Hätten Sie' s gewusst? Ist die Brille eigentlich eine „Keimschleuder“?

Dr. Utta Petzold, Medizinerin bei der BARMER:

Die Brille ist ein Alltagsgegenstand und kommt täglich mit der Haut in Kontakt. Deshalb können sich darauf natürlich auch Bakterien ansiedeln. Die Zahl der Keime hängt zum einen von der individuellen Hygiene des Trägers und zum anderen von der Brillenstelle ab. Eine deutsche Studie mit Brillen von Bewohnern eines Altenheims und von Mitarbeitern einer Hochschule hat im letzten Jahr festgestellt, dass die Stellen mit direktem Hautkontakt die meisten Bakterien enthalten. Darunter fallen vor allem die Nasenpolster und die Ohrbügel. Am wenigsten Keime fanden sich auf den Gläsern. Wichtiger ist allerdings der Befund, dass die Brillen der Senioren von vielen verschiedenen Bakterienarten besiedelt waren. Ursache dafür könnte die vielfältigere Hautflora von älteren Menschen sein. Einige dieser Bakterien können für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem gesundheitsschädlich sein. Zusätzlich wurden auch spezielle Bakterien, die Augenerkrankungen hervorrufen können, gefunden. Menschen, die häufig an Augeninfektionen leiden, sollten daher auch daran denken, ihr Brillengestell zu reinigen. Für gesunde Menschen ist die Zahl der Bakterien auf der Brille allerdings unbedenklich. Übrigens zeigte die Studie auch, dass einfaches Putzen mit einem trockenen Tuch die Bakterienzahl auf den Gläsern bereits um 85 bis 90 Prozent senkt. Mein Tipp: Das Tuch regelmäßig austauschen oder wenn möglich waschen. Und wer die Nasenpolster und Ohrbügel reinigen möchte, kann auf feuchte Reinigungstücher zurückgreifen.

Webcode dieser Seite: p010852 Autor: BarmerErstellt am: 15.01.2019 Letzte Aktualisierung am: 15.01.2019
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