Diabetisches Fußsyndrom: Vorsorge ist die beste Medizin

Wer an Diabetes erkrankt ist, muss besonders auf seine Füße achten. Langfristig erhöhte Blutzuckerspiegel können zu Schädigungen an Gefäßen und Nerven der Füße führen, wodurch sie weniger empfindlich werden. Kleine Verletzungen werden in der Folge oft erst spät oder gar nicht festgestellt, wodurch im weiteren Verlauf tiefe Wunden entstehen können. Zudem heilen bei Diabetikern Wunden häufig schlechter, Infektionen können sich leichter ausbreiten und diese dann zu tiefen Geschwüren führen. Mit der richtigen Vorsorge lassen sich schwerwiegende Folgen allerdings meist vermeiden.

 

Werden Schmerz- und Temperaturreize nicht mehr gut wahrgenommen, können schon kleine Wunden zu einem ernsthaften gesundheitlichen Problem werden. Im schlimmsten Fall droht sogar eine Amputation. Vorbeugend lässt sich allerdings viel tun, damit es gar nicht erst soweit kommt. „Diabetiker sollten täglich Fußpflege betreiben. Dazu gehört beispielsweise, die Füße gründlich auf Blasen, Rötungen, Risse oder Druckstellen zu untersuchen. Weil die Wundversorgung bei Diabetikern nicht immer ganz leicht ist, sollten sie die auffälligen Stellen unbedingt dem behandelnden Arzt zeigen“, rät Dr. Utta Petzold, Dermatologin bei der BARMER. In die tägliche Routine gehört auch die Untersuchung der Zehenzwischenräume und der Fußsohle, gegebenenfalls mithilfe des Partners oder eines Handspiegels. Zudem sollten die Füße jeden Tag wenige Minuten in einem Fußbad mit lauwarmem Wasser gereinigt werden. Ideal ist eine Temperatur von 37 Grad Celsius, am besten gemessen mit einem Thermometer, um Verbrühungen zu vermeiden. Wichtig ist es, die Füße im Anschluss vorsichtig und gründlich abzutrocknen, am besten mit einem weichen Handtuch. Auch die Zehenzwischenräume dürfen nicht vergessen werden, damit sich dort keine Pilze ansiedeln.

Hornhaut und Fußnägel

Wer Hornhaut entfernen möchte, sollte dies unmittelbar nach dem Fußbad mit einem Bimsstein tun. „Eine Hornhautraspel sollte nicht verwendet werden, weil sie die Gefahr von Verletzungen erhöht“, so die Expertin. Auch regelmäßiges Eincremen mit Produkten, die Harnstoff enthalten, ist sinnvoll. Um die Fußnägel zu kürzen, empfiehlt sich das Verwenden einer Nagelfeile, mit der die Nägel gerade abgefeilt werden. Von spitzen Nagelscheren rät Petzold ab. Wer die Fußpflege lieber in die Hand eines Experten geben möchte, wendet sich am besten an einen Podologen, der eine mehrjährige Ausbildung genossen hat.

Auch beim Schuhkauf gibt es ein paar Dinge, auf die Diabetiker achten sollten. „Das neue Paar Schuhe sollte breit sein und einen flachen Absatz haben. Insgesamt sollte nichts drücken, daher ist ein möglichst weiches Obermaterial sinnvoll“, meint Petzold. Empfehlenswert sind auch nahtlose Strümpfe mit einem hohen Baumwollanteil. Sie sollten zudem täglich gewechselt werden.

  • INFO
    Bei Diabetikern, die an einem speziellen Disease-Management.Programm (DMP) teilnehmen, ist die regelmäßige Begutachtung der Füße Teil der Vorsorge-Untersuchung. Infos zum Barmer-DMP  gibt es unter www.barmer.de/a000032.


Webcode dieser Seite: p011348 Autor: Barmer Erstellt am: 15.04.2019 Letzte Aktualisierung am: 15.04.2019
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