Barmer-Zahngesundheitsatlas

Kosten für Zahnversorgung hängen vom Wohnort ab

Berlin, 11. Juli 2019 – Bei der zahnmedizinischen Versorgung Deutschlands gibt es teils dramatische regionale Unterschiede, Bürger in Bayern greifen für Kronen, Brücken und Co. deutschlandweit am tiefsten in die Tasche. Sie zahlen im Schnitt 1.228 Euro als Eigenanteil zu ihrem neuen Zahnersatz zu und damit um fast 100 Prozent mehr als Patientinnen und Patienten in Sachsen-Anhalt. Dort liegt der Eigenanteil bei 628 Euro. Das geht aus dem Barmer-Zahngesundheitsatlas hervor, der am Donnerstag in Berlin erstmals vorgestellt wurde. Deutliche regionale Unterschiede gibt es demnach auch bei Früherkennungsuntersuchungen für Kinder. Erneut ist Bayern an der Spitze. Hier liegt die Inanspruchnahmerate bei 42,5 Prozent. Schlusslicht sind die Saarländer (27,7 Prozent). „Wir wollen mit dem Atlas zur Zahngesundheit Transparenz schaffen und eine Diskussion über die bundesweiten Versorgungsunterschiede, Kosten und Nutzen anstoßen. Viele Ergebnisse aus dem Atlas lassen sich nicht zahnmedizinisch erklären. Zahnärzteschaft, Krankenkassen und Politik in Bund und Ländern sollten gemeinsam die Ursachen dieser Unterschiede diskutieren, um bundesweit einheitlich hohe Standards bei Beratung und Versorgung sicherzustellen“, sagte Prof. Dr. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Barmer.

Ost-West-Unterschiede bei der Inanspruchnahme

Die Ergebnisse des aktuellen Zahngesundheitsatlasses machten grundsätzlich zwei Tendenzen deutlich. Zum einen gebe es in vielen Versorgungsbereichen der Zahnmedizin Ost-West-Unterschiede. Zum anderen scheine ein Stadt-Land-Gefälle vorzuliegen. Der Unterschied zwischen den östlichen und westlichen Bundesländern zeige sich besonders bei dem Anteil der Bevölkerung, der zum Zahnarzt geht. Die Sachsen sind hier den Ergebnissen zufolge Spitzenreiter (77,1 Prozent), die Saarländer hingegen Schlusslicht (65,2 Prozent). „Die Gründe für die Unterschiede kennen wir nicht. Möglich wären tradierte Inanspruchnahmemuster, verschiedene Präventionsaffinitäten und ein unterschiedlicher Stellenwert des Bonussystems“, betonte Studienautor Prof. Dr. Michael Walter von der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik an der TU Dresden.

Zahnersatz je nach Region zwischen 1.274 Euro und 1.877 Euro

Besonders eklatant seien laut den Studienergebnissen die Ost-West-Unterschiede bei neuem Zahnersatz. Im Jahr 2017 lagen die Gesamtkosten je versorgtem Versicherten in den östlichen Flächenländern mit 1.274 Euro bis 1.379 Euro deutlich unter dem Bundesschnitt von 1.524 Euro. Am teuersten war der Zahnersatz in Niedersachsen mit 1.877 Euro. Auch bei der Kostenverteilung fielen die Unterschiede massiv aus. Der vom Patienten zu tragende Eigenanteil lag beim Zahnersatz in den östlichen Flächenländern mit 47,7 Prozent bis 50,2 Prozent deutlich unter Bayern und Baden-Württemberg. Dort trugen Patientinnen und Patienten mit ihrem Eigenanteil 66 beziehungsweise 66,7 Prozent der Kosten. Eine Ursache für hohe Kosten dürfte die verstärkte Wahl von aufwändigem, ästhetisch ansprechenderem und somit meist teurerem Zahnersatz sein, sagte Straub. Dabei sei die Regelversorgung nicht nur zweckmäßig, sondern auch haltbar. „Wenn aufwändiger Zahnersatz gewählt wird, stellt sich durchaus die Frage, ob das immer der alleinige Wunsch des Patienten ist“, so der Vorstandsvorsitzende.

Stadt-Land-Unterschiede bei Zahnkronen und Kieferorthopädie

Der Barmer-Zahngesundheitsatlas zeigt zudem deutliche Unterschiede zwischen Stadt und Land. So bekamen 9,0 Prozent der Berliner und 8,7 Prozent der Hamburger im Jahr 2017 einen neuen Zahnersatz. Im Saarland waren es lediglich 6,4 Prozent und in Bayern und Rheinland-Pfalz jeweils 6,9 Prozent. Bundesweit traf dies auf 7,4 Prozent zu. „Dass vor allem die Versicherten in den Stadtstaaten häufiger Zahnersatz bekommen, könnte zum einen am leichteren Zugang zur Versorgung bei einer vergleichsweise hohen Zahnarztdichte liegen. Zum anderen könnten höhere ästhetische Ansprüche eine Erklärung sein“, sagte Walter. Bei der Kieferorthopädie zeigt der Altas, dass die Inanspruchnahme bei den unter 20-Jährigen in Flächenländern etwas geringer ausfällt als im Bundesdurchschnitt. Dies könne unter anderem an den räumlich weiteren Wegen zum Kieferorthopäden liegen. Besonders bei den sogenannten Zahnschienen zeigt sich eine deutliche Diskrepanz zwischen Stadt und Land. Je 3,7 Prozent der Hamburger und der Berliner brauchen eine solche Hilfe bei Beschwerden im Kieferbereich, zum Beispiel durch Zähneknirschen. Zum Vergleich, in Thüringen sind es nur 1,4 Prozent. „Der vergleichsweise stressige Alltag in Großstädten könnte ein Grund für die höhere Zahl von Aufbissschienen sein“, so Walter.

Bayern bei Zahnvorsorge für Kinder an der Spitze

Deutliche regionale Unterschiede gibt es auch bei der Früherkennung. So wird die Untersuchung für kleine Kinder tendenziell eher im Süden und im Osten genutzt und weniger im Norden und Westen Deutschlands. Die Inanspruchnahme pendelt zwischen 27,7 Prozent im Saarland und 42,5 Prozent in Bayern. Bundesweit waren 35,9 Prozent der Kinder zwischen dem 30. und 72. Lebensmonat bei einer Früherkennungsuntersuchung.


Analyse: 
Zahngesundheit in den Bundesländern

In Baden-Württemberg gehen überdurchschnittlich viele Menschen zum Zahnarzt. Im Jahr 2017 traf dies auf 72,2 Prozent der dortigen Bevölkerung zu, während der Bundesschnitt bei 71,5 Prozent lag. Trotz der überdurchschnittlichen Inanspruchnahmerate rangierte Baden-Württemberg bei den Ausgaben je Versicherten mit 182,52 Euro unter dem bundesweiten Mittelwert von 190,22 Euro. Insgesamt nahmen die Baden-Württemberger überdurchschnittlich häufig Prophylaxe-Leistungen und unterdurchschnittlich häufig Therapieleistungen in Anspruch. So bekamen zum Beispiel 24,6 Prozent Füllungen (Bund: 27,3 Prozent), 4,9 Prozent erhielten eine Wurzelkanalbehandlung (Bund: 5,5 Prozent), und 7,9 Prozent mussten sich Zähne ziehen lassen (Bund: 8,5 Prozent).

Baden-Württemberger zahlen den höchsten Eigenanteil bei neuem Zahnersatz

Zur Gruppe der Bundesländer mit den höchsten Ausgaben für neuen Zahnersatz gehört Baden-Württemberg. Mit durchschnittlich 1.717 Euro je versorgtem Versicherten landete es auf Rang vier hinter Niedersachsen (1.877 Euro), Bayern und Bremen, aber fast 13 Prozent über dem Bundessschnitt von 1.524 Euro. In Baden-Württemberg waren nicht nur die Gesamtausgaben für Zahnersatz vergleichsweise hoch, sondern auch der durchschnittliche Eigenanteil, den der Versicherte bezahlt. Dieser belief sich im Jahr 2017 auf 1.146 Euro beziehungsweise 66,7 Prozent der Gesamtkosten. In keinem anderen Bundesland hat der Versicherte einen größeren prozentualen Eigenanteil an den Kosten für den Zahnersatz getragen. In Sachsen-Anhalt hingegen musste der Versicherte nur 47,7 Prozent der Ausgaben, und zwar 628 Euro von 1.316 Euro, für den Zahnersatz selbst übernehmen.

Der hohe Eigenanteil, aber auch die vergleichsweise hohen Gesamtausgaben für den Zahnersatz, könnten darin begründet sein, dass die Versicherten beim Zahnersatz verstärkten Wert auf die Ästhetik und den Tragekomfort legen und daher häufiger den aufwändigeren Zahnersatz wählen, der teurer ist als die Regelversorgung. Auch bei der Kieferorthopädie liegt Baden-Württemberg über dem Bundesdurchschnitt. So waren 19,8 Prozent der unter 20-Jährigen im Jahr 2017 beim Kieferorthopäden (Bund: 18,1 Prozent).

Kinder in Baden-Württemberg vergleichsweise oft bei Prophylaxe und Früherkennung

Überdurchschnittlich gut schneidet Baden-Württemberg bei der Zahnvorsorge ab. So nahmen 38,5 Prozent der Kinder zwischen dem 30. und 72. Lebensmonat an der Früherkennungsuntersuchung (Bund: 35,9 Prozent) und 68,3 Prozent der 6- bis 17-Jährigen an der Individualprophylaxe (Bund: 65,9 Prozent) teil.

Baden-Württemberg

In Bayern gehen überdurchschnittlich viele Menschen zum Zahnarzt. Im Jahr 2017 traf dies auf 73,7 Prozent zu, der Bundesschnitt lag bei 71,5 Prozent. Bei den Ausgaben je Versicherten rangierte Bayern mit 204,38 Euro nach Berlin (205,35 Euro) an zweiter Stelle und deutlich über dem bundesweiten Mittelwert von 190,22 Euro. Insgesamt nahmen die Bürgerinnen und Bürger in Bayern überdurchschnittlich häufig Prophylaxe-, Diagnose- und Therapieleistungen in Anspruch.

Eigenanteil für neuen Zahnersatz in Bayern am höchsten

Zur Gruppe der Bundesländer mit den höchsten Ausgaben für neuen Zahnersatz gehörte Bayern und rangierte mit durchschnittlich 1.859 Euro je versorgtem Versicherten nach Niedersachsen (1.877 Euro) an zweiter Stelle. Bayern befand sich damit knapp 22 Prozent über dem Bundesschnitt von 1.524 Euro. Im Freistaat waren nicht nur die Gesamtausgaben für Zahnersatz vergleichsweise hoch, sondern auch der durchschnittliche Eigenanteil, den der Versicherte bezahlt. Dieser belief sich im Jahr 2017 auf 66 Prozent der Gesamtkosten, was 1.228 Euro ausmachte. In Bayern war der Eigenanteil damit bundesweit am höchsten und lag um 96 Prozent über dem Eigenanteil von Sachsen-Anhalt mit 628 Euro und deutlich über dem Bundesschnitt von 879 Euro. Der hohe Eigenanteil, aber auch die vergleichsweise hohen Gesamtausgaben für den Zahnersatz, könnten darin begründet sein, dass die Versicherten beim Zahnersatz verstärkten Wert auf die Ästhetik und den Tragekomfort legen und daher häufiger den aufwändigeren Zahnersatz wählen, der teurer ist als die Regelversorgung. Auch bei der Kieferorthopädie lag Bayern, wenn auch nur geringfügig, über dem Bundesdurchschnitt. So waren 18,9 Prozent der unter 20-Jährigen im Jahr 2017 beim Kieferorthopäden (Bund: 18,1 Prozent).

Bayern sind Vorsorgemeister bei Kleinkindern

Auf den Spitzenplätzen landet Bayern bei der Zahnvorsorge. So nahmen 42,5 Prozent der Kinder zwischen dem 30. und 72. Lebensmonat an der Früherkennungsuntersuchung teil (Bund: 35,9 Prozent). In keinem anderen Bundesland war die Quote höher. Von den 6- bis 17-Jährigen gingen 71,1 Prozent zur Individualprophylaxe. Damit landete Bayern knapp hinter Thüringen (72,3 Prozent) und Sachsen (71,6 Prozent) auf Rang drei und deutlich vor dem Bundesschnitt mit 65,9 Prozent.

Bayern

In Berlin gehen etwas weniger Versicherte zum Zahnarzt als im Bundesschnitt. Im Jahr 2017 traf dies auf 70,7 Prozent der Hauptstädter zu, die bundesweite Quote lag bei 71,5 Prozent. Allerdings hatte Berlin mit 205,35 Euro die höchsten durchschnittlichen Ausgaben je Versicherten von allen Ländern. Sie waren um gut 20 Prozent höher als im Saarland (170,88 Euro) und lagen um acht Prozent über dem bundesweiten Mittelwert von 190,22 Euro. Insgesamt befanden sich die Berliner bei der Inanspruchnahme von Prophylaxe-, Diagnose- und Therapieleistungen etwa im Bundesschnitt. So bekamen zum Beispiel 27,7 Prozent Füllungen (Bund: 27,3 Prozent), 6,3 Prozent erhielten eine Wurzelkanalbehandlung (Bund: 5,5 Prozent), und 8,9 Prozent mussten sich Zähne ziehen lassen (Bund: 8,5 Prozent).

Berliner bekommen bundesweit am häufigsten neuen Zahnersatz 

Der Ost-West-Unterschied zeigt sind insbesondere bei der Versorgung mit neuem Zahnersatz. Tendenziell ist er in den ostdeutschen Bundesländern preiswerter und der Eigenanteil geringer als in den westdeutschen. Hier ergibt sich in Berlin ein geteiltes Bild. So beliefen sich die Gesamtausgaben für neuen Zahnersatz auf 1.559 Euro je versorgtem Versicherten und waren damit geringfügig höher als im Bund (1.524 Euro). Allerdings war der davon zu tragende Eigenanteil mit 808 Euro geringer als der deutschlandweite Wert mit 879 Euro. Von den Gesamtkosten beim Zahnersatz entfielen für die Berliner im Schnitt also 51,8 Prozent als Eigenanteil. Zum Vergleich, in Baden-Württemberg steuerten die Versicherten 66,7 Prozent der Gesamtkosten aus eigener Tasche bei. Auffällig ist in Berlin vor allem die Inanspruchnahmerate. Im Jahr 2017 bekamen neun Prozent neuen Zahnersatz, was dem höchsten Wert unter allen Regionen entspricht. Der Bundesschnitt lag bei 7,4 Prozent, Schlusslicht war das Saarland mit 6,4 Prozent. Der Spitzenwert in Berlin könnte neben der Versorgung mit Zahnärzten ästhetische Gründe haben. In keinem anderen Bundesland bekamen mehr Versicherte Aufbissschienen. In Berlin (und Hamburg) traf dies auf 3,7 Prozent zu, während der Bundesschnitt bei 2,6 Prozent lag. In Thüringen bekamen nur 1,4 Prozent der Versicherten diese Schienen. Der vergleichsweise stressige Alltag in Großstädten könnte ein Grund für die höhere Zahl von Aufbissschienen sein.

Berliner Heranwachsende vergleichsweise selten bei Individualprophylaxe

Bei der Zahnvorsorge ergibt sich bei den Berlinern ein geteiltes Bild. So konnten 53,3 Prozent der Versicherten bei ihrem Zahnersatz einen 30-prozentigen Extra-Bonus der Krankenkasse einsetzen (Bund: 51,4 Prozent). Überdurchschnittlich viele Kleinkinder zwischen dem 30. und 72. Lebensmonat nahmen an der Früherkennungsuntersuchung teil (36,5 Prozent in Berlin versus 35,9 Prozent im Bund). Allerdings gingen nur 62,2 Prozent der 6- bis 17-Jährigen zur Individualprophylaxe, während es bundesweit 65,9 Prozent waren.

Berlin

In Brandenburg gehen, wie in allen östlichen Bundesländern, überdurchschnittlich viele Menschen zum Zahnarzt. Im Jahr 2017 traf dies auf 75,6 Prozent zu, der Bundesschnitt lag bei 71,5 Prozent. Auch bei den Ausgaben je Versicherten rangierte Brandenburg mit 194,19 Euro knapp über dem bundesweiten Mittelwert von 190,22 Euro. Insgesamt nahmen die Brandenburger überdurchschnittlich häufig Prophylaxe-, Diagnose- und Therapieleistungen in Anspruch. So bekamen zum Beispiel 31,6 Prozent Füllungen (Bund: 27,3 Prozent), 5,8 Prozent erhielten eine Wurzelkanalbehandlung (Bund: 5,5 Prozent), und 9,3 Prozent mussten sich Zähne ziehen lassen (Bund: 8,5 Prozent).

Eigenanteil für neuen Zahnersatz in Bayern fast doppelt so hoch wie in Brandenburg

Der Ost-West-Unterschied zeigt sich insbesondere bei der Neuversorgung mit Zahnersatz. Tendenziell ist er in den östlichen Bundesländern preiswerter, und der Eigenanteil geringer als in den westlichen Bundesländern. So beliefen sich in Brandenburg die Gesamtausgaben für die „Dritten“ auf knapp 1.376 Euro je versorgtem Versicherten. Sie lagen damit gut zehn Prozent unter dem Bundesschnitt von 1.524 Euro und um mehr als 27 Prozent unter dem Wert von Spitzenreiter Niedersachsen mit 1.877 Euro. Beim Zahnersatz zeichnet sich Brandenburg nicht nur durch geringe Gesamtausgaben, sondern auch durch einen unterdurchschnittlichen Eigenanteil aus. Dieser belief sich im Jahr 2017 auf 50 Prozent der Gesamtausgaben, was 688 Euro ausmacht. In Bayern war der Eigenanteil mit 1.228 Euro um 78 Prozent höher und machte rund zwei Drittel der Gesamtausgaben aus. Der niedrigere Eigenanteil, aber auch die vergleichsweise niedrigen Gesamtausgaben für den Zahnersatz, könnten darin begründet sein, dass für viele Versicherte ästhetische Aspekte und Tragekomfort weniger im Vordergrund stehen und daher seltener der aufwändigere Zahnersatz gewählt wird, der teurer ist als die Regelversorgung.

Brandenburger sind vorbildlich in Sachen Vorsorge und Früherkennung

Überdurchschnittlich gut schneiden die Brandenburger bei der Zahnvorsorge ab. So konnten 64,8 Prozent der Versicherten im Jahr 2017 bei ihrem Zahnersatz einen 30-prozentigen Extra-Bonus der Krankenkasse einsetzen und damit deutlich mehr als im Bundesschnitt (51,4 Prozent). Schon früh achtet man in Brandenburg auf die Zahngesundheit. So nahmen 38,8 Prozent der Kinder zwischen dem 30. und 72. Lebensmonat an der Früherkennungsuntersuchung (Bund: 35,9 Prozent) und 67,5 Prozent der 6- bis 17-Jährigen an der Individualprophylaxe (Bund: 65,9 Prozent) teil.

Brandenburg

In Bremen gehen vergleichsweise wenige Menschen zum Zahnarzt. Im Jahr 2017 traf dies auf 67 Prozent zu, der Bundesschnitt lag bei 71,5 Prozent. Auch bei den Ausgaben je Versicherten rangierte Bremen mit 185,03 Euro leicht unter dem bundesweiten Mittelwert von 190,22 Euro. Insgesamt nahmen die Bremer weniger als im Bundesdurchschnitt
Prophylaxe-, Diagnose- und Therapieleistungen in Anspruch. So bekamen zum Beispiel 22,7 Prozent Füllungen (Bund: 27,3 Prozent), 5,5 Prozent erhielten eine Wurzelkanalbehandlung (Bund: 5,5 Prozent), und 8,1 Prozent mussten sich Zähne ziehen lassen (Bund: 8,5 Prozent).

Eigenanteil für Zahnersatz in Bremen überdurchschnittlich hoch

Der Ost-West-Unterschied zeigt sind insbesondere bei der Versorgung mit neuem Zahnersatz. Tendenziell ist er in den östlichen Bundesländern preiswerter, und der Eigenanteil geringer als in den westlichen Bundesländern. In dieses Bild gliedert sich Bremen nahtlos ein. Hier lagen die Gesamtausgaben für die „Dritten“ bei 1.745 Euro je versorgtem Versicherten. Sie lagen damit um 221 Euro oder knapp 15 Prozent über dem Bundessschnitt von 1.524 Euro und um mehr etwa sieben Prozent unter dem Wert von Spitzenreiter Niedersachsen mit 1.877 Euro. Beim Zahnersatz zeichnete sich Bremen nicht nur durch hohe Gesamtausgaben, sondern auch durch einen überdurchschnittlichen Eigenanteil aus. Dieser belief sich im Jahr 2017 auf 53,1 Prozent der Gesamtausgaben, was 927 Euro ausmacht. Das ist deutlich weniger als in Bayern, wo der Eigenanteil mit 1.228 Euro gegenüber Bremen um 32 Prozent höher lag und rund zwei Drittel der Gesamtausgaben ausmachte.

In Bremen viele Härtefälle

Deutlich lagen die Bremer im Jahr 2017 bei Prophylaxeleistungen unter dem Bundesschnitt (Inanspruchnahme in Bremen 43,9 Prozent gegenüber 51,4 Prozent im Bund). Eine Konsequenz daraus war letztlich, dass deutlich weniger Versicherte als im Bundesschnitt einen Bonus für ihr Vorsorgeverhalten erhalten haben, etwa jeder Dritte bekam gar keinen. Stattdessen gab es mit 14,3 Prozent mehr finanzielle Härtefälle als im Bund (7,8 Prozent). Ein Erklärungsansatz dafür könnte die wirtschaftliche und soziale Situation an der Weser sein. Vergleichsweise schlecht hat Bremen auch bei der Vorsorge abgeschnitten. So nahmen nur 30,4 Prozent der Kinder zwischen dem 30. und 72. Lebensmonat an der Früherkennungsuntersuchung (Bund: 35,9 Prozent) und 54,8 Prozent der 6- bis 17-Jährigen an der Individualprophylaxe (Bund: 65,9 Prozent) teil. Damit war Bremen Vorletzter beziehungsweise gar Schlusslicht im Länderranking.

Bremen

In Hamburg gehen im Vergleich zum Bundesdurchschnitt weniger Menschen zum Zahnarzt. Im Jahr 2017 traf dies auf 68,6 Prozent zu, der Bundesschnitt lag bei 71,5 Prozent. Dagegen lagen die Ausgaben je Versicherten mit 196,33 Euro über dem bundesweiten Mittelwert von 190,22 Euro. Bei der Inanspruchnahme von Prophylaxe-, Diagnostik- und Therapieleistungen lag Hamburg unter dem Bundesschnitt. So bekamen zum Beispiel 24,1 Prozent Füllungen (Bund: 27,3 Prozent), 5,2 Prozent erhielten eine Wurzelbehandlung (Bund: 5,5 Prozent), und 7,6 Prozent mussten sich Zähne ziehen lassen (Bund: 8,5 Prozent).

Eigenanteil für Zahnersatz in Hamburg im oberen Mittelfeld

Der Ost-West-Unterschied zeigt sind bei der Versorgung mit neuem Zahnersatz. Tendenziell ist er in den östlichen Bundesländern preiswerter und der Eigenanteil geringer als in den westlichen Bundesländern. So beliefen sich in Hamburg die Gesamtausgaben für die „Dritten“ auf 1.601 Euro je versorgtem Versicherten. Sie lagen damit um rund fünf Prozent über dem Bundessschnitt von 1.524 Euro und um mehr als 17 Prozent unter dem Wert von Spitzenreiter Niedersachsen mit 1.877 Euro. Beim Zahnersatz zeichnete sich Hamburg nicht nur durch recht hohe Gesamtkosten, sondern auch durch einen im Vergleich eher hohen Eigenanteil aus. Dieser belief sich im Jahr 2017 auf 58,7 Prozent der Gesamtkosten, was 939 Euro ausmacht. Zum Vergleich, in Bayern war der Eigenanteil mit 1.228 Euro gegenüber Hamburg um 31 Prozent höher und machte rund zwei Drittel der Gesamtausgaben aus. Bei der Versorgung mit kieferorthopädischen Leistungen lag Hamburg leicht über dem Bundesdurchschnitt mit einer Inanspruchnahmerate von 18,8 Prozent bei den unter 20-Jährigen (Bund: 18,1 Prozent). In keinem anderen Bundesland bekamen mehr Versicherte Aufbissschienen. In Hamburg (und Berlin) traf dies auf je 3,7 Prozent zu, während der Bundesschnitt bei 2,6 Prozent lag. In Thüringen erhielten nur 1,4 Prozent diese Schienen. Der vergleichsweise stressige Alltag in Großstädten könnte ein Grund für die höhere Zahl von Aufbissschienen sein.

Hamburger nur Durchschnitt bei Früherkennung und Boni

Leistungen für die Vorsorge nutzten die Hamburger im Jahr 2017 leicht weniger als der Bundesschnitt. Das setzte sich bei den Bonusleistungen fort. So lag die Zahl derer, die einen 30-prozentigen Bonus beim Zahnersatz für eine gute Vorsorge erhielten, mit 46,4 Prozent niedriger als im Bund (51,4 Prozent). Weniger als anderswo achtete man in Hamburg offenbar auf die Prävention. So nahmen 32,9 Prozent der Kinder zwischen dem 30. und 72. Lebensmonat an der Früherkennungsuntersuchung (Bund: 35,9 Prozent) und 60,6 Prozent der 6- bis 17-Jährigen an der Individualprophylaxe (Bund: 65,9 Prozent) teil.

Hamburg
 In Hessen gingen die Menschen seltener zum Zahnarzt als im Bundesdurchschnitt. Im Jahr 2017 traf dies auf 69,4 Prozent zu, der Bundesschnitt lag bei 71,5 Prozent. Auch bei den Ausgaben je Versicherten rangierte Hessen mit 178,88 Euro unter dem bundesweiten Mittelwert von 190,22 Euro. Insgesamt nahmen die Hessen unterdurchschnittlich häufig Prophylaxe-, Diagnose- und Therapieleistungen in Anspruch. So bekamen zum Beispiel 25,9 Prozent Füllungen (Bund: 27,3 Prozent), fünf Prozent erhielten eine Wurzelkanalbehandlung (Bund: 5,5 Prozent), und 8,4 Prozent mussten sich Zähne ziehen lassen (Bund: 8,5 Prozent).

Ausgaben für Zahnersatz in Hessen über dem Bundesdurchschnitt

Beim Zahnersatz lagen in Hessen sowohl die Gesamtausgaben als auch der vom Versicherten zu tragende Eigenanteil über dem Bundesdurchschnitt. So beliefen sich die Gesamtausgaben für die „Dritten“ auf knapp 1.627 Euro je versorgten Versicherten. Sie lagen damit um rund sieben Prozent über dem Bundesschnitt von 1.524 Euro. Beim Zahnersatz zeichnete sich Hessen nicht nur durch höhere Gesamtausgaben, sondern auch einen höheren Eigenanteil aus. Dieser belief sich im Jahr 2017 auf 60,4 Prozent der Gesamtausgaben, was 982 Euro ausmacht. In Sachsen-Anhalt hingegen musste der Versicherte nur 47,7 Prozent der Ausgaben, und zwar 628 von 1.316 Euro, für den Zahnersatz selbst übernehmen. Der hohe Eigenanteil, aber auch die vergleichsweise hohen Gesamtausgaben für den Zahnersatz, könnten darin begründet sein, dass die Versicherten beim Zahnersatz verstärkten Wert auf die Ästhetik und den Tragekomfort legen und daher häufiger den aufwändigeren Zahnersatz wählen, der teurer ist als die Regelversorgung.

Hessen nehmen Früherkennungsuntersuchungen nicht ausreichend in Anspruch

Im Falle eines Zahnersatzes konnten 44,9 Prozent der Versicherten in Hessen einen 30-prozentigen Extra-Bonus der Krankenkasse einsetzen, also 6,5 Prozentpunkte weniger als im Bundesschnitt mit 51,4 Prozent. Das heißt, dass die Versicherten die Vorsorgeuntersuchungen nicht ausreichend in Anspruch genommen haben, um einen Bonus zu bekommen. Die unterdurchschnittliche Inanspruchnahme von Früherkennungsuntersuchungen zeichnet sich in Hessen schon bei Kindern und Jugendlichen ab. So nahmen 35,7 Prozent der Kinder zwischen dem 30. und 72. Lebensmonat im Jahr 2017 an der Früherkennungsuntersuchung (Bund: 35,9 Prozent) und 61,8 Prozent der 6- bis 17-Jährigen an der Individualprophylaxe (Bund: 65,9 Prozent) teil.

Hessen

In Mecklenburg-Vorpommern gingen, wie in allen östlichen Bundesländern, überdurchschnittlich viele Menschen zum Zahnarzt. Im Jahr 2017 traf dies auf 75,3 Prozent zu, der Bundesschnitt lag bei 71,5 Prozent. Auch bei den Ausgaben je Versicherten rangierte Mecklenburg-Vorpommern mit 198,60 Euro über dem bundesweiten Mittelwert von 190,22 Euro. Insgesamt nahmen die Einwohner Mecklenburg-Vorpommerns überdurchschnittlich häufig Prophylaxe-, Diagnose- und Therapieleistungen in Anspruch. So bekamen 33,6 Prozent Füllungen (Bund: 27,3 Prozent), 5,8 Prozent erhielten eine Wurzelkanalbehandlung (Bund: 5,5 Prozent), und 9,5 Prozent mussten sich Zähne ziehen lassen (Bund: 8,5 Prozent).

Eigenanteil in Bayern um 84 Prozent höher als in Mecklenburg-Vorpommern

Der Ost-West-Unterschied zeigt sind insbesondere bei der Versorgung mit neuem Zahnersatz. Tendenziell ist er im Osten Deutschlands preiswerter und der Eigenanteil geringer als im Westen. So beliefen sich in Mecklenburg-Vorpommern die Gesamtausgaben für die „Dritten“ auf knapp 1.379 Euro je versorgten Versicherten. Sie lagen damit um knapp zehn Prozent unter dem Bundessschnitt von 1.524 Euro und fast 27 Prozent unter dem Wert von Spitzenreiter Niedersachsen mit 1.877 Euro. Beim Zahnersatz zeichnete sich Mecklenburg-Vorpommern nicht nur durch geringe Gesamtausgaben, sondern auch durch einen unterdurchschnittlichen Eigenanteil aus. Dieser belief sich im Jahr 2017 auf 48,3 Prozent der Gesamtkosten, was 667 Euro ausmacht. In Bayern war der Eigenanteil mit 1.228 Euro um rund 84 Prozent höher und machte rund zwei Drittel der Gesamtausgaben aus, die die Versicherten aus eigener Tasche zuzahlen mussten. Der niedrigere Eigenanteil, aber auch die vergleichsweise niedrigen Gesamtausgaben für den Zahnersatz, könnten darin begründet sein, dass für viele Versicherte ästhetische Aspekte und Tragekomfort weniger im Vordergrund stehen und daher seltener der aufwändigere Zahnersatz gewählt wird, der teurer ist als die Regelversorgung.

Versicherte in Mecklenburg-Vorpommern pflegten ihr Zahnbonusheft gut

Überdurchschnittlich gut nahmen Versicherte beim Zahnersatz den Zahnbonus in Anspruch. So konnten 63,2 Prozent der Versicherten bei ihrem Zahnersatz einen 30-prozentigen Extra-Bonus der Krankenkasse einsetzen, fast zwölf Prozentpunkte mehr als im Bundesschnitt mit 51,4 Prozent. Bei der Inanspruchnahme von zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchungen bei Kindern und Jugendlichen lag Mecklenburg-Vorpommern leicht unter dem Bundesdurchschnitt. So waren 34,6 Prozent der Kinder zwischen dem 30. und 72. Lebensmonat bei einer Früherkennungsuntersuchung (Bund: 35,9 Prozent) und 64,8 Prozent der 6- bis 17-Jährigen bei einer Individualprophylaxe (Bund: 65,9 Prozent).

Mecklenburg-Vorpommern
In Niedersachsen gehen weniger Menschen zum Zahnarzt als im Bundesvergleich. Im Jahr 2017 traf dies auf 69,9 Prozent zu, der Bundesschnitt lag bei 71,5 Prozent. Auch bei den Ausgaben je Versicherten rangierte Niedersachsen mit 188,16 Euro knapp unter dem bundesweiten Mittelwert von 190,22 Euro. Insgesamt liegen die Niedersachsen bei Prophylaxe-, Diagnose- und Therapieleistungen auf dem durchschnittlichen Niveau im Bundesgebiet beziehungsweise leicht darunter. So bekamen zum Beispiel 26,5 Prozent Füllungen (Bund: 27,3 Prozent), 5,8 Prozent erhielten eine Wurzelkanalbehandlung (Bund: 5,5 Prozent), und 8,3 Prozent mussten sich Zähne ziehen lassen (Bund: 8,5 Prozent).

Niedersachsen Spitze bei Gesamtausgaben für neuen Zahnersatz

Ein Ost-West-Unterschied zeigt sich bei der Versorgung mit neuem Zahnersatz. Hier ist Niedersachsen mit 1.877 Euro Spitzenreiter bei den Gesamtausgaben je versorgtem Versicherten. Sie lagen damit um etwa 23 Prozent über dem Bundessschnitt von 1.524 Euro. Beim Zahnersatz zeichnet sich Niedersachsen nicht nur durch die höchsten Gesamtausgaben, sondern auch durch deutlich höhere Eigenanteile aus. Diese beliefen sich im Jahr 2017 auf 57,1 Prozent der Gesamtkosten, was 1.071 Euro ausmachte. In Bayern war der Eigenanteil mit 1.228 Euro um etwa 15 Prozent höher und machte rund zwei Drittel der Gesamtkosten aus. Der hohe Eigenanteil, aber auch die hohen Gesamtausgaben für den Zahnersatz, könnten darin begründet sein, dass die Versicherten beim Zahnersatz verstärkten Wert auf die Ästhetik und den Tragekomfort legen und daher häufiger den aufwändigeren Zahnersatz wählen, der teurer ist als die Regelversorgung. In Niedersachsen bekamen 2,8 Prozent der Versicherten Aufbissschienen, während der bundesweite Wert bei 2,6 Prozent lag. Spitzenreiter waren Berlin und Hamburg mit jeweils 3,7 Prozent. Im Bereich der Kieferorthopädie lag die Inanspruchnahme in Niedersachsen mit 16,1 Prozent etwas niedriger als im Bundesdurchschnitt (18,1 Prozent).

Defizite bei der Zahnvorsorge

Die Niedersachsen gehören zu den Bundesländern mit Defiziten bei der Vorsorge. So gibt es in diesem Bundesland deutlich mehr Versicherte, die aufgrund fehlender Vorsorgeunter-suchungen keinen Bonus für neuen Zahnersatz erhalten können. Auch der Anteil der Versicherten, die einen 30-prozentigen Extra-Bonus der Krankenkasse bekommen, liegt mit 45,8 Prozent etwa fünfeinhalb Prozentpunkte unter dem Bundesdurchschnitt (51,4 Prozent). Vergleichsweise selten wird die Früherkennung zugunsten der Zahngesundheit in Anspruch genommen. So nahmen 33,1 Prozent der Kinder zwischen dem 30. und 72. Lebensmonat an Früherkennungsuntersuchung (Bund: 35,9 Prozent) und 62,6 Prozent der 6- bis 17-Jährigen an der Individualprophylaxe (Bund: 65,9 Prozent) teil.

Niedersachsen

In Nordrhein-Westfalen gehen etwas weniger Menschen zum Zahnarzt als im Bundesdurchschnitt. Im Jahr 2017 taten dies 69,5 Prozent, zwei Prozentpunkte weniger als der Bundesschnitt (71,5 Prozent). Auch bei den Ausgaben je Versicherten rangierte NRW mit 187,89 Euro unter dem Bundeswert von 190,22 Euro. Insgesamt nahmen die Nordrhein-Westfalen Prophylaxe- und Diagnoseleistungen leicht unter dem Bundesdurchschnitt in Anspruch. Die Therapieleistungen befanden sich auf Bundesniveau. So bekamen 25,3 Prozent Füllungen (Bund: 27,3 Prozent), 5,5 Prozent erhielten eine Wurzelkanalbehandlung (Bund: 5,5 Prozent), und 8,3 Prozent mussten sich Zähne ziehen lassen (Bund: 8,5 Prozent).

Hoher Eigenanteil für neuen Zahnersatz

Der Ost-West-Unterschied zeigte sind insbesondere bei der Versorgung mit neuem Zahnersatz. Tendenziell war er in den östlichen Bundesländern preiswerter und der Eigenanteil geringer als in den westlichen Bundesländern. So beliefen sich in NRW die Gesamtausgaben für die „Dritten“ durchschnittlich auf knapp 1.661 Euro je versorgtem Versicherten. Sie lagen damit um knapp neun Prozent über dem Bundessschnitt von 1.524 Euro und etwa zwölf Prozent unter dem Wert von Spitzenreiter Niedersachsen mit 1.877 Euro. Beim Zahnersatz zeichnete sich NRW durch deutlich höhere Gesamtausgaben und Eigenanteile aus. Der durchschnittliche Eigenanteil belief sich im Jahr 2017 auf 56 Prozent der Gesamtkosten, was 930 Euro ausmachte. Zum Vergleich, in Bayern war der Eigenanteil mit 1.228 Euro um 32 Prozent höher und machte rund zwei Drittel der Gesamtkosten aus. Der höhere Eigenanteil, aber auch die höheren Gesamtausgaben für den Zahnersatz, könnten darin begründet sein, dass die Versicherten beim Zahnersatz verstärkten Wert auf die Ästhetik und den Tragekomfort legen und daher häufiger den aufwändigeren Zahnersatz wählen, der teurer ist als die Regelversorgung. Bei der Kieferorthopädie für unter 20-Jährige lag NRW auf dem Bundesschnitt mit einer Inanspruchnahmerate von 18,1 Prozent. An Rhein und Ruhr bekamen 2,6 Prozent der Versicherten Aufbissschienen, was exakt dem Bundesschnitt entspricht. Spitzenreiter waren Berlin und Hamburg mit je 3,7 Prozent, während in Thüringen nur 1,4 Prozent diese Schienen erhielten.

Nordrhein-Westfalen nutzen seltener Boni

Bei der Zahnvorsorge zeigt NRW Schwächen. So konnten 35,5 Prozent wegen mangelnder Vorsorge keinerlei Bonus erhalten (Bund: 32,4 Prozent). 46,6 Prozent erhielten für ihren Zahnersatz einen 30-prozentigen Extra-Bonus der Krankenkasse. Im Bundesschnitt waren es hier 51,4 Prozent. 32,5 Prozent der Kinder zwischen dem 30. und 72. Lebensmonat nahmen an der Früherkennungsuntersuchung teil (Bund: 35,9 Prozent) und 62,2 Prozent der 6- bis 17-Jährigen an der Individualprophylaxe (Bund: 65,9 Prozent).

Nordrhein-Westfalen

In Rheinland-Pfalz gehen gegenüber dem Bundesschnitt vergleichsweise wenige Menschen zum Zahnarzt. Im Jahr 2017 traf dies auf 68,5 Prozent der dortigen Bevölkerung zu, während der Bundesschnitt bei 71,5 Prozent lag. Nur im Saarland und in Bremen war die Inanspruchnahmerate vertragszahnärztlicher Leistungen niedriger als in Rheinland-Pfalz. Auch bei den Ausgaben je Versicherten rangierte das Bundesland mit 179,21 Euro klar unter dem bundesweiten Mittelwert von 190,22 Euro. Im Vergleich zum Bundesschnitt nahmen die Rheinland-Pfälzer Prophylaxe-, Diagnose- und Therapieleistungen etwas seltener in Anspruch. So bekamen zum Beispiel 24,1 Prozent Füllungen (Bund: 27,3 Prozent), und 5,2 Prozent erhielten eine Wurzelkanalbehandlung (Bund: 5,5 Prozent). Allerdings mussten sich 8,6 Prozent der Versicherten in Rheinland-Pfalz Zähne ziehen lassen (Bund: 8,5 Prozent).

Eigenanteil für neuen Zahnersatz in Rheinland-Pfalz mit 953 Euro überdurchschnittlich

Bei neuem Zahnersatz gehört Rheinland-Pfalz in Deutschland zu den vergleichsweise teuren Bundesländern, mit durchschnittlich 1.607 Euro Gesamtausgaben je versorgten Versicherten. Das war zwar deutlich unter Spitzenreiter Niedersachsen (1.877 Euro), aber gut fünf Prozent über dem Bundessschnitt von 1.524 Euro. Von den Gesamtkosten mussten die Rheinland-Pfälzer 59,3 Prozent als Eigenanteil tragen, was 953 Euro entsprach. Dies waren knapp 52 Prozent mehr als der Eigenanteil von 628 Euro, den die Versicherten bei Zahnersatz in Sachsen-Anhalt tragen mussten und etwas über dem Bundesschnitt von 879 Euro. Der höhere Eigenanteil, aber auch die vergleichsweise hohen Gesamtausgaben für den Zahnersatz, könnten darin begründet sein, dass die Versicherten beim Zahnersatz verstärkten Wert auf die Ästhetik und den Tragekomfort legen und daher häufiger den aufwändigeren Zahnersatz wählen, der teurer ist als die Regelversorgung. Bei der Kieferorthopädie lag Rheinland-Pfalz hingegen, wenn auch nur geringfügig, unter dem Bundesdurchschnitt. So waren 16,9 Prozent der unter 20-Jährigen im Jahr 2017 beim Kieferorthopäden (Bund: 18,1 Prozent).

Kinder in Rheinland-Pfalz vergleichsweise selten bei Vorsorge und Früherkennung

Unterdurchschnittlich schneiden die Rheinland-Pfälzer bei der Zahnvorsorge ab. So konnten nur 43,3 Prozent bei ihrem Zahnersatz einen 30-prozentigen Extra-Bonus der Krankenkasse einsetzen, 51,4 Prozent waren es im Bundesschnitt. Der Zuschuss ist nur erhältlich, wenn man sein Zahnbonusheft regelmäßig pflegt. Auch bei den Kindern in Rheinland-Pfalz gab es Nachholbedarf bei der Vorsorge. So nahmen nur 33,4 Prozent der Kinder zwischen dem 30. und 72. Lebensmonat an der Früherkennungsuntersuchung (Bund: 35,9 Prozent) und 62,9 Prozent der 6- bis 17-Jährigen an der Individualprophylaxe (Bund: 65,9 Prozent) teil.

Rheinland-Pfalz

In keinem anderen Bundesland gehen weniger Menschen zum Zahnarzt als im Saarland. So haben im Jahr 2017 nur 65,2 Prozent der dortigen Bevölkerung den Zahnarzt aufgesucht. Das sind 6,3 Prozentpunkte weniger als im Bund (71,5 Prozent) und 11,9 Prozentpunkte weniger als Spitzenreiter Sachsen (77,1 Prozent). Dafür war im Saarland die zahnärztliche Versorgung am günstigsten. Pro Versicherten fielen 170,88 Euro an und damit mehr als 34 Euro weniger als in Berlin mit 205,35 Euro (Bundesschnitt: 190,22 Euro). Insgesamt nahmen die Saarländer vergleichsweise selten Prophylaxe- und Diagnoseleistungen in Anspruch, ebenso bestimmte Therapieleistungen. So bekamen zum Beispiel 23,6 Prozent Füllungen (Bund: 27,3 Prozent), 8,1 Prozent mussten sich Zähne ziehen lassen (Bund: 8,5 Prozent).

Neuer Zahnersatz im Saarland vergleichsweise preiswert

Bei der Versorgung mit neuem Zahnersatz zeigt sich vor allem ein Ost-West-Unterschied.  Tendenziell ist er im Osten preiswerter und der Eigenanteil geringer als im Westen. Aller-dings gehört das Saarland beim Zahnersatz zu den günstigsten westdeutschen Ländern. So beliefen sich die Gesamtausgaben für die „Dritten“ auf knapp 1.506 Euro je versorgtem Versicherten. Sie lagen damit knapp unter dem Bundessschnitt von 1.524 Euro und um etwa ein Fünftel unter dem Wert von Spitzenreiter Niedersachsen mit 1.877 Euro. Beim Zahnersatz zeichnet sich das Saarland nicht nur durch moderate Gesamtkosten, sondern auch durch einen unterdurchschnittlichen Eigenanteil aus. Dieser belief sich im Jahr 2017 auf 52,9 Prozent der Gesamtkosten, was 797 Euro ausmacht. In Bayern war der Eigenanteil mit 1.228 Euro um 54 Prozent höher und machte rund zwei Drittel der Gesamtkosten aus. Der niedrigere Eigenanteil, aber auch die vergleichsweise niedrigen Gesamtausgaben für den Zahnersatz, könnten darin begründet sein, dass für viele Versicherte ästhetische Aspekte und Tragekomfort weniger im Vordergrund stehen und daher seltener der aufwändigere Zahnersatz gewählt wird, der teurer ist als die Regelversorgung.

Saarland unter den Schlusslichtern bei der Zahnvorsorge bei Heranwachsenden

Von allen Bundesländern hat das Saarland neben Bremen den größten Nachholbedarf bei der Zahnvorsorge bei Heranwachsenden. So nahmen nur 27,7 Prozent der Kinder zwischen dem 30. und 72. Lebensmonat an der Früherkennungsuntersuchung (Bund: 35,9 Prozent) und 58,0 Prozent der 6- bis 17-Jährigen an der Individualprophylaxe (Bund: 65,9 Prozent) teil. Hier ist das Saarland Schlusslicht beziehungsweise Vorletzter im Länderranking.

  • Anmerkung
    Daten des Saarlandes sind aufgrund der verhältnismäßig kleinen Zahl und der unterschiedlichen Zusammensetzung der BARMER-Klientel im Vergleich zum Bundesdurchschnitt nur bedingt zu interpretieren.
Saarland

In keinem anderen Bundesland gehen mehr Menschen zum Zahnarzt als in Sachsen. Mit einer Inanspruchnahmerate von 77,1 Prozent im Jahr 2017 lag Sachsen klar über dem Bundesschnitt von 71,5 Prozent. Insgesamt gehen in allen ostdeutschen Bundesländern überdurchschnittlich viele Menschen zum Zahnarzt. Bei den Ausgaben je Versicherten rangierte Sachsen mit 188,95 Euro knapp unter dem bundesweiten Mittelwert von 190,22 Euro. Unter allen ostdeutschen Bundesländern war dies der geringste Betrag. Insgesamt nahmen die Sachsen überdurchschnittlich häufig Prophylaxe-, Diagnose- und Therapieleistungen in Anspruch. So bekamen zum Beispiel 33,8 Prozent Füllungen (Bund: 27,3 Prozent), 5,6 Prozent erhielten eine Wurzelkanalbehandlung (Bund: 5,5 Prozent), und 9,2 Prozent mussten sich Zähne ziehen lassen (Bund: 8,5 Prozent).

Neuer Zahnersatz in Sachsen bundesweit am günstigsten

Der Ost-West-Unterschied zeigt sind insbesondere bei der Versorgung mit neuem Zahnersatz. Tendenziell ist er im Osten preiswerter und der Eigenanteil geringer als im Westen. So beliefen sich in Sachsen die Gesamtausgaben für die „Dritten“ auf 1.274 Euro je versorgtem Versicherten. Der Zahnersatz in Sachsen war damit um gut 16 Prozent günstiger als im Bund (1.524 Euro) und fast ein Drittel preiswerter als in Niedersachsen (1.877 Euro). Beim Zahnersatz zeichnet sich Sachsen nicht nur durch geringe Gesamtausgaben, sondern auch durch einen unterdurchschnittlichen Eigenanteil aus. Dieser belief sich im Jahr 2017 auf 50,2 Prozent der Gesamtkosten, was 640 Euro ausmacht. In Bayern war der Eigenanteil mit 1.228 Euro um 92 Prozent höher. Der niedrigere Eigenanteil, aber auch die vergleichsweise niedrigen Gesamtausgaben für den Zahnersatz, könnten darin begründet sein, dass für viele Versicherte ästhetische Aspekte und Tragekomfort weniger im Vordergrund stehen und daher seltener der aufwändigere Zahnersatz gewählt wird, der teurer ist als die Regelversorgung.

Sachsen sind vorbildlich in Sachen Vorsorge und Früherkennung

Überdurchschnittlich gut schneidet Sachsen bei der Zahnvorsorge ab. So konnten 69,0 Prozent der Versicherten bei ihrem Zahnersatz einen 30-prozentigen Extra-Bonus der Krankenkasse einsetzen, bundesweit waren es nur 51,4 Prozent. Spitzenplätze nimmt Sachsen auch bei der Zahnvorsorge bei Kindern und Heranwachsenden ein. So nahmen 40,1 Prozent der Kinder zwischen dem 30. und 72. Lebensmonat an der Früherkennungsuntersuchung teil (Bund: 35,9 Prozent). Nur in Bayern war die Quote mit 42,5 Prozent noch höher. 71,6 Prozent der 6- bis 17-Jährigen nahmen die Individualprophylaxe in Anspruch (Bund: 65,9 Prozent). Nur Thüringen schnitt mit 72,3 Prozent noch besser ab.

Sachsen

In Sachsen-Anhalt gehen, wie in allen östlichen Bundesländern, überdurchschnittlich viele Menschen zum Zahnarzt. Im Jahr 2017 traf dies auf 75,8 Prozent zu, der Bundesschnitt lag bei 71,5 Prozent. Auch bei den Ausgaben je Versicherten rangierte Sachsen-Anhalt mit 197,77 Euro über dem bundesweiten Mittelwert von 190,22 Euro. Insgesamt nahmen die Bewohner Sachsen-Anhalts überdurchschnittlich häufig Prophylaxe-, Diagnose- und Therapieleistungen in Anspruch. So bekamen zum Beispiel 33,7 Prozent Füllungen (Bund: 27,3 Prozent), 6,4 Prozent erhielten eine Wurzelkanalbehandlung (Bund: 5,5 Prozent), und 9,8 Prozent mussten sich Zähne ziehen lassen (Bund: 8,5 Prozent).

Eigenanteil für Zahnersatz in Bayern fast doppelt so hoch wie in Sachsen-Anhalt

Der Ost-West-Unterschied zeigte sind insbesondere bei der Versorgung mit neuem Zahnersatz. Tendenziell ist er in den östlichen Bundesländern preiswerter und der Eigenanteil geringer als in den westlichen Bundesländern. So beliefen sich in Sachsen-Anhalt die Gesamtausgaben für die „Dritten“ auf knapp 1.316 Euro je versorgtem Versicherten. Sie lagen damit um rund 14 Prozent unter dem Bundessschnitt von 1.524 Euro und um knapp 30 Prozent unter dem Wert von Spitzenreiter Niedersachsen mit 1.877 Euro. Beim neuem Zahnersatz zeichnete sich Sachsen-Anhalt nicht nur durch geringe Gesamtausgaben, sondern auch durch den unterdurchschnittlichen Eigenanteil aus. Dieser belief sich im Jahr 2017 auf rund 47,7 Prozent der Gesamtkosten, was 628 Euro ausmacht. Unter allen Bundesländern mussten die Versicherten in Sachsen-Anhalt damit den niedrigsten Eigenanteil an den Gesamtausgaben tragen. Zum Vergleich, in Bayern war der Eigenanteil mit 1.228 Euro um 96 Prozent höher und machte rund zwei Drittel der Gesamtausgaben aus. Der niedrigere Eigenanteil, aber auch die vergleichsweise niedrigen Gesamtausgaben für den Zahnersatz, könnten darin begründet sein, dass für viele Versicherte ästhetische Aspekte und Tragekomfort weniger im Vordergrund stehen und daher seltener der aufwändigere Zahnersatz gewählt wird, der teurer ist als die Regelversorgung.

Versicherte in Sachsen-Anhalt setzen auf Zahnbonus beim Zahnersatz

67,2 Prozent der Versicherten in Sachsen-Anhalt konnten bei ihrem Zahnersatz einen 30-prozentigen Extra-Bonus der Krankenkasse einsetzen, fast 16 Prozentpunkte mehr als im Bundesschnitt mit 51,4 Prozent. Bei der zahnärztlichen Vorsorge für Kinder und Jugendliche war Sachsen-Anhalt dagegen eher durchschnittlich. So nahmen 35,9 Prozent der Kinder zwischen dem 30. und 72. Lebensmonat an der Früherkennungsuntersuchung (Bund: ebenfalls 35,9 Prozent) und 64,2 Prozent der 6- bis 17-Jährigen an der Individualprophylaxe (Bund: 65,9 Prozent) teil.

Sachsen-Anhalt
  • Aufgrund fehlender vertragszahnärztlicher Abrechnungsdaten ist für das Bundesland Schleswig-Holstein lediglich eine Analyse des Inanspruchnahmeverhaltens bei Zahnersatz möglich.

In Schleswig-Holstein ist neuer Zahnersatz unter allen westdeutschen Bundesländern am preiswertesten. Günstiger ist der Zahnersatz lediglich in den ostdeutschen Bundesländern. So beliefen sich in Schleswig-Holstein die Gesamtausgaben für die „Dritten“ auf knapp 1.450 Euro je versorgtem Versicherten. Sie lagen damit um etwa fünf Prozent unter dem Bundesschnitt von 1.524 Euro und um fast 23 Prozent unter dem Wert von Spitzenreiter Niedersachsen mit 1.877 Euro. Beim Zahnersatz zeichnet sich Schleswig-Holstein nicht nur durch geringe Gesamtausgaben, sondern auch durch einen vergleichsweise moderaten Eigenanteil aus. Dieser belief sich im Jahr 2017 auf 55,9 Prozent der Gesamtkosten, was 811 Euro ausmacht. In Bayern war der Eigenanteil mit 1.228 Euro um mehr als 51 Prozent höher und machte rund zwei Drittel der Gesamtausgaben aus.


In Thüringen gingen, wie in allen ostdeutschen Bundesländern, überdurchschnittlich viele Menschen zum Zahnarzt. Im Jahr 2017 traf dies auf 76,9 Prozent zu, der Bundesschnitt lag bei 71,5 Prozent. Auch bei den Ausgaben je Versicherten rangierte Thüringen mit 190,55 Euro knapp über dem bundesweiten Mittelwert von 190,22 Euro. Insgesamt nahmen die Thüringer überdurchschnittlich häufig Prophylaxe-, Diagnose- und Therapieleistungen in Anspruch. So bekamen zum Beispiel 34,4 Prozent Füllungen (Bund: 27,3 Prozent), und 9,8 Prozent mussten sich Zähne ziehen lassen (Bund: 8,5 Prozent).

Eigenanteil für neuen Zahnersatz in Bayern um fast 90 Prozent höher als in Thüringen

Der Ost-West-Unterschied zeigte sich insbesondere bei der Versorgung mit neuem Zahnersatz. Tendenziell war er in den östlichen Bundesländern preiswerter und der Eigenanteil geringer als in den westlichen Bundesländern. So beliefen sich in Thüringen die Gesamtausgaben für die „Dritten“ auf knapp 1.334 Euro je versorgtem Versicherten. Sie lagen damit um rund zwölf Prozent unter dem Bundessschnitt von 1.524 Euro und um rund 29 Prozent unter dem Wert von Spitzenreiter Niedersachsen mit 1.877 Euro. Beim neuem Zahnersatz zeichnete sich Thüringen nicht nur durch geringe Gesamtausgaben, sondern auch durch unterdurchschnittliche Eigenanteile aus. Sie beliefen sich im Jahr 2017 auf 48,7 Prozent der Gesamtausgaben, was rund 649 Euro ausmachte. In Bayern war der Eigenanteil mit 1.228 Euro um fast 90 Prozent höher und machte rund zwei Drittel der Gesamtausgaben aus. Der niedrigere Eigenanteil, aber auch die vergleichsweise niedrigen Gesamtausgaben für den Zahnersatz, könnten darin begründet sein, dass für viele Versicherte ästhetische Aspekte und Tragekomfort weniger im Vordergrund stehen und daher seltener der aufwändigere Zahnersatz gewählt wird, der teurer ist als die Regelversorgung. In keinem anderen Bundesland bekamen weniger Versicherte Aufbissschienen. In Thüringen traf dies auf 1,4 Prozent zu, während der Bundesschnitt bei 2,6 Prozent lag. In Berlin und Hamburg erhielten je 3,7 Prozent der Versicherten diese Schienen. Der vergleichsweise stressige Alltag in Großstädten könnte ein Grund für die höhere Zahl von Aufbissschienen sein.

Thüringer sind Spitzenreiter bei der Individualprophylaxe

Überdurchschnittlich gut schneiden die Thüringer bei der Zahnvorsorge ab. So konnten fast 66,5 Prozent der Versicherten bei ihrem Zahnersatz einen 30-prozentigen Extra-Bonus der Krankenkasse einsetzen, gut 15 Prozentpunkte mehr als im Bundesschnitt mit 51,4 Prozent. Schon früh achtet man in Thüringen auf die Zahngesundheit. So waren 40,0 Prozent der Kinder zwischen dem 30. und 72. Lebensmonat bei einer Früherkennungsuntersuchung (Bund: 35,9 Prozent) und 72,3 Prozent der 6- bis 17-Jährigen bei der Individualprophylaxe (Bund: 65,9 Prozent). Damit belegt Thüringen den dritten beziehungsweise den ersten Rang.

Thüringen


Webcode dieser Seite: p011788 Autor: BarmerLetzte Aktualisierung am: 11.07.2019
Nach oben