Blutdruck und Co.: Körperwerte messen, aber richtig

Ob Blutdruck, Gewicht, Puls oder Körpertemperatur, nicht nur chronisch Kranke sollten ihre Körperwerte regelmäßig kontrollieren. Wer möchte, kann dies auch zuhause selbst tun, entsprechende Geräte gibt es genug auf dem Markt. Die Daten sind allerdings nur aussagekräftig, wenn die Messung auch korrekt durchgeführt wurde.

"Fehler beim Messen von Körperwerten zu Hause lassen sich leicht vermeiden, allerdings muss man auch wissen, wo die Fehlerquellen liegen", so Nadja Dörr, Apothekerin bei der Barmer GEK. Die Auswahl des richtigen Geräts ist genauso entscheidend wie die korrekte Messmethode. Und auch das Alter eines Messgerätes sollte jeder Nutzer im Blick haben. Dörr rät: "Spätestens nach zwei Jahren sollten die Geräte kritisch hinterfragt und gegebenenfalls technisch überprüft werden."

Blutdruck richtig messen

Schon beim Kauf eines Blutdruckmessgeräts kann man Fehler vermeiden. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Handgelenkmessgeräten und Oberarmmessgeräten. "Bei Oberarmmessgeräten sind unterschiedliche Manschettengrößen erhältlich. Maßgeblich für die korrekte Messung des Blutdrucks ist die richtige Manschetten-Größe. Sie sollte daher immer passend zum Umfang des Oberarmes gekauft werden. Bei zu schmalen Manschetten können beispielsweise zu hohe Werten angezeigt werden", weiß Dörr.

Die Blutdruckmessung sollte nicht nur einmal am Tag erfolgen. "Ein einzelner Wert ist wenig aussagekräftig, denn der Blutdruck schwankt im Verlauf des Tages. Daher sind mehrere Messungen zur jeweils gleichen Tageszeit sinnvoll", so Dörr. Ab einer Stunde vor der Messung sollte nicht geraucht und auf Kaffee und Alkohol verzichtet werden, um die Messwerte nicht zu verfälschen. Unmittelbar vor der Messung ist es sinnvoll, mindestens drei Minuten lang ruhig zu sitzen. Die Messung sollte dann auch im Sitzen erfolgen, die Manschette muss sich dabei in Höhe des Herzens befinden. Bei einer Messung am Oberarm ist dies automatisch der Fall. Vorausgesetzt, die Manschette ist richtig angelegt, das bedeutet: Sie sollte zwei Querfinger oberhalb der Ellenbeuge nicht zu stramm sitzen, so dass noch ein Finger leicht unter die verschlossene Manschette passt. Wird der Blutdruck am Handgelenk gemessen, sollte der Ellenbogen auf einer Tischplatte leicht abgestützt und der Unterarm etwas angehoben werden. Während der Messung darf man weder sprechen noch husten. Tipp: Hilfreich für ein Gespräch mit dem Arzt kann es sein, die Werte zu notieren, zum Beispiel in einem Blutdruckpass (erhältlich in Apotheken), damit der Mediziner gegebenenfalls Schlüsse daraus ziehen kann.

Körpertemperatur ermitteln

Auch beim Messen von Fieber ist die richtige Messmethode entscheidend. Dabei ist die zuverlässigste nicht unbedingt die beliebteste: die rektale Messung, also die Messung im Po. "Bei anderen Messmethoden wie an der Stirn, unter den Achseln, im Ohr oder unter der Zunge wird lediglich die Oberflächentemperatur gemessen. Das führt dazu, dass beim Fiebermessen in der Achsel die Körpertemperatur durchschnittlich um etwa 0,5° Celsius unterschätzt wird, und die Ergebnisse von einem Ohr- oder Stirnthermometer im Schnitt etwa 0,3° Celsius unter der eigentlichen Körpertemperatur liegen", sagt Dörr. Bei Stirnthermometern muss außerdem die Haut trocken sein, und bei einer Messung im Ohr sollte zur richtigen Positionierung des Ohrthermometers die Ohrmuschel ein wenig nach oben und hinten gezogen werden, damit der Messfühler des Thermometers in Richtung Trommelfell zeigt.

Webcode dieser Seite: p000282 Autor: Barmer Erstellt am: 11.12.2015 Letzte Aktualisierung am: 15.12.2016
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