Ein kleiner Junge mit Pflaster auf dem Auge auf einem Bett

Zehntausende Kinder in Thüringen haben schlechte Augen

Erfurt, 11. Juni 2020 – Bei rund 33.000 Thüringer Kindern unter zehn Jahren ist im Jahr 2018 eine Sehschwäche diagnostiziert worden. Bundesweit sind es rund 1,2 Millionen Kinder in diesem Alter. Das geht aus einer aktuellen, kassenübergreifenden Auswertung der Barmer hervor.

Bei den Fünf- bis Neunjährigen braucht fast jedes vierte Kind eine Brille, bei den Jüngeren sind es knapp 13 Prozent. „Die Dunkelziffer dürfte insbesondere bei jüngeren Kindern weit höher liegen, weil Probleme mit den Augen oft unentdeckt bleiben. Daher ist es wichtig, die U-Untersuchungen beim Kinderarzt rechtzeitig wahrzunehmen“, empfiehlt Birgit Dziuk, Landesgeschäftsführerin der Barmer Thüringen. Zudem sollten Eltern auf Anzeichen für eine Fehlsichtigkeit achten.

Blinzeln, schiefe Kopfhaltung oder Probleme beim Basteln

Zwar kann das kindliche Gehirn Sehschwächen teilweise ausgleichen – allerdings geht dies dauerhaft zu Lasten der Gesundheit. „Sucht ein Kind selten Blickkontakt, blinzelt häufig, hält den Kopf schief oder ist lichtscheu, kann dies an einer Sehschwäche liegen“, sagt Birgit Dziuk. Kopfschmerzen, Probleme beim Ausschneiden oder Ballfangen könnten auch mit einer eingeschränkten Sehkraft zusammenhängen.

Brillen als Kassenleistung

Allein die Barmer hat 2018 für unter Zehnjährige bundesweit etwa 46.700 Brillengläser und Kontaktlinsen, davon mehr als 1.200 in Thüringen, bezahlt. Gesetzliche Kassen übernehmen bei Versicherten bis zum 18. Geburtstag, denen der Augenarzt eine Sehhilfe verordnet, die Kosten für folgende Leistungen: Beratung, Bestimmung der Sehschärfe, Einarbeitung und Anpassung sowie Kontrolle der Brillengläser. Für Sehhilfen gelten vereinbarte Festbeträge, die von der Sehstärke abhängen und die der Vertragsoptiker direkt mit der Krankenkasse abrechnet.

App auf Rezept“ bei Kindern: Augentraining für zu Hause

Stellt der Augenarzt die Diagnose funktionelle Sehschwäche (Amblyopie), übernimmt die Barmer bei vier- bis zwölfjährigen Kindern die Kosten für die „App auf Rezept“. Die internetbasierte Therapie bietet ein gezieltes Training, bei dem das schwache Auge spielerisch intensiv geschult wird.

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Webcode dieser Seite: p015446 Autor: Barmer InternetredaktionLetzte Aktualisierung: 11.06.2020
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