Thüringer sind Spitze bei Zahnarztbesuchen

Erfurt, 31. Juli 2017 - Die Thüringer gehen überdurchschnittlich oft zum Zahnarzt: Nach einer repräsentativen Auswertung der Barmer sind 77,9 Prozent der Thüringer im Jahr 2015 mindestens einmal beim Zahnarzt gewesen. Damit liegt Thüringen bundesweit an der Spitze, vor Sachsen und Sachsen-Anhalt – im Saarland waren es hingegen nur 65 Prozent. Fünf Thüringer Landkreise rangieren dabei unter den Top 10 in Deutschland – darunter das Eichsfeld mit 82 Prozent als bundesweiter Spitzenreiter (siehe Grafik am Ende). „Es ist erfreulich, dass die Thüringer so oft zum Zahnarzt gehen, denn nur durch regelmäßige Kontrolle können Schäden frühzeitig erkannt und behandelt werden. Dass die Thüringer deshalb auch die besten Zähne bundesweit haben, können wir jedoch leider nicht aus den Zahlen ablesen“, sagt Birgit Dziuk, Landegeschäftsführerin der Barmer in Thüringen.

Diese Grafik zeigt die Inanspruchnahme von zahnärztlichen Leistungen im Vergleich der Bundesländer

Der aktuelle Zahnreport 2017 stellt den Thüringern eher ein durchwachsenes Zahn-Zeugnis aus. So wurde bei jedem Vierten (27,9%) eine Parodontitis festgestellt – bundesweit waren es 25,3 Prozent. Bei der Häufigkeit von Zahnersatz und Wurzelbehandlungen liegt Thüringen im Mittelfeld, bei Füllungen und Zahnextraktionen über dem Durchschnitt. „Natürlich kann auch nur etwas gefunden und behandelt werden, wenn man zum Zahnarzt geht. Insofern verwundern die Zahlen nicht“, so Dziuk.

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Volkskrankheit Parodontitis wird zu selten behandelt

Vor allem bei der Parodontitis sei eine frühzeitige Intervention extrem wichtig. Die Zahnbett-Entzündung gilt als heimliche Volkskrankheit und ist noch immer eine Hauptursache für Zahnverlust. Die 5. Deutsche Mundgesundheitsstudie geht davon aus, dass jeder zweite betroffen ist, vor allem ältere Personen. „Es fängt mit vermeintlich harmlosen Symptomen an. Zahnfleischbluten, Schwellungen, Rötungen, anfangs jedoch meist ohne Schmerzen. Daher werden die Warnzeichen oft ignoriert. Wer die Entzündung des Zahnbettes verschleppt, dem droht jedoch der Zahnverlust. Parodontitis ist alles andere als eine Bagatellerkrankung“, warnt Dziuk. Nur 1,2 Prozent lassen sich nach Barmer-Zahlen jedes Jahr gegen Parodontitis behandeln. In Thüringen sind es mit 1,9 Prozent nur unwesentlich mehr.

Bei der Parodontitis oder Zahnbettentzündung, umgangssprachlich auch Parodontose genannt, handelt es sich um eine chronische Entzündung des Zahnhalteapparates. Sie zerstört Gewebe und Knochen über einen längeren Zeitraum hinweg. Am Ende kann sie zum Zahnverlust führen.

Die Parodontitis wird durch Beläge, der Plaque, auf den Zähnen und in den Zwischenräumen ausgelöst. Diese versucht der Körper zunächst durch eine Zahnfleischentzündung, die Gingivitis, abzuwehren. Ohne Behandlung kann die Entzündung in tiefere Gewebe vordringen, wodurch eine Parodontitis entstehen kann. Raucher, Diabetiker, Menschen mit einem geschwächten Immunsystem und viel Stress sind besonders gefährdet. Zudem können vor allem bei einer aggressiven Parodontitis erbliche Faktoren eine Rolle spielen.

Vor allem durch eine richtige Zahn- und Mundhygiene. Denn ohne Plaque kann eine Parodontitis im Prinzip nicht entstehen. Daher sollte man zumindest morgens und abends die Zähne putzen und einmal am Tag die Zwischenräume reinigen.

Auslöser sind in der Regel Bakterien und Zahnbelag aus Nahrungsresten, die sich am Zahn und in Zahnfleischtaschen festsetzen. Wird dieser nicht durch Zähneputzen und Zahnseide beseitig, reagiert der Körper mit einer Entzündung. „Daher ist Mundhygiene das A und O. Tipps zum richtigen Zähneputzen gibt zum Beispiel der Zahnarzt. Darüber hinaus zahlen die Krankenkassen jedes halbe Jahr eine allgemeine Kontrolluntersuchung, einmal im Jahr die Entfernung von Zahnstein sowie alle zwei Jahre eine Parodontitis-Untersuchung“, erklärt Dziuk. Es gebe also genug Möglichkeiten zur Vorsorge.

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Webcode dieser Seite: p008033 Autor: Barmer Erstellt am: 31.07.2017 Letzte Aktualisierung am: 31.07.2017
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