Fotosensitive Präparate: Wenn Medikamente und Sonne sich nicht vertragen

Für Menschen, die Medikamente einnehmen, kann ein guter Sonnenschutz besonders wichtig sein, denn einige Präparate können die Haut lichtempfindlicher machen. Welche Vorsichtsmaßnahmen Patienten treffen können, erklärt Heidi Günther, Apothekerin bei der Barmer.

Die Reaktionen der Haut auf eine sogenannte fototoxische oder fotoallergische Reaktion können individuell sehr unterschiedlich sein. Abhängig vom Medikament, den Eigenschaften der Haut und dem Stoffwechsel des Betroffenen kann es zu Symptomen ähnlich denen eines Sonnenbrands kommen. Wer einen hellen Hauttyp hat, ist besonders gefährdet. Häufig tritt ein brennender Schmerz auf, teilweise mit Rötungen bis hin zur Blasenbildung. „Zu den Medikamenten, die eine fotosensible Reaktion auslösen können, gehören Präparate mit ganz unterschiedlichen Wirkstoffen und aus verschiedenen Anwendungsgebieten“, erklärt Günther. Entwässerungsmittel, sogenannte Diuretika, verschiedene Antidepressiva und Antipsychotika, oder Herz-Kreislauf-Medikamente können dazu gehören. Vorsicht geboten ist aber auch bei Antibiotika aus den Wirkstoffgruppen der Tetrazykline und Sulfonamide, und bei einigen ohne Rezept erhältlichen Medikamenten wie den nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR). Zu ihnen gehören beispielsweise auch gängige entzündungshemmende Mittel wie Diclofenac und Ibuprofen. Auch bei der Einnahme von einigen Hormonen, beispielsweise Östrogenen oder Kortikosteroiden, und von Johanniskraut, kann die Haut sensibler auf Sonneneinstrahlung reagieren.

Rücksprache mit dem Arzt

Hinweise zu einer möglichen Verstärkung der Sonnenempfindlichkeit sind im Beipackzettel der Arzneimittel aufgeführt. Es ist daher immer sinnvoll, sich die Informationen einmal komplett durchzulesen. Findet man einen entsprechenden Hinweis, kann man möglicherweise den Einnahmezeitpunkt des Medikaments verändern. „Manche Mittel können eventuell am Abend eingenommen werden, um der UV-Strahlung aus dem Weg zu gehen. Nach Rücksprache mit dem Arzt ist gegebenenfalls auch eine Alternative zum eigentlichen Präparat möglich“, so Günther. UV-A-Strahlen können auch durch Fensterglas gelangen, daher kann es sich für Betroffene, die über einen längeren Zeitraum das fragliche Präparat einnehmen müssen, lohnen, UV-undurchlässige Folien an den Fenstern anzubringen.

Maßnahmen zum UV-Schutz beachten

Zusätzlich zu den besonderen Vorsichtsmaßnahmen sollten Betroffene sich aber auch an die gängigen UV-Schutz-Empfehlungen halten. Generell ist es hilfreich, das Sonnenlicht möglichst zu meiden. Ist das nicht möglich, sollten gerade Menschen mit einer sonnenempfindlichen Haut vorzugsweise auf UV-Schutzmittel mit einem hohen UV-A-Schutz zurückgreifen und am besten zusätzlich einen textilen Sonnenschutz verwenden.

 

Webcode dieser Seite: p009835 Autor: Barmer Erstellt am: 13.07.2018 Letzte Aktualisierung am: 13.07.2018
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