Oh du Fröhliche: Singen für Herz und Seele

Weihnachtslieder gehören zum Fest der Liebe wie Spekulatius, Glühwein und Christbaumschmuck. Doch während die Familien früher am Adventskranz und am Weihnachtsbaum noch selbst gesungen haben, kommt die Musik heute immer öfter von der CD,  aus dem Fernseher oder aus dem Internet. Eigentlich sehr schade, denn selbst zu singen oder ein Instrument zu spielen tut Körper, Geist und Seele gut.

Ob im Radio, auf dem Weihnachtsmarkt oder in Geschäften – mit dem Advent beginnt auch die Zeit der Weihnachtslieder. Allerdings scheint das Selbersingen mehr und mehr aus der Mode zu kommen. Schon 2012 zeigte eine repräsentative Umfrage für die Deutsche Presse-Agentur, dass mit 60 Prozent eine deutliche Mehrheit der Bundesbürger keine Weihnachtslieder singt. Eine Entwicklung, die Andrea Jakob-Pannier, Psychologin bei der BARMER, bedauert. „Auch wenn beim gemeinsamen Singen der eine oder andere schiefe Ton dabei ist, überwiegen die positiven Aspekte. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass Singen auch als Gemeinschaftserlebnis die Stimmung hebt, glücklich macht und sogar Ängste vertreiben kann.”

Verantwortlich dafür ist eine höhere Produktion von Serotonin, Beta-Endorphinen, Oxytocin und Noradrenalin. Serotonin wirkt gegen Depression und Angst, Beta-Endorphine erzeugen Glücksgefühle, Oxytocin, auch als „Kuschelhormon“ bekannt, sorgt für gute zwischenmenschliche Beziehungen und Noradrenalin steigert ganz allgemein die Lebenslust. Parallel dazu werden Stresshormone wie Testosteron und Cortisol abgebaut. Damit ist das gemeinsame Trällern nicht nur ein optimales Mittel gegen vorweihnachtlichen Stress, sondern kann auch die Chancen auf ein friedliches und gesundes Weihnachtsfest erhöhen.

Singen stärkt das Immunsystem

Wer nicht nur eine Strophe durchhält, kann sogar körperlich vom Singen profitieren. „Schon 15 Minuten genügen, um Herz und Kreislauf zu stärken. Denn mit der richtigen Technik wird die Atmung intensiviert, das Lungenvolumen vergrößert und der Körper besser mit Sauerstoff versorgt“, so Jakob-Pannier. Die meisten gesundheitlichen Vorteile haben allerdings diejenigen, die regelmäßig in einem Chor singen. Sie werden nämlich mit einem stärkeren Immunsystem belohnt – das fanden Forscher vom Institut für Musikpädagogik der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt heraus. Die Wissenschaftler untersuchten die Speichelproben von Kirchenchormitgliedern, die das „Requiem“ von Mozart sangen. Dabei stellten sie fest, dass nach der Chorprobe die Anzahl der Immunglobuline A, die in den Schleimhäuten sitzen und Krankheitserreger bekämpfen, stark gestiegen war. Hörten die Mitglieder dagegen das Requiem nur vom Band, blieb die Anzahl der Antikörper unverändert. Es gibt also viele gute Gründe, öfter mal ein Lied anzustimmen. Und Weihnachten bietet dazu eine gute Gelegenheit.

 

Webcode dieser Seite: p010555 Autor: Barmer Erstellt am: 15.11.2018 Letzte Aktualisierung am: 15.11.2018
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