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Information und Beratung zu fehlerhaften Medizinprodukten

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Inhaltsverzeichnis

Wenn Sie vermuten, dass mit Ihrem Medizinprodukt etwas nicht in Ordnung ist, vertrauen Sie auf Ihre Barmer: Wir unterstützen Sie mit ausführlichen Informationen und individueller Beratung.

Was ist ein fehlerhaftes Medizinprodukt?

Als Medizinprodukte bezeichnet man verschiedene Gegenstände, Apparate oder Instrumente, die am oder im Körper eingesetzt werden und dort eine bestimmte Funktion erfüllen. Bekannte Medizinprodukte sind zum Beispiel Herzkatheter, Stents, künstliche Hüft-, Schulter- oder Kniegelenke. Aber auch Verbandmittel, Pflaster oder Kontaktlinsen gehören dazu.

Durch einen Konstruktionsfehler bei der Herstellung des Medizinproduktes, die Herausgabe einer fehlerhaften Gebrauchsanweisung oder durch einen Materialfehler kann die Verwendung beziehungsweise der Einsatz des betroffenen Medizinproduktes zu Problemen bei den Patienten führen. In diesem Fall veranlasst der Hersteller in der Regel die Herausgabe einer Sicherheitsinformation oder er ruft die gesamte Medizinproduktserie zurück, wenn die Probleme gehäuft auftreten.

Was sollten Sie tun, wenn Ihr Medizinprodukt fehlerhaft ist?

Über eine Sicherheitsinformation oder einen Rückruf wird der Arzt, der die betroffene Produktgruppe bei dem Hersteller bezogen hat, informiert. Sollte Ihr Medizinprodukt von einem Rückruf betroffen sein, erhalten Sie somit wichtige Informationen direkt von Ihrem behandelnden Arzt. Auch wenn noch kein Rückruf erfolgt ist, Sie aber den Verdacht haben, dass mit Ihrem Medizinprodukt etwas nicht stimmt, sollten Sie zunächst Ihren Arzt informieren und mit ihm die weiteren Schritte besprechen.

Möchten Sie sich bei einem Verdacht selbst über die aktuellen Rückrufe und die gemeldeten Sicherheitsinformationen der Hersteller informieren, bietet die Internetseite des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) einen guten Überblick. Dort werden alle Meldungen der Hersteller zu Problemen mit Medizinprodukten aufgeführt, die möglicherweise auf einen Produktfehler zurückzuführen sind.

Um sicher zu gehen, dass es sich bei Ihrem Medizinprodukt tatsächlich um ein zurückgerufenes Produkt handelt, sind zusätzliche Informationen hilfreich – wie zum Beispiel den Hersteller, die Modell-/Typenbezeichnung, die Artikelnummer und die Chargen- oder Seriennummer. Bei eingesetzten Implantaten finden Sie diese in Ihrem Implantatpass. Einen solchen Pass erhalten Sie bei folgenden Implantat-Gruppen:

  • Herzklappen
  • Nicht-resorbierbare Gefäßprothesen und -stützen
  • Hüft- oder Kniegelenkersatz
  • Wirbelkörperersatzsysteme
  • Bandscheibenprothesen
  • Brustimplantaten

Zählt Ihr Medizinprodukt nicht zu den aufgeführten Implantat-Gruppen, erhalten Sie die benötigten Informationen über Ihren Arzt. Möglicherweise können auch der Patientendokumentation, zum Beispiel dem Entlassungs- oder dem Operationsbericht, hilfreiche Informationen entnommen werden.

Wie helfen wir Ihnen?

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob es sich bei Ihnen um ein vom Rückruf betroffenes Medizinprodukt handelt, melden Sie sich bei der Barmer. Wir unterstützen Sie bei der Recherche nach aktuellen Produktrückrufen und informieren Sie über die Möglichkeiten zur Durchsetzung persönlicher Ersatzansprüche gegenüber dem Hersteller des Medizinprodukts.

Die Spezialisten am Behandlungsfehler-Telefon erreichen Sie über unseren Telefonservice unter 0800 3331010 (Montag bis Freitag von 7 bis 20 Uhr; Anrufe aus den deutschen Fest- und Mobilfunknetzen sind für Sie kostenfrei).

Wie geht es weiter?

Wenn sich der Verdacht bestätigt und Ihr Medizinprodukt von einem Rückruf betroffen ist, führt dies häufig zu Verunsicherungen und Fragen. In diesem Fall sollte der behandelnde Arzt der erste Ansprechpartner sein. Die Hersteller informieren die Ärzte im Rahmen der Sicherheitsinformation oder dem Rückruf auch über notwendige Gegenmaßnahmen. In den meisten Fällen sind dies die Entnahme des Implantats sowie die daran anschließende Neuversorgung. Die Barmer steht Ihnen dabei beratend zur Seite. Informieren Sie uns gerne über die erforderlichen Behandlungsmaßnahmen, damit wir unsere Schadensersatzansprüche gegenüber dem Hersteller geltend machen und Sie somit bei der Durchsetzung persönlicher Schadensersatzansprüche optimal unterstützen können.

Was passiert mit einem explantierten Medizinprodukt?

Sie sind Eigentümer Ihres Medizinprodukts. Das bleibt auch so, wenn das Produkt, zum Beispiel ein Implantat, aus dem Körper entfernt werden muss. Das Krankenhaus darf daher nicht über das sogenannte Explantat verfügen, es zum Beispiel dem Hersteller für Materialuntersuchungen geben oder es gar wegwerfen. Das Explantat muss vielmehr aufbewahrt werden. Sie können es sich natürlich auch aushändigen lassen.

Nur, wenn Sie gegenüber dem Krankenhaus Ihr Einverständnis erklärt haben, darf es über das Explantat verfügen. Bedenken Sie aber, dass gerade wenn ein Verdacht auf einen Produktfehler vorliegt, das Explantat für Sie ein wichtiges Beweismittel bei der Geltendmachung von Ersatzansprüchen sein kann.

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Webcode: a004675 Letzte Aktualisierung: 04.11.2019
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