Hexenschuss: Der Schmerz aus dem Nichts

Ob beim Anziehen der Socken, beim Bücken oder beim Niesen – es kann immer und überall passieren. Aus heiterem Himmel schießt ein intensiver, starker Schmerz ins Kreuz. Oftmals so heftig, dass Betroffenen sogar die Luft weg bleibt und sie nur noch eines möchten: sich nicht mehr bewegen. Fast schon paradox, denn in den meisten Fällen ist Bewegungsmangel für den sogenannten Hexenschuss mitverantwortlich.

Der Volksmund spricht vom Hexenschuss, die Diagnose des Arztes lautet Lumbago. Gemeint sind in beiden Fällen urplötzliche auftretende heftige Rückenschmerzen, die Betroffene buchstäblich in die Knie zwingen können. So unangenehm ein Hexenschuss auch sein mag, Grund zur Panik besteht in der Regel nicht. "80 Prozent der Menschen erleiden mindestens einmal in ihrem Leben eine akute Muskelverspannung im Kreuz. Häufig bessert sich der Zustand schon nach kurzer Zeit wieder, und innerhalb von einer Woche ist er meist völlig ausgeheilt", sagt Dr. Ursula Marschall. Und die leitende Medizinerin bei der Barmer GEK hat noch eine weitere Entwarnung: Schuld an den quälenden Schmerzen ist weder der umgangssprachliche „kaputte Rücken“ noch ein beschädigter Nerv. Vielmehr sind in den allermeisten Fällen Muskelverspannungen die Schmerzauslöser. Grund ist ein weitverbreiteter Bewegungsmangel und viel zu häufiges und zu langes Sitzen. Beides führt zu verkürzten Rückenmuskeln, was wiederum Muskelverspannungen fördert.

Bewegt vorbeugen

"Wichtig ist, dass Betroffene schnell schmerzfrei werden und aus ihrer Schonhaltung herauskommen. Neben Alltagsbewegungen können auch rezeptfreie Schmerzmittel helfen, diesen Kreislauf zu durchbrechen", so Marschall. Auch kurzzeitige Wärmeanwendungen durch ein Körnerkissen sind zur Entspannung sinnvoll. Bei wem was am besten hilft, ist individuell verschieden. Sobald die Schmerzen halbwegs erträglich sind, empfiehlt die Medizinerin, sich wieder mehr zu bewegen, da so die Muskeln entspannt werden. Schon kurze Spaziergänge tragen zur Besserung bei. Wer zu Hause ein Fahrrad-Ergometer hat, kann auch das für kurze Trainingseinheiten nutzen. Beides hilft übrigens nicht nur in akuten Fällen, sondern dient auch der Vorbeugung. Ebenso wie gezieltes Rückentraining in einem Sportstudio oder einer Rückenschule. Aber auch mit Schwimmen und Yoga lässt sich die Rückenmuskulatur so stärken, dass sie weniger anfällig für einen Hexenschuss wird.

Tipp: Ausführliche Informationen zum Thema Rückengesundheit allgemein gibt es auch hier

Webcode dieser Seite: p003855 Autor: Barmer Erstellt am: 09.02.2016 Letzte Aktualisierung am: 15.12.2016
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