FAQ

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Flutkatastrophe: Informationen für Hilfsmittel-Leistungserbringer

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Inhaltsverzeichnis

Die Regelungen in dieser FAQ gelten ausschließlich für Hilfsmittelversorgungen, die aufgrund der Flutkatastrophe in den betroffenen Regionen erforderlich werden. Sie haben das Ziel, den betroffenen Versicherten möglichst schnell und unbürokratisch zu helfen. 

Meine Betriebsstätte ist aktuell aufgrund der Flut nicht nutzbar. Ich führe den Betrieb übergangsweise an einem anderen Ort weiter. Damit entfällt meine Präqualifizierung und damit auch die Basis für meine Abrechnung mit der Barmer. Gibt es hier Ausnahmeregelungen?

Ja. Die Barmer wird Ihren Sachverhalt prüfen und Ihnen bei Bedarf schnell und unbürokratisch eine vorläufige Abrechnungsbefugnis erteilen. Bitte wenden Sie sich unter Angabe Ihres Institutionskennzeichens sowie einer kurzen Schilderung des Sachverhaltes und der voraussichtlichen Dauer des Ausnahmezustandes an unsere Mailadresse hilfsmittelmanagement@barmer.de (Betreff: „Flutkatastrophe“).
 

Benötige ich für die Ersatzversorgung eine neue ärztliche Verordnung?

Nein. Die Versorgung/Reparatur kann ausnahmsweise ohne ärztliche Verordnung erfolgen, wenn der Genehmigung sowie der Abrechnung das Ersatzdokument (siehe nächste Frage) beigefügt wird.

Wie erkennt die Barmer die Vorgänge? Wie bekomme ich den elektronischen Kostenvoranschlag ohne Verordnung übermittelt?

Für die Kennzeichnung der mit der Flutkatastrophe in Zusammenhang stehenden Vorgänge sowie als Ersatz für die im elektronischen Kostenvoranschlag technisch geforderte ärztliche Verordnung haben wir ein Ersatzdokument entwickelt. Dieses stellen wir Ihnen ergänzend zur FAQ zur Verfügung.

Mit der Einreichung dieses Dokumentes bestätigt der Leistungserbringer, dass eine Ersatz-Versorgung aufgrund eines im Rahmen des Hochwassers abhanden gekommenen Hilfsmittels oder eine Reparatur des Hilfsmittels aufgrund des Hochwassers erforderlich ist.
Das Ersatzdokument ist bei allen „Flutfällen“ zwingend dem elektronischen Kostenvoranschlag (klassifiziert als „Verordnung“) sowie der Abrechnung beizufügen. Auch dann, wenn keine Verordnung erforderlich wäre (z.B. bei Reparaturen).

Gerne können sie den elektronischen Kostenvoranschlag darüber hinaus als „eilig“ kennzeichnen.

Wie erkennt die BARMER die Vorgänge im Rahmen der Abrechnung?

Für alle mit der Flut in Zusammenhang stehenden Vorgänge ist in den Abrechnungsdaten zwingend folgende Angabe im Textfeld (TXT-Feld) der Abrechnungsdaten nach § 302 SGB V zu hinterlegen, damit die Sonderregelungen greifen können:

„Verlust/Reparatur durch Hochwasser“

Darüber hinaus ist das Ersatzdokument beizufügen.

Übernimmt die BARMER bei DLK-Hilfsmitteln die Kosten für Reparaturen, die aufgrund der Flut erforderlich werden?

Ja. Die vertragliche Regelung, dass der Leistungserbringer während eines laufenden Dienstleistungszeitraumes keine Reparaturen in Rechnung stellen kann, ist in diesem Fall ausgesetzt.

Für die Abrechnung von Reparaturen bei Hilfsmitteln im Dienstleistungskonzept (DLK) ist eine Genehmigung erforderlich.

Ist eine Ersatzbeschaffung im laufenden Gewährleistungszeitraum möglich?

Ja. Die BARMER übernimmt die Kosten für eine Erstpauschale, wenn aus wirtschaftlichen Gründen eine Reparatur nicht sinnvoll ist oder das Hilfsmittel abhandengekommen ist.

Für die Abrechnung ist eine Genehmigung erforderlich.

Die gelieferten Inkontinenzhilfsmittel sind unbrauchbar. Übernimmt die BARMER die Kosten für eine Ersatzbeschaffung?

Ja. Die BARMER übernimmt bei allen zum Verbrauch bestimmten Hilfsmitteln die Kosten für den vernichtenden Bestand. Wir gehen davon aus, dass der vernichtete Lagerbestand bei den betroffenen Versicherten maximal bei einem Dreimonatsbedarf liegt.
Für die Abrechnung ist eine Genehmigung erforderlich.

​Ich erhalte von der BARMER verstärkt Rückholaufträge. Woran liegt das?

Wenn die BARMER Kenntnis erhält, dass ein kasseneigenes Hilfsmittel in der Flut verloren gegangen ist bzw. unbrauchbar wurde, werden wir dieses Hilfsmittel aus dem Lagerbestandssystem ausbuchen.
In diesem Fall erhalten Sie einen Rückholauftrag mit folgendem Text:

„Der Rückholauftrag steht im Zusammenhang mit der Hochwasserkatastrophe. Bitte bestätigen Sie die Rückholung „positiv“, selbst wenn diese durch Sie nicht durchgeführt wurde.“

Bei DLK-Hilfsmitteln erhalten Sie folgenden Text: „Der Rückholauftrag steht im Zusammenhang mit der Hochwasserkatastrophe. Bitte bestätigen Sie die Rückholung „positiv“, selbst wenn diese durch Sie nicht durchgeführt wurde.“

Bitte bestätigen Sie uns die Rückholung, damit die Lagerbestände aktuell bleiben.

Wie kann ich Versicherte versorgen, die ihren stationären oder mobilen Konzentrator aufgrund von Stromausfällen nicht benutzen können?

In diesen Fällen ist es zeitlich begrenzt möglich, eine weitere Pauschale genehmigen zu lassen, die eine Flüssigsauerstoffversorgung beinhaltet. Die schon bestehenden Gewährleistungszeiträume für laufende Versorgungen werden nicht beendet oder unterbrochen.

Für Versicherte, die mit einer Jahrespauschale für einen stationären Konzentrator versorgt sind, können Leistungserbringer eine weitere Pauschale mit den Abrechnungspositionsnummern 14.00.24.0011, 14.00.24.0012, 14.00.24.0013, 14.00.24.0014 mit den Produktbesonderheiten 0403000000 bzw. 0404000000 oder die Abrechnungspositionsnummer 14.00.24.0016 mit der Produktbesonderheit 0403000000 abrechnen.

Für Versicherte, die schon im Rahmen einer Teil- oder Vollpauschale versorgt sind, kann bei Erfordernis eine weitere Pauschale mit den Abrechnungspositionsnummern 14.00.24.0013 oder 14.00.24.0014 mit jeweils der Produktbesonderheit 0404000000 abgerechnet werden. Hierbei kann bei der zusätzlichen Pauschale nur die Differenz zu der schon bestehenden Dienstleistungspauschale genehmigt werden.

In beiden Fällen kann für den Kostenvoranschlag ein Zeitraum bis maximal zum Ende des folgenden Kalendermonats herangezogen werden.

Ich habe weitere Fragen, an wen kann ich mich wenden?

Sie suchen Informationen, welche sich in der FAQ nicht finden? Stellen Sie uns Ihre Frage unter dem Betreff "Flutkatastrophe" an folgende E-Mail-Adresse: hilfsmittelmanagement@barmer.de

Webcode: u001687 Letzte Aktualisierung: 29.07.2021
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