Thüringen digital weiter denken

Die Digitalisierung beeinflusst inzwischen alle Lebensbereiche. Der digitale Rückstand des Gesundheitswesens in Deutschland bremst die sektorenübergreifende Vernetzung erheblich aus. Es fehlt – nicht nur in Thüringen – an einer Strategie sowie an Investitionen in Infrastruktur und Innovationen, Netzwerke und Kompetenz. Wenn die Telematik-Infrastruktur flächendeckend zur Verfügung steht und um weitere Funktionen ergänzt wird, muss Thüringen sicherstellen, dass alle Leistungserbringer über die notwendige Breitbandanbindung verfügen.

Nur dann kann sich, gerade im ländlichen Raum, das Potenzial digitaler Behandlungsangebote entfalten – darunter Online-Sprechstunden, Tele-Konsile oder Online-Therapien. Mit der Einrichtung eines nationalen Kompetenzzentrums für eHealth und Künstliche Intelligenz (KI) im Gesundheitswesen könnte Thüringen eine bundesweite Führungsrolle einnehmen.

Telemedizinische Angebote können gerade im ländlichen Raum das Recht auf freie Arztwahl stärken und eine bessere Erreichbarkeit medizinischer Expertise gewährleisten. In Thüringen stehen über die AG Telemedizin des Ministeriums für Gesundheit bereits Fördermittel zur Verfügung, die jedoch verstetigt und in ein Gesamtkonzept überführt werden müssen. Andernfalls besteht das Risiko, dass Insellösungen entstehen, die mit bundesweiten Standards nicht kompatibel sind. Die Förderung des Freistaats für den Aufbau telemedizinischer Angebote sollte nur für nachhaltig ausgerichtete Projekte eingesetzt werden. Dies muss dringend durch aktive Öffentlichkeitsarbeit für mehr Akzeptanz digitaler Versorgungsangebote flankiert werden.

Digitale Innovation in Thüringen: das ZNS-Konsil

Die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen und die BARMER haben im Sommer 2018 ein Telemedizinprojekt aufgelegt. Es heißt ZNS-Konsil (ZNS = Zentralnervensystem) und hilft bei der Versorgung von Patienten mit Demenz, Depressionen, Multipler Sklerose sowie Migräne und anderen speziellen Kopfschmerzsyndromen. Ärzte, die bei ihren Patienten eine entsprechende Verdachtsdiagnose gestellt haben, können über eine Kommunikations-Software Rat bei Fachärzten für Neurologie oder Psychiatrie einholen.

Mehr Informationen unter www.barmer.de/p010172

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Patrick Krug
Landespressestelle der Barmer in Thüringen
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Webcode dieser Seite: p010990 Erstellt am: 12.02.2019 Letzte Aktualisierung am: 12.02.2019
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