Krebsfrüherkennung: Nur elf Prozent der Männer dabei

Kiel, 18. März 2020 – Die Schleswig-Holsteinischen Männer sind Vorsorgemuffel. Das zeigt sich leider bei den Krebsfrüherkennungsuntersuchungen. Mit einer Teilnehmerquote von nur 10,8 Prozent liegen die Schleswig-Holsteiner auf dem drittletzten Platz der durchschnittlichen Inanspruchnahme in Deutschland – nur die Bayern (10,2 Prozent) und die Saarländer (9,4 Prozent) gehen noch seltener zur Krebsvorsorge. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 11,5 Prozent. Dabei gilt: "Je früher Krebs erkannt wird, desto besser sind bei vielen Krebserkrankungen in der Regel die Heilungschancen", sagt Dr. Bernd Hillebrandt, Landesgeschäftsführer der Barmer in Schleswig-Holstein. „Die Männer sollten sich an den Frauen ein Beispiel nehmen. Während nur jeder zehnte Mann zur Krebsvorsorge geht, nimmt diese mehr als jede dritte Frau in Anspruch“, so Hillebrandt weiter. Mit 40,1 Prozent bei der Krebsfrüherkennung liegen die Schleswig-Holsteinerinnen deutschlandweit im oberen Mittelfeld.

Darmkrebs

Ab einem Alter von 50 Jahren können Männer und Frauen zunächst jährlich, ab 55 Jahren in zweijährigen Abständen, eine Untersuchung auf Blut im Stuhl durchführen lassen. Mit der Untersuchung können nicht sichtbare Blutmengen nachgewiesen werden, die Hinweise auf eine Darmkrebserkrankung liefern können. „Seit April 2017 wird als Stuhltest der sensible iFOBT-Test eingesetzt, der nur noch auf menschliches Blut im Stuhl reagiert“, erläutert Hillebrandt.

Laut Schleswig-Holsteinischen Krebsregister erkranken jährlich etwa 1.200 Männer und 1.100 Frauen in Schleswig-Holstein an Darmkrebs. Ab 55 Jahren kann bei Männern und Frauen zweimalig im Leben im Abstand von zehn Jahen zur Früherkennung eine Darmspiegelung durchgeführt werden.

„Insbesondere in den unteren betroffenen Altersgruppen ab 50 beziehungsweise 55 Jahren werden Stuhluntersuchungen sowie Beratungen zur Darmspiegelung häufiger bei Frauen als bei Männern durchgeführt. Erst in höheren Altersgruppen werden verhältnismäßig häufiger Untersuchungen bei Männern als bei Frauen gemacht“, sagt Hillebrandt.

Die Barmer fördert die Früherkennung von Krebserkrankungen. Mehr dazu unter: www.barmer.de/a000074

Grafik zu Früherkennungsleistungen Darmkrebs Anteil der Betroffenen nach Geschlecht und Altergruppe 2018

Beim immunologischen Testverfahren wird das Material zur Probenentnahme von der Arztpraxis an den Patienten ausgegeben und später die Stuhlprobe vom Patienten entgegengenommen und zur Auswertung an ein Labor weitergeleitet.

EBM-Ziffer 01737: „Ausgabe und Weiterleitung eines Stuhlprobenentnahmesystems“ und EBM-Ziffer 01738: Test auf „Hämoglobin im Stuhl, immunologisch“

EBM-Ziffer 01740: „Beratung zur Früherkennung des kolorektalen Karzinoms“

EBM-Ziffer 01741: „Totale Koloskopie gemäß Krebsfrüherkennungsrichtlinien“ (vollständige Darmspiegelung)

Webcode dieser Seite: p014861 Autor: Barmer InternetredaktionLetzte Aktualisierung: 28.08.2020
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