drehen Sie die Zecke nicht! Die Gefahr ist groß, dass Sie andernfalls den Kopf abreißen.
Verzichten Sie auf Hilfsmittel wie Öl oder Klebstoff.

Übernimmt die Barmer die Kosten für eine FSME-Impfung?

Wenn Sie in einem FSME-Risikogebiet wohnen oder in ein FSME-Risikogebiet innerhalb Deutschlands reisen, übernimmt die Barmer die Kosten der drei FSME-Impfungen und aller Auffrischungsimpfungen. Sie können sich kostenlos mit Ihrer Versichertenkarte in Ihrer Arztpraxis oder auch beim Gesundheitsamt impfen lassen.

Wenn Sie eine Reise in ein FSME-Risikogebiet außerhalb Deutschlands planen, können Sie sich und Ihre Familie ebenfalls gegen FSME impfen lassen. In diesem Fall gilt die FSME-Impfung als Reiseschutzimpfung, deren Kosten die Barmer ebenfalls vollständig übernimmt. Die Abrechnung erfolgt in diesem Fall nicht über die Versichertenkarte, sondern in Form einer Rückerstattung. Reichen Sie dafür die Rechnungsunterlagen Ihrer Arztpraxis im Original oder als Kopie bei uns ein. Ganz einfach und schnell geht das übrigens über das Online-Postfach im Bereich Meine Barmer.

Alle Barmer-Versicherten, die am Barmer Bonusprogramm teilnehmen, können bei einer FSME-Impfung zusätzlich Bonuspunkte sammeln.

FAQ: Häufige Fragen zur FSME-Impfung

In diesem Abschnitt beantworten wir die wichtigsten Fragen rund um den Impfschutz und die Nebenwirkungen der FSME-Impfung.

Eine Impfung ist zwar möglich. Auch eine sofort nach Zeckenstich gegebene FSME-Impfung kann eine Infektion bei Personen mit unzureichendem Impfschutz mit größter Wahrscheinlichkeit jedoch nicht verhindern.

Ein zuverlässiger Schutz gegen FSME ist erst nach zwei Teilimpfungen gegeben. Der Körper braucht Zeit, um die schützenden Antikörper zu bilden. Den vollen Schutz gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis erreichen Sie erst nach drei Impfungen. Damit ist die Grundimmunisierung abgeschlossen.

Bei der Standard-FSME-Impfung und der Schnellimpfung mit FSME-Immun sowie der Standardimpfung mit ENCEPUR ist die erste Auffrischung drei Jahren nach der zweiten Impfdosis nötig. Weitere Auffrischungen folgen – abhängig von Ihrem Lebensalter – nach drei beziehungsweise fünf Jahren nach der zweiten Impfdosis. Schauen Sie sich dazu oben unser Schema an. Falls Sie sich für die Schnellimpfung mit ENCEPUR entscheiden, ist die erste Auffrischimpfung der Zeckenimpfung nach zwölf bis 18 Monaten fällig.

Im Anschluss an die Impfung können Impfreaktionen wie Abgeschlagenheit, Schmerzen im Arm sowie an der Einstichstelle und Kopfschmerzen auftreten. Überwiegend zeigen sich diese Nebenwirkungen bei der ersten FSME-Impfung. Diese Symptome klingen von selbst wieder ab. Schwerwiegende oder lebensbedrohliche Nebenwirkungen traten in Zulassungsstudien nicht auf.

Nach zwei Impfungen haben Sie bereits einen 98-prozentigen Schutz gegen FSME. Dieser hält etwa ein Jahr an. Nach einer vollständigen Impfung liegt Ihr Impfschutz bei 99 Prozent. Für drei Jahre sind Sie damit bei einem Zeckenstich gegen FSME geschützt.

Nein. Zwar werden beide Erreger durch Zecken übertragen. Allerdings sind die Auslöser der Borreliose Bakterien (Borrelien). FSME ist eine Viruserkrankung. Gegen Borreliose gibt es keine Impfung, aber die Krankheit lässt sich mit Hilfe von Antibiotika therapieren.

Ihre Barmer-Vorteile bei der FSME-Impfung

  • Vollständige Kostenübernahme: Die Barmer übernimmt die Kosten der gesamten FSME-Impfreihe und aller Auffrischungsimpfungen bei Personen, die in FSME-Risikogebieten leben oder in Risikogebiete innerhalb Deutschlands verreisen.
  • Gut geschützt auf Reisen im Ausland: Auch bei Reisen in Risikogebiete im Ausland übernimmt die Barmer die Kosten für die FSME-Impfung als Reiseschutzimpfung.
  • Punkte sammeln: Mit einer FSME-Schutzimpfung sammeln sie zusätzlich Punkte im Barmer Bonusprogramm. Die gesammelten Punkte können Sie später für individuelle Barmer Leistungen einlösen.

Möchten Sie alle Impftermine im Blick haben? Dann nutzen Sie den Impfplaner im digitalen Gesundheitsmanager der Barmer.

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