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Coronavirus: Wachsam, aber ohne Panik

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Zu den Begleiterscheinungen des Coronavirus gehört eine Informationsflut, der man als Laie kaum noch Herr werden kann. Am Ende bleiben mehr Fragen als Antworten. Auf genau diese konzentriert sich Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin der Barmer. 

Seit Ende Januar greift das Virus in Deutschland um sich, die Zahl der Infizierten und Toten steigt nach wie vor.

Wie stark hängt die Verbreitung des Coronavirus vom Verhalten eines jeden einzelnen ab?

Damit unser Gesundheitssystem, das zu den besten der Welt gehört, dem Ansturm von Kranken auch weiterhin gewachsen bleibt, müssen wir dafür sorgen, dass nicht alle Menschen gleichzeitig erkranken und auf medizinische Hilfe angewiesen sind. Dafür müssen jetzt ungewöhnliche Wege eingeschlagen werden, die jeden Einzelnen betreffen. Wir müssen lieb gewonnene Freizeitaktivitäten einschränken und unsere sozialen Kontakte deutlich herunterfahren. Elementar wichtig ist und bleibt das strikte Einhalten der Hygieneregeln. Nur, wenn wir uns jetzt achtsam und diszipliniert verhalten, werden wir diese Pandemie bewältigen. Es kommt auf jeden Einzelnen an.

Wer ist besonders bedroht?

Zu den Menschen mit besonderem Risiko gehören ältere Personen, wobei das Risiko bereits ab 50 bis 60 Jahren stetig steigt. Das gleiche gilt für Patienten mit Vorerkrankungen des Herzens, der Lunge, chronischen Lebererkrankungen, Diabetes mellitus, Krebs oder einem geschwächten Immunsystem. Sofern jüngere Menschen schon von diesen Erkrankungen betroffen sind, gehören sie ebenfalls zu der Risikogruppe. Auch Menschen, die ein transplantiertes Organ tragen, oder diejenigen, die sich in oder kurz nach einer Krebstherapie befinden, sollten sich besonders schützen. Wichtig ist, dass auch Raucher mit einem erhöhten Risiko des Krankheitsverlaufes rechnen müssen. Daher wäre jetzt ein guter Zeitpunkt, damit aufzuhören.

Wie steht es mit Kindern oder Schwangeren?

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation scheinen Erkrankungen bei Kindern vergleichsweise mild zu verlaufen. Aber Kinder können sehr wohl Virusträger sein, ohne selber schon Symptome zu zeigen. Das ist ein Grund für die Kita- und Schulschließungen. Schwere Verläufe wurden bei Kindern und Jugendlichen eher selten beobachtet. Schwangere, das ist eine gute Nachricht, scheinen kein erhöhtes Risiko für schwere Erkrankungen zu haben.

Was halten Sie von Tipps aus Internet oder Social Media?

Informationen sind wichtig und helfen, die Dynamik der Erkrankungswelle zu verstehen. Aber es sollte vor allem darauf geachtet werden, dass hier wissenschaftlich gesicherte Informationen genutzt werden. Derzeit kursieren mitunter obskure Empfehlungen oder Theorien über das Virus. Ich rate daher, genau auf den Absender der Aussagen zu achten und sich ausschließlich auf seriöse Quellen zu verlassen. Gesicherte Informationen finden Sie zum Beispiel bei der Barmer oder beim Robert Koch-Institut.

Wann wird es einen Impfstoff geben?

Es gibt bereits erste Erfolge bei der Entwicklung eines Impfstoffs. Die Anwendung am Menschen innerhalb von Studien soll bald beginnen. Aber bis diese Testphasen abgeschlossen sind, wird noch einige Zeit vergehen. Hier muss vor allem auf die Sicherheit des Impfstoffes und seine Verträglichkeit geachtet werden. Schnellschüsse bergen hier zu hohe Risiken.

Wie lange wird die Epidemie dauern?

Das kann heute niemand genau sagen. Erfahrungen der Grippesaison zeigen aber, dass mit steigenden Temperaturen die Anzahl der Erkrankungen sinkt. Allerdings sind sich auch hier die Experten nicht wirklich sicher. Gerade bei Covid-19 sind die Erkenntnisse im Fluss.

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Webcode: p015064 Letzte Aktualisierung: 14.04.2020
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