Rund 64 Prozent der 2,8 Millionen Studierenden in Deutschland leiden unter Kopfschmerzen.

Ein von der BARMER gefördertes Pilotprojekt soll das ändern.

Berlin, 1. November 2018 - Deutschlands akademischem Nachwuchs machen Kopfschmerzen stark zu schaffen. Rund 1,8 der 2,8 Millionen Studierenden in Deutschland leiden darunter. Fast jeder Dritte der Betroffenen ist durch Kopfschmerzen sehr schwer beeinträchtigt. Nimmt man die mäßig Beeinträchtigten hinzu, kommt man auf etwa 900.000 Studierende, deren Alltag durch Kopfschmerzen deutlich eingeschränkt wird. Durchschnittlich 2,4 Arbeitstage an der Hochschule gehen ihnen dadurch monatlich verloren. Bei Studierenden mit Migräne sind es sogar 2,7 Arbeitstage. Dies geht aus einer repräsentativen wissenschaftlichen Befragung für das Pilotprojekt ‚KopfHoch‘ hervor, die heute in Berlin vorgestellt wurde.

Partnerschaftliche Kooperation

Das Pilotprojekt soll Studierenden sowie Hochschulmitarbeiterinnen und -mitarbeitern dabei helfen, Kopfschmerzen effektiv und nachhaltig vorzubeugen. Entwickelt wurde ‚KopfHoch‘ von der ZIES gGmbH (Frankfurt a.M.) in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Hartmut Göbel von der Schmerzklinik Kiel als wissenschaftlichem Leiter und der BARMER als kooperierender Krankenkasse. Als Partnerhochschulen konnten bislang die Technische Universität Dresden, die Humboldt-Universität zu Berlin und die Fachhochschule Kiel gewonnen werden. „Für uns ist das Projekt ‚KopfHoch‘ ein Beispiel dafür, wie das partnerschaftliche Zusammenwirken von Hochschulen, Medizin und Krankenversicherung konkreten gesundheitlichen Problemen entgegentreten kann. Dass fast 75 Prozent der Studentinnen und fast 57 Prozent der Studenten unter Kopfschmerzen leiden, unterstreicht den dringenden Handlungsbedarf“, so Prof. Dr. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der BARMER.

Schmerzmittel ohne ärztlichen Rat

Insgesamt leiden rund 64 Prozent der Studierenden in Deutschland unter Kopfschmerzen: 61,8 Prozent unter Migräne, 35,2 Prozent unter Kopfschmerz vom Spannungstyp und drei Prozent unter sogenanntem Medikamentenübergebrauchskopfschmerz. Doch gerade einmal 25,7 Prozent kennen ihren Kopfschmerztyp. „Die Vorbeugung von Kopfschmerzen beginnt mit dem Verstehen der Erkrankung und ihrer Erscheinungsweisen. Das Projekt ‚KopfHoch‘ setzt genau hier an“, erklärt Prof. Hartmut Göbel von der Schmerzklinik Kiel. Symptomatisch für das fehlende Problembewusstsein ist auch ein unreflektierter Umgang mit Kopfschmerzmedikamenten: Von denen, die ihr Leiden mit Schmerzmitteln bekämpfen, nehmen diese über 90 Prozent ohne ärztliche Verordnung ein.

Webcode dieser Seite: p010502 Autor: Barmer Erstellt am: 01.11.2018 Letzte Aktualisierung am: 05.11.2018
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