Berichte und Termine 2015

Hier finden Sie Berichte von den Sitzungen des Verwaltungsrats und wichtigen Veranstaltungen aus dem Jahr 2015.

Konstante Mitgliederentwicklung – stabile Kassenlage

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen hat sich die Mitgliederentwicklung im Laufe des Jahres 2015 konstant gefestigt. Und auch die Finanzen der Kasse haben sich positiv und besser als ursprünglich geplant entwickelt. Auf Basis der stabilen Vermögenlage und eines entsprechenden Beschlusses ihres Verwaltungsrats vom 18. Dezember 2015 erhebt die Barmer GEK ab 1. Januar 2016 einen zusätzlichen Beitragssatz von 1,1 Prozent. Damit liegt ihr (Gesamt)-Beitragssatz mit 15,7 Prozent (abgesenkter allgemeiner Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung von 14,6 Prozent zuzüglich 1,1 Prozent zusätzlicher Beitragssatz) auf dem Niveau der meisten gesetzlichen Krankenkassen. Die Barmer GEK folgt damit der Festlegung des Bundesgesundheitsministeriums, wonach der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz für die Gesetzliche Krankenversicherung im Jahr 2016 um 0,2 auf 1,1 Prozent steigt. Damit beträgt der durchschnittliche Beitragssatz im neuen Jahr 15,7 Prozent.

Versorgung weiter gedacht - Therapie mit Biomedikamenten

Wirksam, sicher und wirtschaftlich, so sollte eine moderne Arzneimitteltherapie sein. Neue, biologisch hergestellte Arzneimittel erweitern die therapeutischen Möglichkeiten bei schweren Erkrankungen. Und die
Entwicklung kostengünstiger Nachahmer-Produkte hilft dabei, die Arzneimittelkosten im Griff zu behalten. Der Barmer GEK Verwaltungsrat bricht eine Lanze für die Verordnung qualitätsgeprüfter Biosimilars. Um einer möglichen Fehlinterpretation von vornherein vorzubeugen: Nein, dabei geht es nicht ums Sparen nur um des Sparens willen. Die bestmögliche Arzneimittelversorgung von Patientinnen und Patienten mit hochwirksamen und sicheren Medikamenten ist für die Barmer GEK selbstverständlich. Angesichts ständig steigender Arzneimittelausgaben sollte es aber ebenso selbstverständlich sein, wenn ohne Qualitätsverlust und unter Berücksichtigung größtmöglicher Therapiesicherheit Einsparpotentiale genutzt werden, damit die Kosten nicht zulasten der Versicherten aus dem Ruder laufen. Schließlich sollen alle Patientinnen und Patienten auch in Zukunft vom medizinischen Fortschritt profitieren. Unsicherheiten und Zweifel grassieren zum Thema Biosimilars nach wie vor und erinnern in weiten Teilen an die Vorbehalte und Vorurteile, die vor vielen Jahren den Nachahmerprodukten synthetischer Arzneimittel entgegenschlugen. Mittlerweile ist ihre gleichwertige Qualität vielfach bewiesen, längst etabliert und akzeptiert. Rabattverträge aller Kassen mit Generika-Herstellern sind die Regel und sparen jedes Jahr Milliardenbeträge. Nach dem derzeitigen Stand der Dinge könnten Biosimilars die gleichen Chancen bieten: hochwertige Arzneimittelversorgung zu wirtschaftlichen Preisen.

Fehlversorgung bei Antibiotikatherapie

Die Barmer GEK weist auf Auffälligkeiten und eine mögliche Fehlversorgung beim Einsatz von Antibiotika in Deutschland hin. Darauf hat der Verwaltungsrat der Barmer GEK heute in Berlin aufmerksam gemacht. Analysen im aktuellen Arzneimittelreport der Kasse zeigen unter anderem ein medizinisch schwer nachvollziehbares Verordnungsverhalten von Ärzten, das zudem regional sehr unterschiedlich ausfällt. „Unsere Analysen zeigen, dass die Antibiotikatherapie hierzulande insgesamt rationaler werden muss. Das wäre eine Hilfe beim Kampf gegen resistente Krankheitserreger“, so Dietmar Katzer, Präsidiumsmitglied des Barmer GEK Verwaltungsrates.

Eine mögliche Fehlversorgung wird laut Barmer GEK im Bereich der medikamentösen Behandlung von Akne ausgemacht. Die dritthäufigste eingesetzte Arzneimittelgruppe sind die sogenannten topischen Antibiotika. Sie machten unter rund 71.000 Verordnungen bei Jungen im Jahr 2013 immerhin 13,7 Prozent aus. Bei den Mädchen stellen sie bei rund 162.000 Verordnungen einen Anteil von 6,1 Prozent. Nach übereinstimmender wissenschaftlicher Meinung sollten topische Antibiotika nur kurz oder gar nicht mehr angewendet werden, weil die durch sie bekämpften Bakterien rasch resistent werden. Von Akne waren unter den Barmer GEK Versicherten im Jahr 2013 etwa 270.000 betroffen.

Auch eine Analyse der Arzneimittelverordnungen bei Harnwegsinfekten zeige ein sehr uneinheitliches Bild, verursacht durch teils widersprüchliche Informationen für Ärzte in diversen wissenschaftliche Leitlinien und Therapieempfehlungen. Benötigt würden daher einheitliche Empfehlungen, die sowohl die aktuelle Situation bei Resistenzen als auch die Wirksamkeitsnachweise der Arzneimittelwirkstoffe berücksichtigen, so Marx. Mit Blick auf die Ergebnisse des aktuellen Arzneimittelreports sollte der Stellenwert der antibiotischen Therapie durch die Fachgesellschaften neu bewertet und vermittelt werden. Harnwegsinfekte gehören zu den häufigsten bakteriellen Erkrankungen. Bei der Barmer GEK gab es im Jahr 2013 rund 357.000 Fälle von Harnwegsinfekten.

Prävention - "Ich kann kochen" Barmer GEK und Sarah Wiener Stiftung kooperieren

Der Verwaltungsrat der Barmer GEK tritt für eine Stärkung der Prävention ein. Die Barmer GEK bietet in diesem Sinne zahlreiche Leistungen und Programme, um das Entstehen von Krankheiten zu vermeiden oder Folgeschäden zu verhindern. Das Präventionsgesetz ist dafür eine gute Grundlage. Der Verwaltungsrat begrüßte ausdrücklich, dass es den gesamtgesellschaftlichen Charakter von Prävention in den Vordergrund rückt.

Schon lange steht bei der Barmer GEK die Gesundheitsvorsorge von Kindern und Jugendlichen im Fokus. Immer mehr Schulanfängerinnen und Schulanfänger sind übergewichtig. Und immer öfter lautet die Diagnose der Ärzte sogar "Adipositas". Man spricht in Deutschland von 1,9 Millionen übergewichtigen und 800.000 fettleibigen Kindern und Jugendlichen. Zudem hat sich die Anzahl der an Diabetes Typ 2 erkrankten Jugendlichen in den letzten zehn Jahren verfünffacht. Das ist eine besorgniserregende Entwicklung. Wir müssen schleunigst Maßnahmen ergreifen, um das Ruder noch herum zu reißen. Es geht um die Gesundheit unserer Kinder, jetzt und in Zukunft. Die Barmer GEK hat daher nun die Ernährungsinitiative "Ich kann kochen!" gestartet. Als Partnerin ist dabei die Stiftung der bekannten Spitzen-Köchin Sarah Wiener mit im Boot. In den kommenden fünf Jahren werden wir 1,4 Millionen Kita- und Grundschulkinder erreichen. Sie sollen lernen, wie man Lebensmittel für eine gesunde Ernährung auswählt und frische, abwechslungsreiche und leckere Mahlzeiten zubereitet. Ihren Erziehern und Pädagogen kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Sie sollen zu Genussbotschaftern ausgebildet werden und den Kindern erklären, wie man sich vernünftig ernährt, wo unsere Lebensmittel herkommen und wie viel Spaß der genussvolle Umgang mit Essen macht. Mit dieser Initiative starten die beiden Partner das größte Ernährungsprogramm für Kinder in Deutschland—und zwar noch vor Beginn des neuen Präventionsgesetzes.

Bundeswahlbeauftragte appellieren für lebendige Selbstverwaltung und werben für Urwahlen

Die neue Bundeswahlbeauftragte für die Sozialversicherungswahlen 2017, Rita Pawelski, und ihr Stellvertreter, Klaus Wiesehügel, richteten ein Grußwort an die Verwaltungsratsmitglieder der Barmer GEK. Pawelski plädierte nachdrücklich für eine Stärkung von Urwahlen und appellierte in diesem Kontext an die besondere Verantwortung der Barmer GEK. Sie gratulierte dem Verwaltungsrat der Barmer GEK zu seinem Frauenanteil von 30 % und lobte die Barmer GEK-Einführung einer Quote von 50 Prozent Frauen in Führungspositionen als gutes Beispiel dafür, Frauen zu fördern. Wiesehügel plädierte für eine Stärkung des Ehrenamtes und forderte mehr gesellschaftliche Anerkennung für die ehrenamtliche Selbstverwaltung ein. Das Präsidiumsmitglied des Verwaltungsrates der Barmer GEK, Dietmar Katzer, rief seinerseits die beiden Bundeswahlbeauftragten dazu auf, alles in ihrem Einflussbereich liegende zu tun, um die Vielfalt auch der kandidierenden Listen zu erhalten und zu fördern.

Barmer GEK und Deutsche BKK beschließen Fusion

Die Selbstverwaltungsorgane der Barmer GEK und der Deutschen BKK haben heute in getrennten Sitzungen in Berlin eine Fusion beider Krankenkassen beschlossen. Spätestens im Frühjahr 2016 soll dazu der entsprechende Vereinigungsvertrag unterzeichnet werden. Die neue Krankenkasse, die zum 1. Januar 2017 ihre Arbeit aufnehmen soll, wird den Namen Barmer tragen. Nach heutigem Stand bringt die Barmer GEK rund 8,5 Millionen Versicherte und die Deutsche BKK rund 1,1 Millionen Versicherte in die neue Kasse ein.
Dem Verwaltungsrat der zukünftigen Barmer werden 27 Versicherten- und drei Arbeitgebervertreter angehören. Der Vorstand der vereinigten Krankenkasse besteht nach der Fusion aus den jetzigen Vorstandsmitgliedern der Barmer GEK. Die genauen Funktionen und Ressortzuständigkeiten der Vorstandsmitglieder werden vom neuen Verwaltungsrat festgelegt werden. Sitz des neuen Unternehmens wird Berlin sein. Aufgrund der Fusion wird es keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Beide Krankenkassen versprechen sich von der Fusion eine spürbare Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und Verbesserung der Marktposition.


„Im Interesse unserer Versicherten werden wir die größere Gestaltungskraft konsequent für die Weiterentwicklung unseres Leistungs- und Serviceangebotes einsetzen. Im Fokus wird der gezielte Ausbau spezieller Versorgungsangebote stehen ebenso wie ein attraktives Preis-Leistungsverhältnis“, so der Vorsitzende des Barmer GEK Verwaltungsrates, Holger Langkutsch. „In der neuen Kasse vereinigen sich zwei Partner, die aufgrund ihrer Leistungsstärke und ihres Qualitätsanspruchs sehr gut zusammenpassen. Davon werden auch Partnerunternehmen der Deutschen BKK mit Angeboten des Betrieblichen Gesundheitsmanagements profitieren“, kommentierte der Verwaltungsratsvorsitzende der Deutschen BKK, Ralf Höhmann, die Vereinigung.

Barmer GEK und Deutsche BKK planen Fusion

Die Selbstverwaltungsorgane der Barmer GEK und der Deutschen BKK haben am 23. Oktober 2015 in getrennten Sitzungen in Berlin beziehungsweise in Düsseldorf einstimmig beschlossen, die Vorstände mit der konkreten Vorbereitung einer Fusion zu beauftragen.
Die Vereinigung soll am 10. November in Berlin von den Verwaltungsräten beider Krankenkassen beschlossen werden. Die neue Krankenkasse kann demnach zum 1. Januar 2017 ihre Arbeit aufnehmen. Beide Unternehmen versprechen sich von der Vereinigung insbesondere Vorteile beim Service für die Versicherten und in der Optimierung der Firmenkundenbetreuung. Derzeit verfügt die Barmer GEK über 8,5 Millionen Versicherte, die Deutsche BKK über 1,1 Millionen Versicherte. Die neue Krankenkasse wird über eines der dichtesten Geschäftsstellennetze in der GKV verfügen.

Langkutsch: Finanzierung der Pflegeversicherung zukunftsfest machen

Das Pflegestärkungsgesetz II soll Ende September erstmals im Deutschen Bundestag beraten werden. Im Rahmen einer Verwaltungsratssitzung der Barmer GEK in Würzburg erklärt dazu der Vorsitzende der Verwaltungsrates, Holger Langkutsch: „Viele Maßnahmen der nächsten Pflegereform finden unsere ungeteilte Zustimmung. Dazu gehört vor allem die dringend erforderliche Besserstellung von demenzkranken Pflegebedürftigen und deren Angehörigen. Für diesen Personenkreis ist die Pflegeversicherung heute noch nicht ausreichend da. “

„Nachbesserungsbedarf gibt es allerdings beim Thema Finanzierung. Angesichts der demografischen Entwicklung und der steigenden Anzahl an Pflegedürftigen müssen jetzt die Weichen gestellt werden, um das System zukunftsfest zu machen. Wir benötigen eine solide und leistungsfähige Pflegeversicherung für alle Bürgerinnen und Bürger, und dafür kommt ausschließlich das solidarisch finanzierte System der gesetzlichen Pflegeversicherung in Betracht. Das Nebeneinander von gesetzlicher und privater Pflegeversicherung muss aus diesem Grund überwunden werden. “

„Einen weiteren Knackpunkt des Pflegestärkungsgesetzes stellt die fehlende regelmäßige Dynamisierung der Pflegeleistungen dar. Pflegebedürftige und deren Angehörige haben einen Anspruch darauf, dass die Leistungen in Zukunft nicht an Wert verlieren. Um dem vorzubeugen, sollte eine gesetzliche Regelung die Dynamisierung gekoppelt an der Preisentwicklung sicherstellen.“

Chancen nutzen - Digitalisierung im Gesundheitswesen

Nachdem das Bundeskabinett in diesem Sommer das E-Health-Gesetz beschlossen hat, soll die Digitalisierung im Gesundheitswesen endlich Fahrt aufnehmen. Doch die Diskussionen über Chancen und Risiken reißen nicht ab. Dabei haben Versicherte durch ihr Verhalten längst eindeutig Position bezogen.

„Google, Apple, Microsoft – wer macht das Rennen um den digitalen Gesundheitsmarkt?“, „Krankenkassenzuschuss für Apple Watch und Co.“ – Schlagzeilen wie diese aus der jüngsten Vergangenheit beweisen, dass die Digitalisierung im Gesundheitswesen eines der wichtigsten Trendthemen unserer Zeit ist. Über das Für und Wider diskutieren nicht nur Experten in den Medien. Auch im Familien- und Freundeskreis sowie unter Arbeitskollegen spricht man über das Phänomen. Der digitale Wandel im Gesundheitswesen ist, um in der Sprachwelt zu bleiben, viel mehr als ein bloßer Hype. Für viele ist er bereits gelebter Alltag. Deshalb lautet die Frage nicht, ob, sondern wie diese Entwicklung das deutsche Gesundheitswesen weiter beeinflusst.

Der Verwaltungsrat der Barmer GEK vertritt bei diesem Thema eine klare Position. Während Skeptiker an ihrer Kritik festhalten, begrüßt die Selbstverwaltung der Barmer GEK den Beschluss des Bundeskabinetts in Sachen E-Health. Schließlich hat die jahrelang kontrovers geführte Diskussion der unterschiedlichen Interessengruppen bislang nur zu einem geführt: Deutschland liegt bei der Digitalisierung der Gesundheitsdaten und der Entwicklung telemedizinischer Anwendungen gegenüber anderen Ländern derzeit weit zurück. Deshalb ist das E-Health-Gesetz aus Sicht des Verwaltungsrats zwar lange überfällig, aber immens wichtig, um den digitalen Anschluss nicht ganz zu verlieren.

Vernünftig umgesetzt, kann die Digitalisierung die gesundheitliche Versorgung in Deutschland revolutionieren und dabei sowohl qualitativ als auch wirtschaftlich deutlich verbessern. Dort, wo angesichts einer immer älter werdenden Bevölkerung einerseits und einem zunehmenden Rückgang von Ärzten und Pflegekräften andererseits mittel- bis langfristig ein unzureichendes medizinisches Angebot drohen könnte, eröffnen sich neue Perspektiven. Telemedizin und E-Health, also die elektronische Erhebung und der Austausch von Patienten- und Gesundheitsdaten über die elektronische Gesundheitskarte (eGK), können die zu erwartenden Lücken in der medizinischen Versorgung schließen. Aber nicht nur auf dem Land, bundesweit werden Patientinnen und Patienten von dem digitalen Wandel in der gesundheitlichen Versorgung profitieren. Weniger Doppeluntersuchungen, eine verbesserten Arzt-Patienten-Kommunikation, abgespeicherte Medikationspläne und Notfalldaten sind nur einige Beispiele, was dank des E-Health-Gesetzes schon in Kürze möglich sein kann. Denn letztlich kann und soll jeder Versicherte selbst darüber entscheiden, welche Gesundheitsdaten er frei gibt. Eine Tatsache, die vor allem den zahlreichen Skeptikern innerhalb der Ärzteschaft den Wind aus den Segeln nehmen dürfte, die nicht müde werden, auf das besonders sensible Arzt-Patientenverhältnis hinzuweisen, das sie durch unzureichenden Datenschutz gefährdet sehen. An dieser Stelle wird der Barmer GEK Verwaltungsrat seinerseits skeptisch. Geht es den Ärzten wirklich um Datensicherheit oder scheuen sie nicht vielmehr die zunehmende Transparenz, die mit der fortschreitenden Digitalisierung einher geht?

Zeit, eine neue Ära einzuläuten


Denn allen Unkenrufen zum Trotz scheinen die Versicherten der Digitalisierung im Gesundheitswesen grundsätzlich sehr positiv gegenüberzustehen. Umfragen belegen, dass immer mehr Deutsche digitale Gesundheitsangebote nutzen. Besonders beliebt sind Fitness-Apps sowie Anwendungen rund um das Thema Ernährung. Dieses Verhalten zeigt, dass die Digitalisierung längst Einzug in das persönliche Gesundheitsverhalten der Bevölkerung gehalten hat. Die Versicherten sind dem Gesetzgeber also bereits einige Schritte voraus und erwarten auch und gerade im Gesundheitswesen mehr digitale Angebote. Um dieser Erwartungshaltung gerecht zu werden, hat der Verwaltungsrat im Rahmen der umfassenden Organisationsreform des Unternehmens im Februar 2014 grünes Licht für eine zukunftsweisende Digitalstrategie gegeben. Für eine zunehmend vernetzte Informations- und Wissensgesellschaft gelten nun einmal neue Spielregeln. Oder anders ausgedrückt: Wenn in Deutschland rund 60 Millionen Bürgerinnen und Bürger regelmäßig online sind, müssen auch Krankenkassen sie genau dort abholen – im Internet, mit einer Vielzahl von digitalen Angeboten, so wie es die Barmer GEK bereits praktiziert. Vorausgesetzt, Ärzte, Apotheker und andere Leistungserbringer schlagen ebenfalls diesen Weg ein und setzen in ihren Bereichen die neuen digitalen Möglichkeiten vernünftig um, beginnt in Kürze eine neue Ära im deutschen Gesundheitswesen. Eine Ära, in der sich sowohl die gesundheitliche Versorgung der Patientinnen und Patienten als auch die Wirtschaftlichkeit des Systems verbessern werden. Diese Chance sollten alle Beteiligten ergreifen.

Schleswig-Holsteins Sozialministerin Kristin Alheit diskutierte mit dem Verwaltungsrat der Barmer GEK

In Lübeck richtete die Ministerin für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein, Kristin Alheit (SPD), anlässlich der Verwaltungsratssitzung der Barmer GEK ein Grußwort an die Sitzungsteilnehmenden und diskutierte mit Verwaltungsratsmitgliedern und Vorstand über aktuelle Gesetzgebungsverfahren. Thematisiert wurden insbesondere die neue Pflegereform, das Präventionsgesetz, das GKV-Versorgungsstärkungsgesetz (GKV-VSG) sowie das Krankenhausstrukturgesetz. Der Verwaltungsrat begrüßte, dass durch die Pflegereform nunmehr mehr Menschen in den Genuss von Leistungen kommen. Alle Pflegebedürftigen erhalten gleichberechtigten Zugang zu Unterstützungsleistungen der Pflegeversicherung, unabhängig davon, ob sie an einer Demenz oder körperlichen Einschränkungen leiden. Erfolgreiche Prävention braucht aus Sicht des Versichertenparlaments Nachhaltigkeit, Vernetzung und Systematik. Die gesetzlichen Krankenkassen werden sich zukünftig stärker engagieren, mit Geld und mit Know-how. Aber funktionierende Primärprävention ist eine Aufgabe der ganzen Gesellschaft. Ein neues Prinzip der Gesundheitsprävention ist der so genannte Setting- oder Lebenswelten-Ansatz. Der Verwaltungsrat begrüßte die Intention, Menschen dort abzuholen wo sie leben. Das GKV-Versorgungsstärkungsgesetz sieht eine Vielzahl von Regelungen zur Stärkung der regionalen Versorgung vor, doch Maßnahmen zum Abbau von Überversorgung sind eher rar gesät. Eine Maßnahme ist, dass Kassenärztlichen Vereinigungen Arztsitze in überversorgten Regionen aufkaufen sollen, wenn der Praxisinhaber seine Tätigkeit beenden will. Doch es gibt zu viele Ausnahmebedingungen, welche die Wirksamkeit dieses Instrumentes infrage stellen. Niedergelassene Ärzte profitieren von vielen Maßnahmen des Gesetzes finanziell. Man denke an die Förderung der Weiterbildung in der Allgemeinmedizin, an den Innovationsfonds zur Förderung neuer Versorgungsformen und an die Ausweitung der Strukturfonds in nunmehr allen 17 Bezirken der Kassenärztlichen Vereinigungen. Die Reform darf jedoch aus Sicht des Verwaltungsrates nicht nur mehr kosten, sie muss die Versorgung der Versicherten auch verbessern.

Dynamische Kostenentwicklung

Auf seiner Sitzung am 26. Juni 2015 hat der Verwaltungsrat der Barmer GEK die Jahresrechnung 2014 abgenommen und dem Vorstand Entlastung erteilt. Entgegen der Entwicklungen in den Jahren 2011 bis 2013 ist im Jahr 2014 in der gesetzlichen Krankenversicherung eine Fondsunterdeckung zu verzeichnen. Der Gesundheitsfonds hat den Krankenkassen demnach weniger Geld zur Verfügung gestellt, als diese für ihre Leistungsausgaben benötigten. Der Grad der Fondsdeckung betrug 99,6 Prozent, was in der Konsequenz auch zu einer Belastung des Kassenergebnisses der Barmer GEK geführt hat. Die Fondsunterdeckung ist die Folge der spürbar gestiegenen und teilweise so nicht geplanten Ausgabendynamik vor allem im Arzneimittel- und Hilfsmittelsektor sowie im Bereich Krankengeld. Unter diesen Rahmenbedingungen beträgt das Defizit der Barmer GEK im Jahr 2014 insgesamt 397 Millionen Euro. Durch das negative Finanzergebnis sinkt der Saldo aus den Betriebsmitteln und der Rücklage per 31.Dezember 2014 auf 834 Millionen Euro. Beginnend mit dem Jahr 2015 ist die Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung wieder einmal neu gestaltet worden. Der allgemeine Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung wurde von 15,5 Prozent auf 14,6 Prozent abgesenkt. Dieser wird paritätisch von den Arbeitnehmern und den Arbeitgebern getragen. Durch diese Absenkung fließen deutlich weniger Einnahmen an den Gesundheitsfonds, wodurch den Krankenkassen entsprechend weniger Zuweisungen zur Verfügung stehen. Um die medizinische Versorgung dauerhaft sicherstellen zu können, erhielten die gesetzlichen Krankenkassen ein Stück Beitragssatzautonomie zurück und können einen zusätzlichen Beitragssatz von den Mitgliedern erheben. Die Barmer GEK hat für ihre Versicherten einen Zusatzbeitragssatz in Höhe von 0,9 Beitragssatzpunkten zum 1. Januar 2015 festgelegt. Dieser entspricht dem vom Bundesministerium für Gesundheit festgestellten durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz in der GKV. In der Sozialen Pflegeversicherung konnte im Jahr 2014 insgesamt ein Überschuss von 455 Millionen Euro erzielt werden (Vorjahr 630 Millionen Euro). Dies ist gelungen, obwohl mit dem Pflegeneuausrichtungsgesetz, das bereits zum 1. Januar 2013 in Kraft getreten ist, eine Reihe von Leistungsverbesserungen umgesetzt worden sind, die sich in der Ausgabenentwicklung nunmehr deutlicher als im Jahr 2013 niedergeschlagen haben. Insgesamt verfügt die Soziale Pflegeversicherung damit zum Ende des Jahres 2014 über 6,6 Milliarden Euro an Rücklagen (6,2 Milliarden Euro im Vorjahr).

Überarbeitung des Pflege-Tüv - Kassen müssen einbezogen werden

Die Große Koalition plant, den umstrittenen Pflege-Tüv erst im Jahr 2018 durch ein neues Benotungssystem zu ersetzen. Anlässlich einer Verwaltungsratssitzung der Barmer GEK in Lübeck erklärt dessen Vorsitzender, Holger Langkutsch: „Der Verwaltungsrat der Barmer GEK sieht das unveränderte Festhalten an den umstrittenen Pflegenoten kritisch. Als Patientenvertreter fällt es mir ausgesprochen schwer, den Pflege-Tüv in seiner jetzigen Form weitere zweieinhalb Jahre ertragen zu müssen.“

„Im Durchschnitt bescheinigt der Pflege-Tüv den bundesweit über 12.000 stationären Pflegeeinrichtungen eine Note von 1,3. Möglich wird dies, weil wichtige Qualitätsparameter wie etwa die Medikamentenversorgung und weiche Faktoren wie Freizeitangebote gleich hoch bewertet werden. Um hier zu aussagekräftigen und patientenrelevanten Benotungen zu gelangen, müssen bei der anstehenden Erarbeitung eines neuen Bewertungssystems die Pflegekassen angemessen beteiligt werden. “

„Der Pflege-Tüv hat seit seinem Start im Jahr 2009 weder die erhoffte Transparenz gebracht noch die Qualität in der Pflege positiv beeinflusst. Bei so viel gleichmacherischem Lob fällt es Pflegebedürftigen und deren Angehörigen schwer, gute von schlechten Pflegeheimen zu unterscheiden. Gerade deshalb ist es sehr bedauerlich, dass noch weitere zweieinhalb Jahre verstreichen sollen, bis den Betroffenen endlich aussagekräftige Informationen zur Verfügung gestellt werden. Bis das neue Bewertungssystem ab dem Jahr 2018 steht, können Betroffene insbesondere die Hilfe der Pflegekassen verstärkt nutzen. Wir können Pflegebedürftigen und Angehörigen oftmals bei der Wahl eines Anbieters entscheidend helfen, weil wir über jahrelange Erfahrungen mit Heimen und ambulanten Pflegediensten verfügen.“

Mit dem digitalen Wandel die Zukunft erreichen

Der digitale Wandel ist in aller Munde. Die Digitalisierung verändert auch die Erwartungshaltung von Versicherten einer gesetzlichen Krankenkasse, führt zu einem Kulturwandel und stellt die Krankenkassen vor vielfältige Herausforderungen - vor allem in Bezug auf Service, Organisation und Prozesse. Versicherte wollen heute beides: persönliche Betreuung und einen 24/7-Zugang über sämtliche digitale Kanäle. Insofern bedarf es einer übergreifenden Strategie für den digitalen Wandel. Bei der Barmer GEK können Versicherte heute schon sehr vieles online erledigen: Anträge stellen, Daten ändern, Bescheinigungen ausdrucken. Wenn es noch schneller – und persönlicher – gehen soll, können Versicherte der Barmer GEK beispielsweise auch den Service-Chat nutzen. Als der Verwaltungsrat der Barmer GEK im Februar 2014 die Signale für eine umfassende Organisationsreform des Unternehmens auf Grün stellte, war dies auch ein Meilenstein für die Digitalisierung der Kundenbetreuung. Denn mehr und mehr Menschen wollen von der Entwicklung zu einer vernetzten Informations- und Wissensgesellschaft profitieren. Allein in Deutschland sind rund 60 Millionen Bürgerinnen und Bürger regelmäßig online. Schon heute bietet die Barmer GEK ihren Versicherten eine breite Auswahl an Möglichkeiten der Kommunikation. Online-Geschäftsstelle und Social Media, Apps für Smartphone und Tablet, ein weit ausgebauter Service via Telefon und in der mobilen Beratung gehören dazu. In Zukunft werden diese Services weiter ausgebaut. Immer mehr Möglichkeiten kommen hinzu, immer mehr Angelegenheiten werden sich dann dank moderner technischer Möglichkeiten rasch erledigen lassen. Genau das ist die Triebfeder für Neuerungen. Die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden besser zu bedienen – ganz dem Anspruch folgend, Deutschlands beste Krankenkasse zu sein. Megatrends wie die Digitalisierung sind und bleiben dafür eine Richtschnur.

Neuer Ausschussvorsitzender Marketing, Wettbewerb, Kommunikation und Informationstechnologie

Ralph Korschinsky, bisher Mitglied im Ausschuss für Finanzen, Organisation und Personal, und Klaus Dollmann, bisher Mitglied im Ausschuss für Marketing, Wettbewerb, Kommunikation und Informationstechnologie, tauschen ihre Positionen. Der Verwaltungsrat wählte in seiner Sitzung Herrn Ralph Korschinsky zum neuen Vorsitzenden des Ausschusses für Marketing, Wettbewerb, Kommunikation und Informationstechnologie. Damit wird Herr Korschinsky zugleich Mitglied im Hauptausschuss.
Zu neuen Mitgliedern in den Widerspruchsausschuss V wurden Herr Klaus Dollmann, 67059 Ludwigshafen, und Herr Klaus Peter Röhrle, 73529 Schwäbisch Gmünd gewählt. Zum neuen Mitglied in den Widerspruchsausschuss VI wurde Herr Thorn Plöger, 97688 Bad Kissingen und in den Widerspruchsausschuss VII wurde Herr Herbert Fritsch, 21614 Buxtehude gewählt

Bundeskongress für Vertrauenspersonen der Barmer GEK 2015 - “Stationäre Versorgung weiter gedacht“

Ehrenamtliche Tätigkeit ist ein wichtiger Baustein in unserem Gesundheitssystem. Eine besondere Verantwortung tragen dabei die Vertrauenspersonen der Barmer GEK. Sie sind ehrenamtlich für die Barmer GEK tätig und vermitteln zwischen Versicherten, Arbeitgebern und der Krankenkasse vor Ort. So beraten und betreuen die Vertrauenspersonen Versicherte kostenlos bei allen Fragen zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung. Sie helfen zum Beispiel dabei, Anträge zu stellen oder Auskünfte einzuholen.

Der diesjährige Bundeskongress für Vertrauenspersonen der Barmer GEK am 30. März 2015 fand in zeitlichem Zusammenhang mit der Sitzung des Verwaltungsrates in Berlin statt und firmierte unter der Überschrift “Stationäre Versorgung weiter gedacht“. Die Krankenhauslandschaft in Deutschland steht vor weitreichenden strukturellen Herausforderungen. So besteht in Ballungsgebieten eine sehr hohe Krankenhausdichte. Zwischen den Krankenhäusern herrscht ein intensiver Wettbewerb um Personal, Betriebs- und Investitionsmittel und nicht zuletzt um Patientinnen und Patienten. Zudem kommen die Bundesländer ihrer Pflicht zur Investitionsfinanzierung nicht ausreichend nach und sehen sich die Kostenträger mit kontinuierlich steigenden Ausgaben für die stationäre Versorgung konfrontiert. Die Notwendigkeit von Strukturanpassungen wird von allen Beteiligten gesehen. Mit den Eckpunkten der Bund-Lander-Arbeitsgruppe »Krankenhausreform« liegen nun erste Vorschlage vor. Diese sollen in den kommenden Monaten vom Gesetzgeber umgesetzt werden.

Im Rahmen ihres Symposiums »Stationare Versorgung weiter gedacht« formulieren Verwaltungsrat und Vorstand der Barmer GEK ihre Erwartungen an die anstehende Krankenhausreform. Cornelia Prüfer-Storcks, Senatorin, Präses der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz, Hamburg und Jens Spahn Mitglied im Bundestag und Gesundheitspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion stellten die Reformvorstellungen der Bundesregierung und der Länder vor und diskutieren im Anschluss gemeinsam mit Dr. Günter Merschbächer, Geschäftsführer der Marienhaus Unternehmensgruppe Waldbreitbach, Holger Langkutsch, Vorsitzender des Verwaltungsrates der Barmer GEK und Dr. Mani Rafii, Vorstand der Barmer GEK, sowie den Vertrauenspersonen der Barmer GEK über die notwendige Weiterentwicklung der Strukturen in der stationären Versorgung.

Qualität in Krankenhäusern mit Direktverträgen steigern


Die Krankenkassen müssen deutlich mehr Möglichkeiten erhalten, Qualitätsverträge mit Kliniken abzuschließen. Das hat der Verwaltungsrat der Barmer GEK in seiner Sitzung am 1. April 2015 in Berlin mit Blick auf die anstehende Krankenhausreform gefordert. „Obwohl Jahr für Jahr mehr Geld für die stationäre Versorgung ausgegeben wird, haben wir in bestimmten Bereichen nicht nur ein Mengen-, sondern auch ein ernsthaftes Qualitätsproblem, das Tausende von Patientinnen und Patienten zu spüren bekommen“, so der Verwaltungsratsvorsitzende der Barmer GEK, Holger Langkutsch. Nach dem Willen der Großen Koalition sollen den Krankenkassen frühestens ab dem Jahr 2017 Möglichkeiten eingeräumt werden, zeitlich befristet für vier zu bestimmende planbare Leistungen Qualitätsverträge mit Kliniken abzuschließen. Langkutsch: „Die jetzt vorgesehene Regelung sollte ausgeweitet werden. Für ein rasches Mehr an Qualität und Patientensicherheit in der stationären Versorgung muss die Liste der planbaren Operationen geöffnet werden, damit umfassend und gezielt über Qualität, Menge und Preis mit den Kliniken verhandelt werden kann.“
Die bisherigen Reformansätze der Bund-Länder-Arbeitsgruppe für mehr Qualität in Krankenhäusern sind nach Meinung der Barmer GEK ein erster Schritt in die richtige Richtung. Die Vorschläge seien aber vielfach halbherzig. Wichtig sei, bereits bei der Krankenhausplanung Qualitätsindikatoren verbindlich und eben nicht, wie vorgesehen, als Kann-Option zu berücksichtigen. Kritisch sieht die Krankenkasse auch das Vorhaben, bei nachweislich schlechter Leistungsqualität Kliniken mit Abschlägen zu versehen. „Das käme einer Etablierung eines Marktes mit qualitativ schlechten Leistungen zu Dumpingpreisen gleich“, so Langkutsch. Schlechte Qualität dürfe grundsätzlich nicht vergütet werden. Entsprechende Leistungen sollten bei dauerhaften Qualitätsproblemen aus dem Versorgungsauftrag des Krankenhauses ausgeschlossen werden.

Mehr Qualität in der Pflege

Eigentlich sollten die Pflegenoten die schwere Wahl des richtigen Pflegeheimes erleichtern. Doch seit Monaten wird die Kritik an ihnen immer lauter. Sie steht beispielhaft für die trotz großer Fortschritte immer noch zahlreichen Probleme mit der Qualität der Pflege. Der Barmer GEK Verwaltungsrat fordert unter anderem, Leistungsverbesserungen unbürokratisch zugänglich zu machen. Kritik gibt es an den Pflegenoten seit langem. „Schon früh hat sich gezeigt, dass die Pflegenoten nicht im gewünschten Maße mehr Transparenz bringen noch die Qualität in der Pflege verbessern“, sagt Bernd-Dieter Marx, Präsidiumsmitglied im Barmer GEK Verwaltungsrat. Er fordert, die Bewertungskriterien systematisch weiterzuentwickeln und die Pflegenoten so umzugestalten, dass sie auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse echte Orientierung bieten. Letztendlich müsse die Entscheidung über die Systematik der Pflegenoten bei den Pflegekassen liegen.

Mitte Januar stellten der Medizinische Dienst der Krankenversicherung und der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung den vierten Pflege-Qualitätsbericht vor. Dabei zeigte sich, dass sich bundesweit die Versorgungsqualität weiter verbessert hat. Vor allem bei der Dekubitusvorbeugung und der Vermeidung freiheitsentziehender Maßnahmen gibt es Fortschritte. Weniger pflegebedürftige Menschen leiden also zum Beispiel unter Druckgeschwüren. Auch bei der Ernährung und Flüssigkeitszufuhr hat sich einiges gebessert. Schwächen fanden die Prüfer des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung dagegen vor allem im Schmerzmanagement und der Versorgung inkontinenter Menschen. Wie die Autoren des Reports sieht Bernd-Dieter Marx einen klaren Zusammenhang: „Die Qualität der Pflege ist am besten, wo sie von ausreichend gut qualifizierten Fachkräften gemeistert wird.“ Für die Barmer GEK ist die Qualität in der Pflege eng mit den Rahmenbedingungen verbunden, die der Gesetzgeber für die Soziale Pflegeversicherung schafft. „Pflege braucht bessere Leistungen, die solide finanziert sind“, betont Bernd-Dieter Marx. Der Verwaltungsrat erwarte jedoch, dass bessere Leistungen unbürokratisch, leicht, schnell und flexibel zugänglich seien. Neben diesem direkten Nutzen für pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige sieht Marx den Gesetzgeber auch an anderer Stelle gefordert. So müsse er dafür sorgen, dass Leistungen der Pflegeversicherung künftig regelmäßig dynamisiert werden, gekoppelt an die gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Für die finanzielle Solidität der Pflege wäre ein Finanzausgleich zwischen der gesetzlichen und der privaten Pflegeversicherung zumindest mittelfristig erstrebenswert. „Probleme wie der Fachkräftemangel, mangelnde Attraktivität des Pflegeberufs oder auch Defizite bei den Pflege- und Betreuungsstrukturen ließen sich besser lösen, wenn wir die Pflege auf eine breitere finanzielle Basis stellen“, ist sich Marx sicher. Zugleich ließe sich damit die Situation der pflegenden Angehörigen verbessern, die den Hauptteil der Pflegelast tragen.

Aktuelle Gesetzgebung - GKV-Versorgungsstärkungsgesetz

Der Verwaltungsrat befasste sich mit dem aktuellen Stand des Gesetzentwurfes für ein GKV-Versorgungsstärkungsgesetz und der Gegenäußerung der Bundesregierung auf die Stellungnahme des Bundesrates. Die Barmer GEK lehnt insbesondere die geplante Konvergenz der vertragsärztlichen Vergütung grundsätzlich ab. Diese Regelung wird dazu führen, dass die Versicherten mehr Beitragsmittel aufbringen müssen, damit Ärzte in bestimmten Regionen eine höhere Vergütung bekommen. Der GKV entstehen damit hohe zusätzliche Kosten, ohne dass Verbesserungen in der Versorgung der Patientinnen und Patienten zu erwarten sind. Wenn Ärzte mehr Geld bekommen, dann muss sich aus Sicht des Versichertenparlamentes auch die Versorgung verbessern.

E-Health-Gesetz soll Einsatz der Telematik beschleunigen

Der Aufbau der technischen Infrastruktur für die Nutzung elektronischer Informations- und Kommunikationstechnologien im Gesundheitswesen stockt seit Jahren. Augenfällig wird dies am Entwicklungsstand der elektronischen Gesundheitskarte (eGK), die nach den ursprünglichen Planungen bereits im Jahr 2006 eingeführt werden sollte. Die aktuelle Karte verfügt noch über keine medizinischen Anwendungen. Die Bundesregierung hat nun den Entwurf eines „Gesetzes für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen“ vorgelegt. Wichtigstes Ziel des Gesetzes ist, den Aufbau der Telematikinfrastruktur sowie deren Nutzung zu beschleunigen und verbindlich zu regeln. Insofern entspricht das geplante Gesetz in seiner Grundtendenz den Erwartungen des Verwaltungsrates der Barmer GEK. Einzelne Regelungen sind jedoch aus der Perspektive der Versicherten nicht sachgerecht: So ist nicht nachvollziehbar, warum Leistungserbringer für die Nutzung elektronischer Anwendungen, die effizientere Arbeitsabläufe bewirken, zusätzlich vergütet werden sollen.

Eckpunkte zur Reform des Vergaberechts

Der Verwaltungsrat befasste sich mit den Eckpunkten des Bundeskabinetts zur Reform des deutschen Vergaberechts. Die Bundesregierung ist aufgefordert, bei der Umsetzung der Vergaberichtlinien in deutsches Recht die Aufgaben der gesetzlichen Krankenkassen und der Leistungserbringer bei der Versorgung der Bevölkerung mit Gesundheitsleistungen zu berücksichtigen. Insbesondere beim Abschluss von Selektivverträgen und Rabattvereinbarungen benötigen die Kassen Freiräume, die den Herausforderungen des deutschen Gesundheitssystems Rechnung tragen.

Präventionsgesetz

Prävention und Gesundheitsförderung werden von der Bundesregierung als gesamtgesellschaftliche Aufgaben anerkannt. Leider greift die Bundesregierung eine mögliche Konsequenz daraus jedoch nicht auf: die auch von den Bundesländern geforderte Einbeziehung der Privaten Krankenversicherung. Der Verwaltungsrat hat seine Forderung an die Politik bekräftigt, den Entwurf zum geplanten Präventionsgesetz noch einmal zu korrigieren. Das gilt auch für die Quersubventionierung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung durch Beitragsmittel der Versicherten.

Herausforderungen des digitalen Wandels

Wir leben in einer dynamischeren Welt, die durch neue Technologien getrieben ist. Der Verwaltungsrat befasste sich mit den damit verbundenen Herausforderungen und Chancen für die gesetzliche Krankenkasse sowie mit den Anforderungen an digitale Strategien und dem damit verbundenen Kulturwandel. Versicherte erwarten ein breites digitales Angebot. Zudem bestimmen Digitale Innovationen die Trends in der Gesundheitsbranche. Mit den Online-Service-Angeboten der Barmer GEK stehen Versicherten schon heute verschiedene Möglichkeiten der Kontaktaufnahme zur Verfügung. Sie können außerdem einen Online-Erinnerungsservice nutzen, eine Patientenquittung online abrufen oder individuelle Informationen über eine eventuelle Zuzahlungsbefreiung und bestimmte Medikamente einholen. Zudem bringt das kostenlose Online-Mitgliedermagazin Versicherte immer auf den neusten Stand. Zahlreiche Anträge oder Änderungsmeldungen an die Barmer GEK stehen registrierten Versicherten online bereit.


Ausgezeichnet - Barmer GEK Top- Arbeitgeber

Die Barmer GEK ist einer der besten Arbeitgeber in Deutschland. Als Unternehmen, das für seine Mitarbeiter besonders attraktiv ist, hat es die Auszeichnung "Top Arbeitgeber Deutschland 2015" erhalten. Verliehen wird dieses Zertifikat durch das Top Employers Institute, einem Spezialisten für internationale Personalmanagementstudien. Das Zertifikat bestätigt die Unternehmensphilosophie des Barmer GEK-Verwaltungsrates.

Holger Langkutsch – Barmer GEK-Verdienstmedaille in Gold

Die stellvertretende Verwaltungsratsvorsitzende, Ute Engelmann, und der Vorstandsvorsitzende, Dr. Christoph Straub, würdigten nachträglich die 40jährige Zugehörigkeit zur ehrenamtlichen Selbstverwaltung der Barmer GEK sowie den 70sten Geburtstag des Verwaltungsratsvorsitzenden Holger Langkutsch im Oktober 2014. Auf einen „großen Bahnhof“ aus Anlass seines runden Geburtstages hatte Langkutsch ebenso verzichtet wie auf materielle Geschenke. Engelmann überreichte ihm daher anlässlich der Verwaltungsratssitzung ein Buch, in dem rund 100 langjährige Weggefährten aus Haupt- und Ehrenamt, Aktive und Ausgeschiedene, ihre ganz persönlichen Grußbotschaften übermittelt hatten. Dr. Christoph Straub würdigte dessen Engagement in der Selbstverwaltung über vier Jahrzehnte und überreichte ihm die Barmer GEK-Verdienstmedaille in Gold.


 

Webcode dieser Seite: u000323 Autor: Barmer Erstellt am: 15.05.2017 Letzte Aktualisierung am: 15.05.2017
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