Vorreiter für Prävention

Die Barmer Landesvertretung hat im August den Gesundheitsreport für die Thüringer Landesbediensteten übergeben. Diese sind länger krank als der Rest des Freistaats. Doch die Landesregierung und die Landtagsverwaltung wollen die Hände nicht in den Schoß legen.

Thüringens Landtagspräsident Christian Carius (CDU) gibt zu, anfangs sei er schon etwas skeptisch gewesen, was dieses ganze Gesundheitsmanagement am Arbeitsplatz betrifft. Inzwischen hat er sich überzeugen lassen: Urlaub und Gehalt sind das eine, aber eben längst nicht alles. In einer aufwändigen Befragung hat die Ernst-Abbe-Hochschule die Mitarbeiter der Landtagsverwaltung befragt, um festzustellen, welche Gesundheitsmaßnahmen sinnvoll sind. Die Umsetzung steht jetzt als nächstes auf dem Plan. Für den Anfang gab es bereits Schrittzähler. Carius trägt selbst ein Fitnessarmband und läuft den Landtagsturm auf und ab.

Der Landtag gehört zu den Vorreitern beim behördlichen Gesundheitsmanagement in Thüringen. Aus ersten Gesprächen mit der Barmer anlässlich des Parlamentarischen Abends im November 2015 zum Thema "Prävention weiter gedacht" ergab sich schließlich die Idee, einen Gesundheitsreport für die Thüringer Landesbediensteten zu erstellen. Der Report kann bei großen Unternehmen und Einrichtungen die krankheitsbedingten Fehlzeiten sehr detailliert auswerten. Der Bericht wurde Anfang August an Carius sowie an Vize-Ministerpräsidentin Heike Taubert (SPD) übergeben und der Öffentlichkeit vorgestellt.

Übergabe Gesundheitsreport Landesbedienstete
Barmer Landesgeschäftsführer Hermann Schmitt (l.) übergibt den Gesundheitsreport für Thüringer Landesbedienstete an Vize-Ministerpräsidentin Heike Taubert und Landtagspräsident Christian Carius

Für die Untersuchung wurden die anonymisierten Daten von über 5.000 Versicherten der Barmer in rund 650 Dienststellen repräsentativ ausgewertet, darunter Lehrer, Erzieher und Bürokräfte als größte Berufsgruppen – das entspricht gut 10,5 Prozent aller Landesbediensteten. Auffällig ist, dass Frauen mit 23 Tagen im vergangenen Jahr fast neun Tage länger fehlten als ihre männlichen Kollegen (13,9 Tage). In der Altersgruppe ab 50 Jahren lag die Dauer der Arbeitsunfähigkeit (AU) im vergangenen Jahr bereits bei 27,9 Tagen – das heißt, die älteren Beschäftigten fehlten krankheitsbedingt fast einen ganzen Monat.

Krankenstand in vier Jahren um 16 Prozent gestiegen

Der Krankenstand bei Beschäftigten des Landes Thüringen ist in den vergangenen drei Jahren um 16 Prozent auf im Schnitt 18,1 krankheitsbedingte Fehltage pro Beschäftigten gestiegen. Die Diagnosen (2015) im Einzelnen:

  • Rund 23 Prozent aller krankheitsbedingten Fehlzeiten wurden 2015 durch Erkrankungen des Atmungssystems verursacht
  • Rund 15 Prozent der Fehltage gingen auf Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems zurück, etwa Rückenschmerzen
  • An dritter Stelle stehen psychische Erkrankungen mit 13,8 Prozent
  • 4,8 Prozent der Fehlzeiten gingen auf Neubildungen (Tumore)

Grippe, Erkältung und Co. machen zwar den Löwenanteil der Krankschreibungen aus, doch meist sind die Betroffenen schnell wieder am Arbeitsplatz - im Schnitt nach sieben Tagen. Ganz anders sieht es aus bei Psychischen Erkrankungen. Dort dauert eine Krankschreibung im Schnitt viermal so lange. Carius: Wir müssen schauen, dass lange Erkrankungen vermieden werden. Das ist auch wichtig für das Betriebsklima.

Wenn der Chef zuhört, erkennt und reagiert ...

Landesgeschäftsführer Hermann Schmitt sieht den Report als ersten Impuls: Unsere Aufgabe als Barmer ist es, jetzt in die praktische Umsetzung des Präventionsgesetzes zu gehen. Dafür stehen wir zur Verfügung. Es sind viele Faktoren wichtig, aber ganz entscheidend ist das Führungskräfte-Coaching. Wenn der Chef zuhört, erkennt und reagiert, dann lässt sich vieles im Vorfeld vermeiden. Gutes Betriebsklima und eine hohe Motivation sind ein starker Schutzschild für die Gesundheit der Mitarbeiter.

Die Pressemitteilung zur Übergabe des Reports finden Sie unter: 
www.barmer.de/547454

Kontakt für die Presse:

Robert Büssow
Telefon: 0800 333004 25-2230 oder 0361 789 52630
E-Mail: robert.buessow@barmer.de
Twitter: https://twitter.com/barmer_th

Webcode dieser Seite: p002083 Autor: Barmer Erstellt am: 15.12.2016 Letzte Aktualisierung am: 08.03.2017
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