Eine Frau mit einem Pflegebedürftigen auf dem Markt vor einem Blumenstand

Leistungserbringer

Lesedauer unter 4 Minuten

Ausgleich und Corona-Schnelltests für Anbieter von Angeboten zur Unterstützung im Alltag

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Autor/in

Nina Henkels (Barmer Pflegekasse)

Qualitätssicherung

Ingrid Drolshagen (Barmer Pflegekasse)
Inhaltsverzeichnis

Sie sind nach Landesrecht anerkannt, Angebote zur Unterstützung im Alltag anzubieten, und nun verursacht die Corona-Pandemie Ihnen Mehrkosten oder geringere Einnahmen? Der GKV-Spitzenverband hat in Abstimmung mit dem Bundesministerium für Gesundheit ein Verfahren festgelegt, wie Sie Unterstützung durch die Pflegekassen erhalten können.

Zugelassene Pflegedienste können einen Antrag über den Rettungsschirm für Pflegeeinrichtungen stellen. 

Was wird erstattet?

Sie können Mehrkosten und Mindereinnahmen geltend machen, die zwischen dem 01.03.2020 und dem 30.09.2021 im Zusammenhang mit von Ihnen angebotenen Leistungen im Sinne des § 45a SGB XI entstehen.

Dies gilt, sofern die Kosten und Ausfälle nicht über andere Unterstützungsleistungen wie Kurzarbeitergeld, Entschädigungen über das Infektionsschutzgesetz oder Versicherungen finanziert werden können.

Konkret können erstattet werden:

  • Personalmehrkosten
  • Erhöhte Sachmittelaufwendungen insbesondere aufgrund von infektionshygienischen Schutzmaßnahmen (beispielsweise Kosten für Schutzkleidung)
  • Einnahmeausfälle

Außerdem können Sie die Aufwendungen für Corona-Schnelltests (PoC-Antigen-Tests) geltend machen. 

Wo finde ich weitere Informationen und Antragsformulare?

Der GKV-Spitzenverband hat eine Website "Sonderregelungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus" eingerichtet. Dort sind unter dem Reiter "Pflegeversicherung" alle wichtigen Informationen rund um das Erstattungsverfahren sowie die dafür notwendigen Dokumente zum Download hinterlegt. Für die Erstattung der Mehraufwendungen und Mindereinnahmen und für die Corona-Schnelltests stehen jeweils separate Dokumente zur Verfügung.

Ist die Barmer für mich zuständig?

Die Barmer Pflegekasse übernimmt das Erstattungsverfahren für die Bundesländer Berlin und Sachsen. Ob wir auch Sie betreuen, können Sie anhand der Liste feststellen, die ebenfalls auf der Website des GKV-Spitzenverbandes hinterlegt ist.

Wie wird der Erstattungsbetrag für Mindereinnahmen errechnet?

Um die Höhe der Einnahmeausfälle zu berechnen, wurde folgendes Verfahren festgelegt:

  • Sie errechnen, wie viele pflegebedürftige Personen (einschließlich der privat pflichtversicherten) Sie im vierten Quartal 2019 durchschnittlich pro Monat versorgt haben.
  • Diese Zahl wird der Anzahl der Personen gegenübergestellt, die Sie in dem Monat versorgt haben, für den Sie die Erstattung beantragen.
  • Die Differenz wird mit dem pro Person maximal zur Verfügung stehenden Entlastungsbetrag von 125 Euro multipliziert. In dem hier bereitgestellten Antragsformular, wird dies automatisch berechnet.

 Beispiel:

  • Im Jahr 2019 wurden im Oktober 100 Personen versorgt, im November 120 und im Dezember 110. Der Durchschnitt liegt also bei 110 Personen monatlich.
  • Im April 2020 konnten Sie lediglich 20 Personen versorgen.
  • Die Differenz von 90 Personen wird multipliziert mit 125 Euro.
  • Somit ergibt sich für den April 2020 ein Erstattungsbetrag von 11.250 Euro.

Sofern Sie bereits Unterstützungsleistungen von anderer Seite erhalten haben, müssen diese von dem so errechneten Betrag abgezogen werden.

So beantragen Sie die Erstattung

Alle Beträge der Mehrkosten und Mindereinnahmen werden gemeinsam beantragt. Wenn Sie mehrere Angebote durchführen (beispielsweise Betreuungsgruppen und Unterstützung im Haushalt), fassen Sie die jeweils entstandenen Mehrkosten und Mindereinnahmen bitte in einem Antrag zusammen.

Sie können Ihren Anspruch für jeden Monat geltend machen – natürlich erst nach dem Ende des jeweiligen Monats. Es besteht auch die Möglichkeit, die Anträge für mehrere Monate zusammenzufassen. Die „Verordnung zur Verlängerung von Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der pflegerischen Versorgung während der durch das Coronavirus SARS-CoV-2 verursachten Pandemie vom 28.06.2021“ sieht eine Verlängerung der Regelungen bis zum 30.09.2021 vor. Der Antrag muss spätestens bis zum 31.12.2021 bei der Pflegekasse eingereicht werden.

Die Erstattung der Aufwendungen für PoC-Antigen-Tests können Sie ab dem 15.10.2020 bis 30.09.2021 beantragen. Sie können den Antrag monatlich stellen oder für einen Gesamtzeitraum. Ab 01.07.2021 besteht neben den bisherigen PoC-Antigen-Tests zusätzlich ein Anspruch auf Erstattung von Antigen-Tests zur Eigenanwendung (Selbsttests). Der Antrag muss spätestens bis zum 31.12.2021 bei der Pflegekasse eingereicht werden.

Füllen Sie den zum Download bereitgestellten Antrag aus und unterzeichnen Sie ihn. Dafür ist eine originalgetreue Nachbildung der Unterschrift (Faksimile) ausreichend. Oder drucken Sie den Antrag aus und scannen Sie ihn nach der Unterzeichnung als PDF-Datei ein. Da die Überprüfung in einem nachgelagerten Verfahren erfolgt, werden weitere Unterlagen zunächst nicht benötigt.

Senden Sie bitte Ihren Antrag für die Erstattung

Wie geht es weiter?

Die Zahlung erhalten Sie innerhalb von 14 Tagen. Natürlich informieren wir Sie schriftlich, sobald wir Ihren Antrag geprüft haben und feststeht, welche Summe wir Ihnen erstatten können.

Sie haben noch Fragen?

Für Fragen zum Verfahren oder zu Ihrem Antrag steht Ihnen unsere kostenfreie Hotline unter 0800 333004 994060 in der Zeit von Montag bis Donnerstag von 8:00 bis 17:00 Uhr und am Freitag von 8:00 bis 15:00 Uhr zur Verfügung.

Antworten auf die häufigsten Fragen hat der GKV-Spitzenverband in einer FAQ zusammengefasst. Diese finden Sie ebenfalls auf der Seite  "Sonderregelungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus".

Webcode: u001544 Letzte Aktualisierung: 05.08.2021
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