Der Zivi der Zukunft?

Eine Weltneuheit aus Thüringen soll Schlaganfallpatienten wieder das Laufen beibringen. Sein Name: Roreas. Der in Ilmenau entwickelte Roboter-Assistent wurde als Leuchtturmprojekt vom Bundesministerium für Forschung und Bildung gefördert. Auf einer Pressekonferenz wurde Roreas im Mai der Öffentlichkeit vorgestellt.

Reha Roboter Roreas
(c) Quelle: Andreas Reuther

"Er ist nie müde, unendlich geduldig und sieht auch noch sympathisch aus. Roreas hilft Patienten, nach einem Schlaganfall das Gehen neu zu erlernen, sich besser zu orientieren und am Ende so schnell wie möglich wieder eigenständig zu leben", erklärt Dr. Andreas Bley, Geschäftsführer der MetraLabs GmbH aus Ilmenau, wo Roreas gemeinsam mit der TU Ilmenau entwickelt wurde. Die Motivation hinter dem einzigartigen Robotik-Projekt: Etwa 250.000 Menschen in Deutschland, darunter 10.000 Thüringer, erleiden jährlich einen Schlaganfall. Es ist die dritthäufigste Todesursache und die häufigste Ursache für Behinderungen bei Erwachsenen. Sowohl Sprechen als auch Laufen müssen viele Betroffene wieder mühsam erlernen.

83 Prozent würden sich von Robotern helfen lassen

Weil Schlaganfälle einer langwierigen und aufwändigen Reha bedürfen, unterstützt auch die Barmer GEK das Projekt. "Roreas kann die Reha nach einem Schlaganfall therapeutisch ergänzen und entscheidend beschleunigen. Wir wollen, dass Patienten so schnell wie möglich wieder zurück in den Alltag finden. Wir begleiten Innovationen wie Roreas, damit sie bereits im Entwicklungsstadium am Bedarf der Patienten ausgerichtet werden und schließlich auch in der realen Versorgung ankommen. Ich denke, die Robotik hat in der Reha eine große Zukunft vor sich", sagt Barmer GEK Landesgeschäftsführer Hermann Schmitt.

Laut einer Forsa-Umfrage können sich 83 Prozent aller Deutschen vorstellen, im Alter einen Service-Roboter zu nutzen. Drei von vier Befragten sind überzeugt, dass Roboter eine wichtige Rolle in der Pflege übernehmen werden. Getestet wurde Roreas an der m&i-Fachklinik Bad Liebenstein. Prof. Gustav Pfeiffer: "Er soll Therapeuten aber nicht überflüssig machen, sondern den Patienten beim Eigentraining helfen. Der Roboter führt Buch über die kleinen Erfolge und kann das Tempo der Rehabilitation entsprechend steigern. Dafür nimmt er sich immer die nötige Zeit. Das ist in einem eng gestrickten Therapieplan ein großer Vorteil."

Bis Schlaganfallpatienten wieder eigenständig gehen können, vergehen oft viele Monate intensiver Laufübungen. Die besonderen Anforderungen bei der Entwicklung von Roreas: Er soll den Patienten von seinem Zimmer in der Reha-Einrichtung abholen, ihn begleiten und autonom anleiten. Die Barmer GEK begleitet innovative Forschungsprojekte wie Roreas, um die medizinische Versorgung voranzutreiben. Ziel ist es, Reha-Roboter in absehbarer Zeit bundesweit in Reha-Kliniken einsetzen zu können.

Was kann Roreas?

  • Er fordert zum Eigentraining (außerhalb der Therapiestunden) auf
  • Er leitet Gehübungen an.
  • Er vermittelt Sicherheit.
  • Er gibt ein objektives Leistungsfeedback.
  • Er unterstützt kognitive Fähigkeiten, insb. Orientierungsfähigkeit.
  • Er bringt ihn in sein Zimmer zurück, falls der Patient sich verläuft.
  • www.roreas.org

Weitere Hintergründe unter: www.barmer-gek.de/547090


Kontakt für die Presse:

Robert Büssow,
Pressesprecher,
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Webcode dieser Seite: p004220 Autor: Barmer Erstellt am: 17.06.2016 Letzte Aktualisierung am: 08.03.2017
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