Thüringer lassen sich über 1 Million Mal impfen

Im vergangenen Jahr haben sich gesetzlich Versicherte in Thüringen rund 1,03 Millionen Mal impfen lassen – das waren etwa 40.000 Impfungen weniger als 2014.

Erfurt (29.06.2016). Die Barmer GEK beruft sich dabei auf Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigung gegenüber den gesetzlichen Krankenkassen. Die Ausgaben für Impfstoffe beliefen sich auf rund 25 Millionen Euro. "Wir beobachten die abnehmende Impfbereitschaft der Thüringer mit Sorge. Denn gerade bei ansteckenden Krankheiten wie Mumps oder Röteln ist eine bestimmte Durchimpfung der Bevölkerung erforderlich, um eine Ausbreitung zu verhindern", sagt Hermann Schmitt, Landesgeschäftsführer der Barmer GEK in Thüringen. Aber auch schwere Erkrankungen wie Tetanus oder FSME, bei denen keine Herdenimmunität aufgebaut werden kann, ließen sich durch einen Pieks kurz und schmerzlos vermeiden. Der Impfschutz gegen Tetanus sollte zudem alle zehn Jahre aufgefrischt werden.

Appelle wirken: Mehr Masern-Impfungen in Thüringen

Gegen den Trend hat die Zahl der Masern-Impfungen im vergangenen Jahr deutlich zugenommen – von 36.000 in 2014 um rund zwanzig Prozent auf 44.000. Dies dürfte auf die Masernepidemie mit über 2600 Erkrankten bundesweit zurückzuführen sein, darunter 2015 allein 170 in Thüringen. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) wurde im laufenden Jahr (2016) erst ein Masernfall im Freistaat gemeldet. Die hochansteckende Krankheit ist meldepflichtig. "Die Impfappelle haben offenbar Wirkung gezeigt. Wir müssen nun schauen, wie sich die Impfquote gerade bei Kindern in den nächsten Jahren entwickelt", so Schmitt weiter. Die Impfquote bei Kindern im Einschulungsalter lag 2014 bei 93,7 Prozent, so die letzten verfügbaren RKI-Daten. Die WHO empfiehlt einen Zielwert von 95 Prozent. Wie hoch die Durchimpfung der Bevölkerung insgesamt ist, geht aus den Daten nicht hervor. "Es gibt bislang kein Impfregister, das diese Informationen erfasst. Wir unterstützen jedoch die im Koalitionsvertrag geäußerte Absicht der Landesregierung, ein solches Register aufzubauen. Dadurch ließen sich Impflücken besser erkennen", erklärt Schmitt.

Weniger Grippe-Impfungen, Anstieg bei HPV-Impfung gegen Krebs

Deutlich zurückgegangen ist die Zahl der Impfungen gegen Influenza. So wurden im vergangenen Jahr rund 440.000 Grippe-Impfungen abgerechnet, etwa 20.000 weniger als im Vorjahr. Auch der FSME-Schutz (Frühsommer-Meningoenzephalitis), die durch Zecken übertragen wird, wurde weniger nachgefragt – die Zahl der Impfungen sank von 168.000 auf rund 135.000. Vor allem der Süden und Osten Thüringens zählen als Risikogebiete. Die Viruserkrankung kann das Nervensystem schwer schädigen. Erfreulich ist hingegen die Entwicklung bei der sogenannten HPV-Impfung für Mädchen, die gegen bestimmte Formen von Gebärmutterhalskrebs schützt. Die Zahl der Impfungen stieg von 17.000 auf über 20.000 im vergangenen Jahr.

Zu den häufigsten Impfungen zählen in Thüringen die Mehrfachimpfungen. So wurden im vergangenen Jahr rund 112.000 Dreifach- sowie 75.000 Vierfach-Impfungen verabreicht. Sie schützen gegen Masern, Mumps, Röteln (MMR), Diphterie, Keuchhusten, Tetanus (DTaP) sowie Polio und Varizellen.

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Webcode dieser Seite: p003685 Autor: Barmer Erstellt am: 29.06.2016 Letzte Aktualisierung am: 20.12.2016
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