Barmer Zahnreport

Die Ergebnisse der Barmer Zahnreports bieten eine tiefere Aussagekraft, als herkömmliche Statistiken im Bereich der zahnärztlichen Versorgung. Neben Auswertungen zur Inanspruchnahme werden in den Reports auch Aussagen zu den Kosten der Leistungen sowie zu ihrer Verteilung auf die einzelnen Zähne im Gebiss präsentiert.

Die Parodontitis-Therapie verfehlt offenbar häufig ihr Ziel, Zähne zu erhalten. Nach der Behandlung gehen bei etwa einem Drittel der Erkrankten und damit bei bundesweit 440.000 Personen innerhalb von vier Jahren Zähne verloren.

Bayern legen an ihren Zahnersatz andere Maßstäbe an als Saarländer. Sie zahlen mehr dafür, doch ob sie damit auch die besseren "Dritten" bekommen, ist fraglich. Regionale Unterschiede wie dieser sind Thema des Zahnreports 2016 der Barmer GEK.

Nach einer Füllung müssen viele Zähne nach kurzer Zeit wieder therapiert werden. Das geht aus dem Barmer GEK Zahnreport 2015 hervor. So müssen die Zahnärzte fast jeden dritten Zahn nach einer Füllung innerhalb von vier Jahren erneut einer Behandlung unterziehen.

Bei der Zahnvorsorge gibt es ein deutliches Ost-West-Gefälle. Das geht aus dem Barmer GEK Zahnreport 2014 hervor. Während in Westdeutschland die Teilnahmeraten zwischen 43,9 Prozent in Bremen und 56,5 Prozent in Bayern schwanken, pendeln die Werte in den neuen Ländern um die 60-Prozent-Marke.

Wer neuen Zahnersatz braucht, muss tief ins Portemonnaie greifen. Das zeigt eine Aufschlüsselung im Barmer GEK Zahnreport 2013. Im Jahr 2009 lagen die Durchschnittskosten für neuen Zahnersatz demnach bei 1.382 Euro je Betroffenem. Davon mussten Patienten 56 Prozent, nämlich durchschnittlich 776 Euro, privat aufwenden.

Zwiespältig wirken die Ergebnisse des jetzt erschienenen Barmer GEK Zahnreports zur zahnmedizinischen Versorgung von kleinen Kindern: Zwei von drei Kindern zwischen zweieinhalb und sechs Jahren verpassen die individuellen Früherkennungsuntersuchungen. Das hat Folgen, denn knapp fünf Prozent aller Zahnfüllungen entfallen auf Milchzähne.

Haben Männer Angst vorm Zahnarzt? Oder essen Frauen mehr Süßigkeiten? Der erste Barmer GEK Zahnreport offenbart interessante Geschlechterdifferenzen: Bei der Behandlungsrate, den Kontakten und den Ausgaben im vertragszahnärztlichen Bereich liegen Frauen meist vorne. Der Unterschied beginnt kurz vor dem zehnten Lebensjahr und beträgt bis zu 14 Prozentpunkte. Besonders zahnarztscheu sind junge Männer in der Altersgruppe der 20- bis 25-Jährigen. 


Webcode dieser Seite: p006256 Autor: Barmer Erstellt am: 15.12.2016 Letzte Aktualisierung am: 27.04.2017
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